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Diverging Destinies: Introducing the Role of Social Environment and Genetic Sensitivity in the Effects of Family Instability

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Wie sich soziales Umfeld und genetische Veranlagung auf den Lebensverlauf von Kindern auswirken

Die Forschung im Rahmen des EU-Projekts DIVERGE untersuchte, welche Rolle das soziale Umfeld und die genetische Sensibilität bei dokumentierten negativen Auswirkungen instabiler Familienstrukturen auf Kinder jeweils spielen.

Gesellschaft

Heutzutage ist ein großer Anteil aller Kinder Zeuge der Trennung oder Scheidung ihrer Eltern. Viele Eltern finden neue Partner, mit denen sie gemeinsame oder neue Familien gründen. Eine solche familiäre Instabilität kann nachteilige Folgen für das Verhalten und die psychische Gesundheit der Kinder haben. Es ist jedoch unklar, ob diese negativen Auswirkungen gleichmäßig verteilt sind. Das Marie Skłodowska-Curie-Projekt DIVERGE hat aus einer interdisziplinären Perspektive untersucht, inwiefern sich das soziale Umfeld und die genetische Sensibilität auf die Folgen der familiären Instabilität auswirken.

Folgen von sozialem Umfeld und Genetik

„Im Projekt kommen neue und einzigartige Daten zum Einsatz und Erkenntnisse aus den Sozial- und Entwicklungswissenschaften werden kombiniert, um das Wissen über drei miteinander verbundene Themen voranzubringen“, so die Stipendiatin Lisbeth Loft. DIVERGE untersuchte, ob sich mehrfache Veränderungen in der Familienstruktur bemerkbar machten und ob Kinder mit einem ressourcenschwächeren sozialen Umfeld anfälliger waren. Schließlich wurden die negativen Auswirkungen ausgeprägter genetischer Sensibilität analysiert. „Es ist wichtig, ein besseres Verständnis für die Heterogenität der Folgen familiärer Instabilität zu entwickeln, da wir die Hindernisse für die Entwicklung von Kindern und die soziale Mobilität von Familien dann besser angehen können“, betont Loft. Mithilfe der Ergebnisse des Projekts kann eine Erklärung dafür gefunden werden, weshalb manche Kinder Erfahrungen sozialer Benachteiligung besser überstehen als andere. Daraus sollen geeignetere Maßnahmen und Programme für Kinder und Familien erarbeitet werden, um die negativen Folgen für Kinder zu mindern.

Herausforderungen direkt angehen

Loft erklärt: „Die Daten, die ich ursprünglich verwenden wollte, waren nicht verfügbar, obwohl mir das in der Planungsphase zugesichert wurde.“ Von dieser Hürde ließ sich die Forscherin jedoch nicht einschüchtern. Es gelang ihr, das unerwartete Problem zu lösen, indem sie sich umso mehr für die Verfügbarkeit anderer, neuer Daten einsetzte. „Wenn man an vorderster Front an einem Forschungsthema arbeitet, kann sich die Art der benötigten Daten aufgrund von methodischen Fortschritten schnell ändern – das habe ich daraus gelernt. In meinem Projekt standen zum Glück genau rechtzeitig neue und verbesserte Datenquellen zur Verfügung“, so Loft.

Außerhalb des wissenschaftlichen Elfenbeinturms

Loft weiß zu würdigen, dass sie dank des Marie-Curie-Stipendiums ein Verständnis für die Bedeutung der Wissenschaft außerhalb der hohen Mauern der Wissenschaftsgemeinde entwickeln konnte. „Ich habe meine Komfortzone verlassen, aktiv an öffentlichen Debatten teilgenommen und mich in den Medien geäußert, die direkt und praktisch mit der Politikgestaltung verknüpft sind“, betont sie. Bei der Konferenz „Besseres Leben für Kinder und Jugendliche in Dänemark“ in Kopenhagen wurden neue Horizonte vorgestellt, die in der Ungleichheitsforschung im Rahmen des Projekts DIVERGE erkundet worden waren. Die Studie bringt bedeutende Implikationen für Forschung und Politik mit sich. „Ich habe die Forschung von DIVERGE über Gene und Umfeld auch bei einer Anhörung des dänischen Parlaments vorgestellt. Das war eine große Ehre, da dort ein außerordentliches Aufgebot an Fachleuten präsentierte“, meint Loft. Im Mittelpunkt der Berichte standen Kinder und der Nutzen früher Interventionsprogramme. Für die Zukunft hat Loft Förderungen für ein großes interdisziplinäres Forschungsvorhaben an der Universität Kopenhagen erhalten, wo sie die Forschung ihres Marie-Curie-Stipendiums fortsetzen kann. Da sie die Verbindungen zu politischen Institutionen, insbesondere dem dänischen Ministerium für Kinder und Bildung, in den Mittelpunkt gerückt hat, ist das Ergebnis eine Brücke zwischen Forschung und Politik. „Ich werde diese Verbindung weiter stärken, damit meine Forschung einen Platz einnimmt, der näher an den wirklichen Tätigkeiten der Politikgestaltung liegt. Dadurch kann die Art und Weise verbessert werden, in der Forschung als Grundlage für soziale Interventionsprogramme dient“, so Loft abschließend.

Schlüsselbegriffe

DIVERGE, Kinder, soziale Umgebung, familiäre Instabilität, Politikgestaltung, genetische Sensibilität

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