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Ein Schub für die wirtschaftliche Umstrukturierung in Südostasien

EU-finanzierte Forschende untersuchen derzeit in Zusammenarbeit mit Partnern in Kambodscha, Laos und Vietnam die Mechanismen, regulatorischen Anreize und Herausforderungen, die im Zusammenhang mit wissensgestützter Entwicklung bestehen.

Gesellschaft

Die drei südostasiatischen Nachbarländer Kambodscha, Laos und Vietnam haben seit den 1990er Jahren ein rasantes Wirtschaftswachstum und einen entsprechenden Rückgang der Armut verzeichnet. Mit einer jährlichen Wachstumsrate des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von rund 7 % in den vergangenen Jahren zählen diese drei Länder weltweit zu den Spitzenreitern. Der Weltwirtschaftsausblick des Internationalen Währungsfonds vom Oktober 2019 rechnet für 2019 mit einem Wachstum des realen BIP von 6,5 % in Vietnam, 7 % in Kambodscha bzw. 6,4 % in Laos. Dennoch ist der Wandel dieser Länder von der zentralen Planwirtschaft hin zur marktorientierten Volkswirtschaft mit diversen Herausforderungen im Hinblick auf das wirtschaftliche und regulatorische Umfeld verbunden. Das EU-finanzierte Projekt IKID (Institutions for Knowledge Intensive Development: Economic and Regulatory Aspects in South-East Asian Transition Economies) geht nicht nur auf diese Herausforderungen ein, sondern möchte auch die Chancen ermitteln, die sich durch den Wandel in diesen drei Ländern bieten. „Die einzigartige Dynamik der Übergangsphase kann die Vorschriften und Institutionen in diesen Ländern entscheidend voranbringen, um die wissensgestützte Entwicklung zu fördern“, so Aaro Hazak, Projektkoordinator von IKID und Professor an der Technischen Universität Tallinn in Estland. In einer Pressemitteilung auf der Website der Europäischen Kommission hebt Prof. Hazak die Vorteile hervor, die sich in einer Phase der wirtschaftlichen Entwicklung durch die Nutzung von Wissen ergeben, und betont ihre Bedeutung für die langfristige Sicherung von Nachhaltigkeit und Wohlstand. „Hazak zufolge liefern die Reformerfahrungen aus Estland in den 1990er Jahren wichtige Erkenntnisse darüber, wie die Institutionen ausgerichtet werden müssten, um Innovation, moderne Technologie und Spitzenkompetenzen zu fördern“, heißt es ferner in diesem Artikel. Hinsichtlich der Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten am IKID-Projekt ergänzt Prof. Hazak: „Sie eröffnet zahlreiche, wertvolle Lernmöglichkeiten für die südostasiatischen Länder im Wandel.“ „Die Erkenntnisse aus Mittel- und Osteuropa sowie, durch die Universität Lausanne, auch aus der Schweiz haben die Entwicklung eines ‚Basisbaukastens‘ für Kambodscha, Laos und Vietnam ermöglicht“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. „Die Erkenntnisse aus dem IKID-Projekt sollen die wesentlichen Regelungen und Institutionen in den drei Ländern fördern und stärken, um die wissensgestützte Entwicklung auf ein solides Fundament zu stellen.“

Wissenswirtschaft

Das laufende IKID-Projekt wurde ins Leben gerufen, um die Ursachen und Auswirkungen im Zusammenhang mit den Entwicklungsunterschieden in Bezug auf die Wissensintensität von Volkswirtschaften zu untersuchen. Der besondere Schwerpunkt galt dabei Ländern im Wandel in Südostasien. Auf der Projektwebsite heißt es: „Das Projekt basiert auf dem jüngsten Wissen aus der Institutionenökonomie, Entwicklungsökonomie, Industrieorganisation und modernen Konzepten für regulatorische Effizienz und Gerechtigkeit sowie Methoden der empirischen Pionierforschung (u. a. fortgeschrittene Verfahren für die stochastische Effizienzgrenzenanalyse und dynamische Paneldatenschätzung) zur Untersuchung von institutionellen Faktoren und regulatorischer Effizienz auf Mikro- und Makroebene.“ Um maßgeschneiderte Strategien zu entwickeln, nahm das Forschungsteam von IKID an diversen Seminaren, Schulungsveranstaltungen und Fachdiskussionen teil. Anhand von wirtschaftlichen Daten untersuchte das Team, wie Leute mit einschlägigen Fähigkeiten einbezogen werden könnten, um zur Wissensentwicklung beizutragen. Die IKID-Partner hoffen, dass das Projekt auch weit über die Grenzen der drei untersuchten Länder hinweg einen wichtigen Beitrag leisten wird. „Ebenso wichtig wie die Forschungsergebnisse und die politischen Implikationen des Projekts ist dabei auch die Entstehung einer Denkweise, die die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Europa und Asien und eine auf Spitzenleistungen ausgerichtete Forschung ins Zentrum stellt“, so Prof. Hazak. Weitere Informationen: IKID-Projektwebsite

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