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Der Landwirtschaftsroboter Asterix bekämpft Unkraut mit Biopestiziden ohne überlappende Blätter von Anbaupflanzen zu besprühen

Da das Wachstum der Weltbevölkerung und der Klimawandel die Ernährungsversorgung der Welt belasten, sind nachhaltigere und umweltverträglichere Wege für die Lebensmittelgewinnung erforderlich. Ein EU-finanzierter Roboter mit Unkrautdetektion und Biopestiziden als Waffe stellt höhere Ernteerträge für die Bevölkerung in Aussicht.

Klimawandel und Umwelt
Lebensmittel und natürliche Ressourcen
Gesundheit

Mehr als 350 000 Tonnen Pestizide wurden 2017 allein in der EU verkauft. Abgesehen von den potenziellen gesundheitlichen Auswirkungen auf die Menschen, die landwirtschaftlich tätig sind oder Erzeugnisse konsumieren und so Pestiziden ausgesetzt sind, hat die großflächige Verwendung von Pestiziden schwerwiegende Auswirkungen auf natürliche Bestäuber, die für unsere Ernährungsversorgung von entscheidender Bedeutung sind und ist weiter gefasst eine der Hauptursachen für den weltweiten Rückgang von Insekten und die Ausrottungsgefahr. Die Präzisionslandwirtschaft kann die Wirksamkeit der eingesetzten Mittel steigern, um die Profitabilität der Landwirtschaft, den Umgang mit natürlichen Ressourcen wie auch das Wohlergehen von Mensch und Umwelt zu verbessern. Das EU-finanzierte Projekt Asterix hat diese Vorteile in einem autonomen Roboter gleichen Namens vereint, der umweltverträgliche Biopestizide lediglich auf Unkrautblätter anwendet.

Größer ist besser und passt genau

Konventionelle Unkrautbekämpfungsmittel werden angewandt, indem das gesamte Feld pauschal durch Besprühen in einen Dunst gelegt wird. In der Praxis ist es sehr schwierig, die giftigen Auswirkungen zu 100 % selektiv auf das Unkraut abzustimmen, sodass teils auch die Anbaupflanzen beschädigt werden. Außerdem können durch den Wind winzige Tröpfchen über größere Entfernungen an Orte getragen werden, an denen sie sich auf Wasservorkommen, die angrenzende Pflanzenwelt, Landarbeiter sowie benachbarte Häuser und Menschen niederlassen. Projektkoordinator Anders Brevik erklärt dazu: „Wir haben die selektiven Eigenschaften vom Herbizid auf unsere Sprühtechnik verlagert. Hierzu haben wir in ein patentiertes, sichtgestütztes, ultrahochpräzises Düsensystem Maschinenlernalgorithmen integriert, die darauf ausgerichtet sind, zwischen Anbaupflanzen und ihren Unkräutern zu unterscheiden.“ Asterix besprüht ausschließlich die Unkrautblätter mit relativ großen einzelnen Bioherbizidtropfen. Die größeren Tropfen minimieren ein Abdriften auf Nichtziele.

Landwirte im Fokus, Vorteile für alle

Das Ergebnis von fast 10 Jahren Entwicklung und von Tests, die größtenteils im Bereich der europäischen Landwirtschaft durchgeführt wurden, ist, dass Asterix rund um die Uhr das Unkraut der meisten Gemüsearten und Kräuter mit einer Rate von circa einem Hektar pro Stunde bekämpfen kann. Hierdurch sinkt die eingesetzte Pestizidmenge um bis zu 95 %, wobei 50 Liter Herbizid 1 000 Litern in einem konventionellen Zerstäuber entsprechen. Asterix wiegt etwa 10 % weniger als ein Traktor und Zerstäuber und kann ebenfalls kurz nach einem Regenniederschlag das Feld befahren, um die Produktivität zu erhöhen. Wichtig ist, dass Asterix den Ertrag erheblich steigert. „Wir wissen aus Erfahrung, dass die Verwendung von Herbiziden die Entwicklung der Anbaupflanzen verlangsamt. Wir dachten, wir könnten den Ertrag um etwa 5 % erhöhen, doch frühe Daten über die Petersilienwurzel legen nahe, dass wir mit Asterix einen um etwa 45 % höheren Ertrag erzielen“, merkt Brevik an. Zusammenfassend sagt er: „Unsere Technologie wird der Öffentlichkeit Nahrungsmittel mit ökologischen Qualitäten bieten, die eine höhere Effizienz und weniger Kosten als die ökologische Nahrungsmittelerzeugung haben. Dies ermöglicht Landwirten die Produktion von Nahrungsmitteln, die gut für die Verbraucher, die Umwelt und das Klima sind, zu einem ökonomisch machbaren Preis.“

Die Saat der Veränderung sähen

Das Team bereitet sich mit mehreren engagierten Landwirten in Deutschland und Norwegen auf die Pilotierung vor, um die Validierung der Technologie abzuschließen. Im Anschluss daran bereitet Asterix einen Kommerzialisierungsplan vor, der den Verkauf in diesen beiden Ländern erhöht, ehe das restliche Europa erschlossen wird. Asterix befindet sich auf einer Mission, um Neuland zu erobern und dabei zur Rettung der Erde beizutragen.

Schlüsselbegriffe

Asterix, Unkraut, Anbaupflanze, Nahrung, Landwirt, Herbizid, Pestizid, Roboter, Biopestizid, landwirtschaftlicher Betrieb, umweltverträglich, maschinelles Lernen, ökologisch, Ernteertrag, Bioherbizid, Gemüse

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