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Weltweit erste „smarte“ Matratze für Säuglinge

In den ersten sechs Monaten eines Säuglingslebens sind Schlafstörungen keine Seltenheit, und zwar für alle Beteiligten. So entwickelte das Projekt SensoDream eine spezielle, mit intelligenten Sensoren ausgestattete Matratze, die die Schlafqualität verbessern soll und Eltern über eine intelligente App informiert.

Gesundheit

Schlaf ist vor allem für Gehirn, Bewegungsapparat und soziale Entwicklung eines Kindes entscheidend. Mehreren Studien zufolge erhöht sich durch Schlafstörungen im Säuglingsalter sogar das Risiko für Übergewicht und es wird nicht zuletzt die elterliche Gesundheit beeinträchtigt. Guter Schlaf ist jedoch eine Angewohnheit, die erlernbar ist. Die von Ecus entworfene Säuglingsmatratze SensoDream ist mit Sensoren, Datenverarbeitungseinheit und intelligenter App für die Eltern ausgerüstet. Obwohl eine mit EU-Mitteln durchgeführte Machbarkeitsstudie die wirtschaftliche Tragfähigkeit bereits bestätigt hatte, muss bei technischen Aspekten des Produkts noch nachgebessert werden, um sein Marktpotenzial voll auszuschöpfen.

Beruhigendes für die Eltern

Frischgebackene Eltern unterbrechen häufig ihren eigenen Schlaf, um nach dem Schlaf des Kindes zu schauen. Diese elterliche Sorge war der zentrale Lösungsansatz für SensoDream. „Säuglinge können natürlich nicht erklären, woran es liegt, dass sie wach werden und weinen oder gut durchschlafen. Somit sind Muster kaum erkennbar“, erklärt Lucía Soriano, der das Projektmarketing obliegt. Bislang sind Säuglingsmatratzen einfach nur kleinere Versionen von Matratzen für Erwachsene. Ein Säugling wiegt aber normalerweise nur 3-4 kg statt der 80 kg, die ein durchschnittlicher Erwachsener auf die Matratze bringt. Außerdem hat er andere Schlafmuster, sodass seine Bedürfnisse zu kurz kommen. Überwacht wird dann üblicherweise mit handelsüblichen Audio-/Videosystemen oder mobilen Technologien, die das Kind häufig stören, z. B. Armbänder. Der innovative Aspekt von SensoDreams war, die Technologien in der Matratze zu verstecken, sodass das Kind unmittelbar überwacht, aber nicht im Schlaf gestört wird. So besteht die Matratze aus speziellem atmungsaktiven Schaumstoff, der Gase wie CO2 abführt und keine schädlichen chemischen Substanzen enthält. Integriert sind verschiedenste Sensoren, die neben Bewegungen auch Druck, Temperatur und Luftfeuchtigkeit messen. Zum weiteren Schutz des Säuglings sind die Sensoren über ein dünnes Kabel mit einer Datenverarbeitungseinheit im Innern der Matratze verbunden, welche die Informationen in der Cloud analysieren lässt und speichert. Dann werden die Daten an die Smart Apps der Nutzer gesendet und dort als Diagramme, Vergleichsgruppen oder auch Empfehlungen dargestellt. Die App zeigt den Echtzeitzustand des Säuglings (schlafend, wach, müde) an, überwacht das Schlafverhalten und berechnet die Schlafeffizienz. Außerdem werden Alarm- und Warnsignale gesendet, z. B. „Kind wird warm“, sodass die Eltern entsprechend reagieren können. Dabei wird die Schlafkurve kontinuierlich zusammen mit den beeinflussenden Variablen angezeigt. Die Datennutzung entspricht insgesamt den Vorgaben der DSGVO und geltendem EU-Recht.

Gesunder Schlaf für alle Beteiligten

Schlafmangel steht in Zusammenhang mit sieben der fünfzehn häufigsten Todesursachen. So unterstützt SensoDream die EU-Initiative, das Schlafverhalten und damit die Gesundheit zu verbessern, indem es stärker den Bedürfnissen der schwächsten Gruppe (Säuglingen) Rechnung trägt. Durch Nutzung modernster Überwachungs- und Kommunikationstechnologien werden auch Innovationen im Gesundheitswesen stimuliert und das europäische Ökosystem für Gesundheitsforschung und -innovation gefördert. Letzteres erreichte das Projekt, indem allen Angehörigen der Gesundheitsberufe cloudbasierte Daten über Schlafmuster zur Verfügung gestellt werden. Ecus validierte zwar bereits einen Prototyp der SensoDream-Matratze in realen Umgebungen, bei dem für die Markteinführung aber noch nachzubessern ist. „Die Sensoren müssen optimiert und besser in die Matratze eingepasst werden. Außerdem müssen neue Sensoren, zum Beispiel zur Geräuschüberwachung, entwickelt werden. Zweitens sollte sich die Elektronik an den Normen des Internets der Dinge für Verbindungen in intelligenter häuslicher Umgebung orientieren“, sagt Soriano. Das Team will die Markteinführung zunächst in Europa starten und später nach Asien und schließlich Nordamerika expandieren.

Schlüsselbegriffe

SensoDream, Säugling, Baby, Schlaf, Matratze, Sensor, Überwachung, Monitor, Gehirn, Bewegungsapparat, soziale Entwicklung

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