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Wissenschaft im Trend: Erster rein weiblicher Weltraumspaziergang schreibt Geschichte

Zwei US-Astronautinnen haben erfolgreich den ersten rein weiblichen Weltraumspaziergang absolviert.

Weltraum

Am 18. Oktober verbrachten die beiden NASA-Astronautinnen Christina Koch und Jessica Meir in rund 408 km Höhe über der Erde über sieben Stunden außerhalb der Internationalen Raumstation (ISS). Sie wechselten dabei eine defekte Batterieladeeinheit aus, die nach einem Weltraumspaziergang am 11. Oktober nicht aktiviert werden konnte. Die Ladeeinheit dient zur Aufbereitung der Energie, die von den Solarmodulen der ISS gewonnen wird. Die defekte Einheit birgt kein Risiko für die Besatzung oder die ISS, verhindert aber eine höhere Energieversorgung der Raumstation durch die neuen Akkus. Es war der vierte Weltraumspaziergang der Elektroingenieurin Koch und der erste für die Meeresbiologin Meir. Für beide Frauen, die beim Astronautentraining 2013 aus einer Gruppe mit gleichem Frauen- und Männeranteil ausgewählt wurden, war es der erste Raumflug. Zuvor haben sie sechs Jahre lang gemeinsam trainiert. Die NASA übertrug den Weltraumspaziergang live. Ein Video davon ist inzwischen auf YouTube zu sehen. In einem Interview auf der Website der NASA sprach Koch über die Bedeutung ihrer Mission und diesen Weltraumspaziergang im Besonderen. „Unter dem Strich halte ich es für eine wichtige Sache – wichtig auch deshalb, weil wir damit etwas Historisches erreichen. In der Vergangenheit saßen die Frauen nicht immer mit am Tisch. Es ist wundervoll, am Raumfahrtprogramm zu einer Zeit beteiligt zu sein, in der alle Beiträge willkommen sind und jede und jeder eine Rolle spielen darf. Dadurch können letztendlich auch die Erfolgschancen steigen. Viele Menschen finden Motivation in inspirierenden Geschichten über andere, die wie sie aussehen, und in meinen Augen ist es eine wichtige Aufgabe, genau das fortzusetzen.“ Meir würdigte in einer rückblickenden Erklärung die Pionierinnen der Raumfahrt, die den Weg für diesen Weltraumspaziergang geebnet haben: „Wir machen eigentlich nur unsere Arbeit. Gleichzeitig aber sind wir uns auch der historischen Errungenschaft darin bewusst und möchten natürlich auch all jene Frauen würdigen, die uns vorangegangen sind. Uns ging eine lange Reihe von Wissenschaftlerinnen, Forscherinnen, Ingenieurinnen und Astronautinnen voran.“ Sie fügte hinzu: „Dank ihrer Fußstapfen konnten wir den Weg gehen, der uns an den heutigen Punkt brachte.“

Ein kleiner Schritt für eine Frau, ein großer Sprung für alle Frauen der Welt

US-Präsident Donald Trump gratulierte Koch und Meir in einem Videoanruf aus dem Weißen Haus. „Die Arbeit, die Sie leisten, ist unglaublich. Ich freue mich sehr, mit zwei mutigen amerikanischen Astronautinnen zu sprechen, die gerade Geschichte schreiben. Das ist das erste Mal, dass eine Frau aus der Raumstation aussteigt. Ich will Ihnen gratulieren. Sie sind sehr mutig. Sie sind fantastisch.“ Es war das erste Gespräch zwischen Astronaut/innen und einem US-Präsidenten seit 1969, das außerhalb eines Raumschiffs stattfand. „Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt bezeugen heute mit diesem historischen rein weiblichen Weltraumspaziergang einen ihrer ältesten Träume“, sagte Ivanka Trump, Beraterin des Präsidenten, im Anschluss an den Videoanruf. „Die Frauen im MINT-Bereich sind eine beachtliche und nicht zu unterschätzende Kraft. Dass ich als Fürsprecherin für einen besseren Zugang zu diesen grundlegenden Bildungskompetenzen auftreten darf, gehört zu den wichtigsten Aufgaben, die ich je hatte.“ „Mission erfüllt!“ NASA-Direktor Jim Bridenstein betonte die Bedeutung des Weltraumspaziergangs in einem Tweet: „Diese heutige historische Errungenschaft ebnet den Weg für unser #Artemis-Programm, das 2024 die erste Frau zum Mond entsenden wird. Ad Astra [zu den Sternen]!“

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