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Der Schutz ausgewachsener Weibchen ist Schlüssel für den Erhalt des atlantischen Kabeljaus

Kabeljau war in vielen europäischen Ländern einst ein Grundnahrungsmittel und so wichtig, dass manche Länder sogar Kriege wegen dieser wichtigen Ressource führten. Doch aufgrund seiner Beliebtheit ist er jetzt in einigen Regionen überfischt, was zu einem Mangel an großem, erwa...

Kabeljau war in vielen europäischen Ländern einst ein Grundnahrungsmittel und so wichtig, dass manche Länder sogar Kriege wegen dieser wichtigen Ressource führten. Doch aufgrund seiner Beliebtheit ist er jetzt in einigen Regionen überfischt, was zu einem Mangel an großem, erwachsenen Kabeljau führt und dazu, dass die Fische immer früher geschlechtsreif werden. Dies, so eine an der Universität Göteborg in Schweden durchgeführte Studie, hat zu einem gravierenden Wandel in den Kabeljaubeständen geführt und könnte ernsthafte Auswirkungen auf die Gesundheit, physiologische Alterung und Fortpflanzungsfähigkeit der Fische haben. Wenn Sie jemals im Vereinigten Königreich Fish and Chips gegessen haben, war dies wahrscheinlich atlantischer Kabeljau. Kabeljau ist ein beliebtes Essen in diesem Land, welches Pitt der Ältere als "britisches Gold" bezeichnete. In Portugal gibt es mehr als 1.000 Rezepte für getrockneten und gesalzenen Stockfisch, der als Bacalhau bekannt ist, und in einigen Regionen sogar Bestandteil eines traditionellen Weihnachtsessens ist - eine Mahlzeit für besondere Anlässe. Kabeljau wird in der Tat in fast ganz Europa und in den Ländern am Atlantik gegessen, und in jeder Kultur heben Geschichten und Mythen seine Bedeutung hervor. Durch diese Bedeutung wurde eine Forschungsgruppe an der Universität von Göteborg angespornt in Zusammenarbeit mit der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften die Gesundheit und Alterung von männlichem und weiblichem Kabeljau zu untersuchen. "Wir maßen verschiedene Aspekte von oxidativem Stress, einem Zustand in den Zellen, der zu irreparablen Schäden führt, die antioxidative Kapazität, die gegen oxidativen Stress schützt, und die Länge der Telomere", erläutert Forscherin und Meeresbiologin Helen Nilsson Sköld. Telomere sind wiederholte DNA-Sequenzen, die die Chromosomenenden schützen. Die Länge dieser Telomere und die Rate, mit der sie kürzer werden, sind wichtig, da sie eng mit Gesundheit und Altern verknüpft sind. Die Forscher verglichen die Gesundheit des Kabeljaus im Öresund, im Skagerrak und im Kattegat. Der Kabeljau im Öresund ist seit 1932 vor Schleppnetzfischerei geschützt, weshalb in den Beständen größere und ältere Fische vorkommen, wogegen die Kabeljaubestände im Skagerrak und Kattegat stark überfischt sind. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass ältere Männchen in der Regel kürzere Telomere und eine reduzierte antioxidative Kapazität haben", so Helen Nilsson Sköld. "Allerdings haben wir nicht das gleiche Muster bei den Weibchen gesehen - es gab keine Anzeichen von physiologischem Altern in der Altersspanne, die wir bei den Weibchen (zwei bis acht Jahre) untersucht haben." In der Tat waren die Forscher überrascht, derart deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu sehen. Obwohl ältere Männchen dicker waren und weniger gestresst schienen als jüngere, waren die Weibchen in der Regel besser in Form als die Männchen. "Unsere Theorie, weshalb die Männchen altern und während der Laichzeit gestresster sind, ist, dass sie um Territorien und Kollegen konkurrieren. Dieser Stress scheint unter den jüngeren Männchen noch stärker ausgeprägt zu sein." Im Laufe ihrer Untersuchung konnten die Forscher keine Anzeichen dafür finden, dass die überfischten Bestände im Skagerrak und Kattegat weniger gesund sind als die Population im Öresund. Ein wichtiger Faktor in diesem Zusammenhang ist, dass größere Fische eine sehr viel höhere Anzahl von Eiern produzieren - zwischen einer halben Million bis fünf Millionen Eier je nach Größe des Kabeljaus. "Unsere Studie zeigt auch, dass große ältere Weibchen gesund sind und physiologisch nicht gealtert zu sein scheinen", fügt Helen Nilsson Sköld hinzu. "Daraus schließen wir, dass es wichtig ist, die großen älteren Weibchen zu pflegen, da diese viel mehr Eier produzieren als jüngere. Eine derartige Erhaltungsstrategie wäre im Skagerrak und im Kattegat ideal.Weitere Informationen sind abrufbar unter: University of Gothenburg http://www.gu.se/english Swedish University of Agricultural Sciences http://www.slu.se/en/

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