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Inhalt archiviert am 2023-03-20

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Förderung von Nachhaltigkeitspolitik in Russland

Russland ist das größte Land der Welt und umfasst mehr als ein Achtel der unbewohnten Landfläche der Erde. Daher liegt es in unser aller Interesse, wenn die Gesetzgeber eine in Bezug auf ökologische Nachhaltigkeit vernünftige Politik betreiben. Wir leben jedoch in schwierige...

Russland ist das größte Land der Welt und umfasst mehr als ein Achtel der unbewohnten Landfläche der Erde. Daher liegt es in unser aller Interesse, wenn die Gesetzgeber eine in Bezug auf ökologische Nachhaltigkeit vernünftige Politik betreiben. Wir leben jedoch in schwierigen Zeiten und das Wirtschaftswachstum ist in den Mittelpunkt gerückt, sodass die Belange der Umwelt in den Hintergrund getreten sind. Im Rahmen des von der EU finanzierten Projekts SUST-RUS ("Spatial-economic-ecological model for the assessment of sustainability policies of Russia") haben Forscher sich das Ziel gesetzt, einen integrierten und modernen Modellansatz zu entwickeln, der russische Politiker bei ihrer Entscheidung für kurz-, mittel- und langfristige Nachhaltigkeitsmaßnahmen unterstützen könnte. Hierfür erarbeiteten die Projektforscher unter der Leitung des russischen Centre for Economic and Financial Research erst einmal den neuen Modellansatz selbst. Dann erstellten sie eine Reihe von Nachhaltigkeitsindikatoren im Zusammenhang mit dem Modell, die eine Quantifizierung der sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen der Nachhaltigkeitspolitik ermöglichen. Schließlich bewertete das Team mit dem Modell die potenziellen Auswirkungen einer Reihe wichtiger politischer Nachhaltigkeitsmaßnahmen und demonstrierte damit die Fähigkeiten und Zuverlässigkeit des Ansatzes. Den Projektpartnern von SUST-RUS zufolge wollten sie ein Open-Source-Modell erstellen, das sowohl von russischen als auch europäischen Forschern genutzt werden kann. In dem daraus resultierenden Modell wird die Nachhaltigkeit im Hinblick auf die soziale, wirtschaftliche und ökologische Perspektive über einen kurzen Zeitraum von ein bis zwei Jahren oder einen langen Zeitraum von fünf bis sechs Jahren berücksichtigt. Als die Forscher von SUST-RUS mit dem Modell die Energiebilanz von Erdgas bewerteten, kamen sie zu dem Schluss, dass die Preispolitik für Produzenten und Verbraucher vorteilhaft sein muss, damit sie auch tatsächlich einen Einfluss auf die Effizienz und Treibhausgasemissionen hat. Das Projekt empfahl daraufhin den Wegfall staatlicher Beihilfen für Erdgasverbraucher und eine Senkung der Subventionen für industrielle Erzeuger. Diese Empfehlungen werden jetzt von der russischen Regierung in die Praxis umgesetzt. Der Modellierungsansatz von SUST-RUS bietet Russland und der internationalen Gemeinschaft fundierte wissenschaftliche Unterstützung bei der Erarbeitung von Nachhaltigkeitsstrategien, die soziale, wirtschaftliche und ökologische Ziele in Einklang bringen. Das Dreijahresprojekt wurde mit EU-Fördermitteln in Höhe von 1,3 Mio. EUR unterstützt und lief von 2009 bis 2011.Weitere Informationen sind abrufbar unter: SUST-RUS http://sust-rus.org/ Projektdatenblatt Centre for Economic and Financial Research http://www.cefir.ru/

Länder

Belgien, Deutschland, Norwegen, Russland