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Horizon Impact Award prämiert EU-finanzierte Projekte, die sich in und über Europa hinaus bemerkbar machen

Vier Initiativen wurden von der Europäischen Kommission für die effektive Verwertung und Aufnahme der jeweiligen Projektergebnisse ausgezeichnet.

Gesellschaft

Ein neues Arzneimittel für eine seltene Erkrankung, die Prävention von Kindesmissbrauch, mehr Sicherheit beim Surfen im Internet und der Schutz von Küstengebieten vor den Auswirkungen des Klimawandels waren die Ergebnisse der FuE-Projekte, die den Preis Horizon Impact Award 2019 gewannen. Die Gewinner wurden auf der Veranstaltung Europäische Forschungs- und Innovationstage in Brüssel bekannt gegeben. Es gab 10 Finalisten und eine unabhängige Jury kürte vier Projekte zu Siegern. „Diese Auszeichnung ist eine Initiative der Europäischen Kommission zur Würdigung und Feier der herausragenden Projekte, die ihre Ergebnisse genutzt haben, um einen Wert für die Gesellschaft zu schöpfen“, heißt es auf der Website der Europäischen Kommission. De Auszeichnung wurde im März 2019 gestartet, um die sozioökonomischen Vorteile von EU-Investitionen in die Forschung und Entwicklung zu verdeutlichen. Die teilnahmeberechtigten Projekte hatten EU-Mittel unter Horizont 2020 und unter dem vorhergehenden Siebten Rahmenprogramm (RP7) erhalten.

Gewinnerprojekte

Zu den Gewinnern zählte ein Team, das die erste langfristige Arzneimitteltherapie für die seltene Erkrankung Alpha-Mannosidose im Rahmen des Projekts MANNO-CURE (Deutschland) geschaffen hatte. Die Lösung der Forschenden half laut einem Video dabei, die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten, die unter der Erkrankung litten, zu verbessern. Die Erkrankung wird mit einem gestörten Abbau von Polysacchariden in Verbindung gebracht. Polysaccharide sind große Moleküle, die aus Monosacchariden, Einfachzuckern wie Glukose, bestehen. Spezielle Enzyme binden diese kleinen Monomere aneinander und erzeugen somit große Zuckerpolymere bzw. Polysaccharide, die mehrere Funktionen wie die Speicherung von Energie, die Übersendung von zellulären Botschaften und die Bereitstellung von Unterstützung für Zellen und Gewebe haben. Die Alpha-Mannosidose bezeichnet eine vererbte lysosomale Speicherkrankheit, die sich durch Immunschwäche, Anomalitäten der Mimik und des Skeletts, Hörbeeinträchtigungen und Intelligenzminderung auszeichnet. Klinische Fachkräfte und Forschende aus unterschiedlichen europäischen Ländern, die am ALPHA-MAN-Projekt (Clinical development of Enzyme Replacement Therapy in alpha-Mannosidosis patients using recombinant human enzyme) mitwirkten, trugen zu MANNO-CURE bei. Das Projekt ALPHA-MAN endete 2014. Ein weiterer Gewinner, CRYSP (Frankreich), hat Benutzern ein verbessertes TLS-Protokoll (Transport-Layer-Security) bereitgestellt, das digitale Sicherheit gewährleistet. Das Projekt CRYSP (CRYSP: A Novel Framework for Collaboratively Building Cryptographically Secure Programs and their Proofs) half bei der Gestaltung von Version 1.3 des TLS-Protokolls der Internet Engineering Task Force. Dank dieses Protokolls können Bürgerinnen und Bürger unter Verwendung eines zuverlässigen Internetbrowsers, der mehr Sicherheit als je zuvor bietet, E-Mails abrufen, Online-Käufe tätigen oder sogar ihre Steuern bezahlen. Google Chrome, Mozilla Firefox und andere wichtige Internetbrowser stellen TLS 1.3 laut einem Video derzeit bereit. Im Zuge des Projekts SAFE (Vereinigtes Königreich) wurde ein Gratisprogramm zur Prävention von Kindesmissbrauch entwickelt, das über 600 000 Familien in 22 Ländern erreichte. Das Bildungsprogramm des Projekts wurde in Afrika, Asien, der Karibik und in Osteuropa bereitgestellt. Die globale Reichweite des Projekts wurde auch in einem Video betont. Die ersten Studien, die zum preisgekrönten SAFE-Projekt beitrugen, wurden durch PACCASA (Preventing Abuse of Children in the Context of AIDS in sub-Saharan Africa) unterstützt. Dieses EU-finanzierte Projekt wurde über das ursprüngliche Ziel eines einzelnen Programms hinaus ausgeweitet und hat eine Partnerschaft mit mehreren Programmen zur Prävention von Kindesmissbrauch für verschiedene Altersgruppen geschlossen. Schließlich wurde im Zuge von SMART-COASTS (Italien) ein systematischer Ansatz für die Risikobewertung und die Küstenbewirtschaftung eingerichtet. Das Projekt bietet innovative Lösungen, die auf den Schutz von Küstengebieten vor den Auswirkungen von Erosion, Überschwemmung und Klimawandel abzielen. In einem Video sind die Ergebnisse des Projekts THESEUS (Innovative coastal technologies for safer European coasts in a changing climate) zusammengefasst, welches die Grundlage für die SMART-COASTS-Strategien bildete. Weitere Informationen: Projekt ALPHA-MAN Projekt CRYSP Projekt PACCASA Projekt THESEUS

Länder

Deutschland

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