Skip to main content

Article Category

Article available in the folowing languages:

Entscheidungsunterstützungsplattform und innovative Frühwarnprodukte für die bessere Handhabung witterungsbedingter Notfälle

Es wurden große Fortschritte und Innovationen im Verständnis, in der Überwachung und in der Vorhersage witterungsbedingter Katastrophen erzielt. In der Entwicklung von Instrumenten, Prozessen und bewährten Verfahren für den effektiven Umgang mit solchen Notfällen besteht jedoch nach wie vor Verbesserungsbedarf.

Verkehr und Mobilität
Gesellschaft
Sicherheit

Das oberste Ziel des EU-finanzierten Projekts ANYWHERE besteht darin, „gefährdete helfende Einrichtungen und Bürgerinnen und Bürger dazu zu befähigen, ihre Antizipation und proaktive Reaktionsfähigkeit im Umgang mit extremen und folgenreichen Wetter- und Klimaereignissen zu verbessern“, sagt Koordinator Prof. Daniel Sempere-Torres. Hierfür entwickelte ANYWHERE Lösungen, die ein neues Konzept für das Notfallmanagement unterstützen, mit dem die Reaktionsfähigkeiten von Akteuren im Zivilschutz und in der Katastrophenhilfe in und über Europa hinaus verbessert werden können.

Ein optimiertes Notfallmanagement für witterungsbedingte Gefahren

Das ANYWHERE-Team entwickelte eine europaweite Plattform – A4EU für die Entscheidungsfindung im Hinblick auf extreme Klimarisiken. Diese ermittelt vorab kritische Situationen, die zu Todesfällen und wirtschaftlichen Ausfällen führen könnten. „Diese Frühwarnung soll Schutzmaßnahmen und, im Falle von Katastrophenereignissen, die Koordination von Rettungseinsätzen verbessern“, bemerkt Prof. Sempere-Torres. A4EU fungiert als Instrument zur Entscheidungsfindung für Einsatzstellen, die mit einer Krisensituation konfrontiert sind und wird hochmoderne Frühwarnsysteme bereitstellen, die dazu beitragen, die Auswirkungen auf die gefährdete Bevölkerung zu minimieren. Die Plattform ist auf die Bereitstellung von Frühwarnprodukten für mehrere Gefahren und auf lokal anpassbare Entscheidungsunterstützungsdienste angepasst, die auf die Bedürfnisse und Erfordernisse nationaler, regionaler und lokaler Stellen sowie öffentlicher und privater Betreiber kritischer Infrastrukturen ausgelegt sind. Die Plattform ermittelt automatisch vorab kritische betroffene Punkte, einschließlich deren Merkmale und Standort, sodass sich Notfallspezialisten auf die lokalen Auswirkungen fokussieren können. Die Projektpartner haben sieben A4EU-Prototypen in sechs europäischen Ländern in Katastrophenschutz-Leitstellen eingeführt, getestet und demonstriert. Diese Betriebsplattformen, die unterschiedliche Klimaszenarien repräsentieren, unterstützen Entscheidungsfindungsprozesse für den besseren Umgang mit witterungsbedingten Notfällen. „Die Prototypen, die an den Pilotstandorten über einen Demonstrationszeitraum von einem Jahr live betrieben werden, bestätigen die Einsatzfähigkeit der entwickelten Instrumente in ganz Europa und lassen sich einfach an neue Standorte oder Umgebungen anpassen“, erklärt Prof. Sempere-Torres.

Die gefährdete Bevölkerung bei der Abwendung von Katastrophen unterstützen

Das Projektteam entwickelte und implementierte zudem vier Selbstschutz-Instrumente für spezifische Situationen, die Bürger wie auch Unternehmen nutzen können, um witterungsbedingte Risiken effektiv zu antizipieren und zu bewältigen. A4Campsite verbessert den Selbstschutz an Zeltplätzen, die sich in hochwassergefährdeten Gebieten Kataloniens befinden, A4Snow sagt die Auswirkungen auf den Straßenverkehr während schweren Schneefalls in Katalonien vorher, A4Schools steigert die Sensibilisierung, um Schüler in Genua zu schützen, die eventuell mit Hochwasserepisoden konfrontiert sind und A4Grid reduziert sturmbedingte Auswirkungen auf Stromübertragungsnetze in Finnland. Die letzten Monate bevor ANYWHERE im Dezember 2019 endet, werden arbeitsreich. In einem abschließenden Workshop in Brüssel werden die Produkte und Dienste praktisch vorgeführt, um deren Innovations- und Marktpotential hervorzuheben. Die Prototypen werden überdies in Echtzeit vorgestellt. Es werden mehrere ergänzende Maßnahmen durchgeführt, die es potentiellen Endanwendern ermöglichen, ihren eigenen angepassten A4You-Dienst zu beantragen oder ausgewählte Folgenabschätzungsprodukte in ihre eigenen Systeme zu integrieren. Es wurde eine neue Reihe von Diensten für portugiesische und spanische Gemeinden gestartet, und die A4Cities-Plattform wird in Bälde betriebsbereit sein. „ANYWHERE wird das reaktive Notfallmanagement und reaktive Notfallmaßnahmen proaktiv machen“, lautet das Fazit von Prof. Sempere-Torres. „Unsere Vision ist, dass die gesamte Eingreifkette schneller auf extreme Klima- und Wetterereignisse reagiert und besser mit den sozialen, ökologischen und ökonomischen Konsequenzen umgeht, die mit diesen Ereignissen verbunden sind.“

Schlüsselbegriffe

ANYWHERE, Wetter, Maßnahme, Frühwarnung, Notfallmanagement, A4EU, Frühwarnung vor mehreren Gefahren, Katastrophenhilfe, Katastrophenschutz

Entdecken Sie Artikel in demselben Anwendungsbereich