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Könnte Sprache der Spiegel des Gehirns sein?

Der theoretische Informatiker Christos Papadimitriou spricht auf dem 7. Gipfel und Tag der offenen Tür des Human Brain Project über die Rolle der Sprache beim Verstehen des Gehirns. CORDIS war mit dabei.

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Die Enthüllung der Geheimnisse des menschlichen Gehirns könnte der Welt unschätzbare Einsichten in die Menschheit bieten und die Art der Diagnose und Behandlung von Hirnerkrankungen verändern. Dennoch stellt der Gewinn solcher Erkenntnisse eine der größten wissenschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit dar. Das Human Brain Project (HBP) ist seit zehn Jahren eine Initiative der EU auf dem Gebiet der Neurowissenschaft. Es stellt sich dieser Herausforderung durch die Entwicklung einer Forschungsinfrastruktur, die Neurowissenschaft, Medizin und Informatik voranbringen soll. Als Teil dieser Initiative bringt der Gipfel und Tag der offenen Tür des HBP, der das siebte Jahr in Folge stattfindet, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Fachleute in Athen, Griechenland, zusammen, um die Leistungen auf dem Gebiet vorzustellen. Der Hauptredner des Gipfels, Papadimitriou, einer der weltweit führenden theoretischen Informatiker und Professor im Department of Computer Science an der Columbia University in den USA, teilte seine Gedanken über Sprache, das Gehirn und Informatik mit.

Die Rolle der Sprache

„Ich hoffe, Sie erkennen, wie bemerkenswert und unerklärlich das ist, was gerade geschieht. Ich werfe Ihnen etwa vier Silben pro Sekunde entgegen,“ beginnt der Hauptredner seinen Vortrag. Er führt weiter aus, dass diese Silben zu Wörtern werden und dann Sätze gebaut werden. „Dies geschieht mit einer Frequenz von vier Hertz. Sie kommen aus der Wissenschaft. Sie wissen, dass das nicht normal ist.“ Als Informatiker nutzt Papadimitriou sein Wissen über Computer zum besseren Verständnis des Gehirns. Er merkt an, dass Computeranwendungen und medizinische Erkenntnisse zwar große Schritte vorwärts machen, das menschliche Gehirn aber ein Geheimnis bleibt. Es klafft ein riesiger Graben zwischen dem, was wir über dieses einzigartige Organ verstehen, und dem, was wir wissen wollen – zum Beispiel, wie ein Bewusstsein aus dem Gehirn entsteht. Seiner Meinung nach bildet die Sprache eine Brücke zum Gehirn und kann eine wertvolle Möglichkeit für die Welt sein, das Gehirn besser zu verstehen. Er betont, dass kognitive Funktionen sich noch bei den Tieren weiterentwickelten. Bei der Sprache ist dies anders, es ist die einzige kognitive Funktion, die sich erst nach den Tieren ausprägte. „Die Sprache entwickelte sich in den letzten zweitausend Generationen und in dieser Zeit waren unsere Gehirne die gleichen. Also hat sich Sprache dem Gehirn angepasst.“ Demnach kann die Gesellschaft dessen Geheimnisse entdecken, indem es Sprache – den Spiegel des Gehirns – studiert. Papadimitriou merkt an, dass in den letzten fünf Jahren fantastische Experimente, wie die von Poeppel 2016, Frankland und Greene 2015 und Zaccarella und Friederici 2015, stattgefunden und zu einem besseren Verständnis der Sprache des Gehirns beigetragen haben – um letztendlich dabei zu helfen, die Wissenslücke darüber, wie das Gehirn ein Bewusstsein entwickelt und wie Neuronen und Synapsen, die Verbindungen, an denen Neuronen ihre Nachrichten an andere Neuronen weitergeben, das Gehirn aufbauen. Er glaubt weiter, dass Nachbauten und deren Betrieb einen ergiebigen Weg für die Forschung der Berechnung im Gehirn darstellen. Zusammenfassend stellt er fest: „Die Hirnforschung ist faszinierend und unerschöpflich.“ Somit könnten wir durch die Erforschung der Sprache einen Schritt näher an Erkenntnissen über das menschliche Gehirn und seine ungelösten Rätsel sein.

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