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Neue Waffen gegen Antibiotikaresistenz

Eine der größten Herausforderung für die moderne Medizin ist der unbeschränkte Einsatz von Antibiotika, der dazu führt, dass sich Antibiotikaresistenzen bilden und sogenannte Superbakterien wie der Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) entstehen, die bereits hochresistent gegen Antibiotika geworden sind. Offiziellen Zahlen zufolge führt Antibiotikaresistenz jährlich zu etwa 25 000 Todesfällen in der EU, mit Gesundheitskosten und Produktivitätsverlusten in Höhe von 1,5 Milliarden EUR.

Gesundheit

Antibiotikaresistenz hat aber nicht nur tödliche Folgen. Durch Medikamentenresistenz leiden Patienten länger an Infektionen. Dadurch kann es zu medizinischen Komplikationen kommen, die zum Beispiel bei einer Amputation zu Behinderungen führen oder zu Schäden an lebenswichtigen Organen. Resistenz bringt aber auch wiederholte Arztbesuche, längere Krankenhausaufenthalte und Behandlung mit teureren Medikamenten mit sich. Der Kampf gegen Antibiotikaresistenz ist für die EU daher von absoluter Priorität. Mit den Rahmenprogrammen FP7 und Horizont 2020 stellt sie Förderbeträge in Millionenhöhe für innovative Projekte bereit, die an der Bekämpfung dieser Bedrohung arbeiten. Ziel ist es zum einen, die Forschung im Bereich der Antibiotikaresistenz zu stärken. Zum anderen soll die EU aktiv weltweite Maßnahmen anstoßen und im Kampf gegen Antibiotikaresistenz eine führende Rolle einnehmen.

Schnellere Diagnose - bessere Medikamentengabe

Dieses CORDIS Results Pack stellt 13 EU-finanzierte Projekte vor, die führend in der Antibiotikaresistenzforschung sind. Initiativen wie RAPID haben einen genbasierten Test auf Klebsiella pneumonia kreiert, ein multiresistentes Bakterium, das häufig zu Krankenhausinfektionen führt. PNEUMOSIP hingegen hat ein topmodernes Gerät zur Analyse von Antibiotikaresistenzen entwickelt, mit dem die Lungenentzündung schneller diagnostiziert werden kann. Außerdem entstand in PNEUMONP ein System, das Diagnose und Therapie von Infektionen mit gramnegativen Bakterien kombiniert und Nanoträger für eine besser Medikamentengabe bereitstellt. Das Projekt CYCLON HIT hat auch Nanopartikel zur Medikamentengabe eingesetzt, um die Antibiotikaresistenz von Tuberkulosebakterien und typischen Krankenhausbakterien zu bekämpfen.

Molekulare Mechanismen und personalisierte Medizin

Das Projekt TRANSLOCATION hat die Mechanismen auf zellulärer und molekularer Ebene untersucht, die bei gramnegativen Bakterien hinter den Prozessen beim Eindringen und Ausspülen stehen. In SYNPEPTIDE wiederum sind Varianten von Peptiden entstanden, die für die Pharmaindustrie nützliche Funktionen besitzen. Die strukturelle Bindung von Antibiotika an Ribosomen und Krankheitserreger wurde von NOVRIB untersucht, um umweltfreundliche Medikamente zu schaffen, die der Antibiotikaresistenz entgegenwirken. DRUGS SENSE hat indessen neue Biosensoren auf Basis von RNS-Molekülen entwickelt. Dank TAILORED TREATMENT kann Klinikpersonal jetzt fundiertere Entscheidungen treffen, wenn es um die Notwendigkeit und Art der antibiotischen Behandlung einzelner Patienten geht. R-GNOSIS hatte zum Ziel, die Ausbreitung multiresistenter gramnegativer Bakterien mit innovativen Interventionen zu einzudämmen. DRIVE-AB setzt einen Wandel in Forschung und Entwicklung in Gang, damit neue Antibiotika nachhaltig eingesetzt und den Bedürfnissen der öffentlichen Gesundheit gerecht werden. Schließlich bewertet AIDA nochmals die Wirksamkeit alter Antibiotika, die früher verwendet wurden, um ihren möglichen Einsatz in der Zukunft abzuschätzen.

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