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Museen als Förderer internationaler Beziehungen

Museen können nach Ansicht eines ein EU-Forschungsvorhabens bei der Förderung der Zusammenarbeit zwischen europäischen und lateinamerikanischen sowie karibischen Ländern eine bedeutende Rolle spielen.

Digitale Wirtschaft
Gesellschaft

Wie könnten internationale Beziehungen besser gefördert werden, als über Museen? So denkt das EU-finanzierte Projekt EU-LAC-MUSEUMS, das sich zum Ziel gesetzt hat, Gemeinschaftsmuseologie als ein Mittel zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen europäischen und lateinamerikanischen sowie karibischen Ländern einzusetzen. „Museen als Werkzeuge für nachhaltige Gemeinschaftsentwicklung wahrzunehmen, ist eine der obersten Prioritäten dieses Projekts“, so Karen Brown, Forscherin an der Universität St. Andrews, die das Projekt koordiniert. „Durch die Untersuchung moderner Initiativen in Museen sowie im Bereich Gemeinschaftsstärkung und die Umsetzung von Maßnahmen in Partnerländern möchten wir das Leben Einzelner innerhalb von Museumsgemeinschaften – und darüber hinaus – verwandeln.“ Das Team von EU-LAC-MUSEUMS setzt sich aus führenden Wissenschaftlern, Museumsfachkräften und politischen Entscheidungsträgern, die durch den Internationalen Museumsrat (ICOM) eingesetzt wurden, zusammen. Dabei handelt es sich unter anderem um Angehörige der Päpstlichen Katholischen Universität von Peru, des Nationalmuseums von Costa Rica, der Südlichen Universität Chiles, der University of the West Indies, der Universität Valencia in Spanien und des Archäologischen Nationalmuseums in Lissabon, Portugal.

Zusammenarbeit ist der Schlüssel

Die Grundvoraussetzung, auf die sich dieses Projekt stützt, ist die Überzeugung, dass gemeinschaftsorientierte Museen es unterrepräsentierten Bevölkerungsgruppen ermöglichen, einen Platz in der Geschichte zu beanspruchen und außerdem zu ökologischer Nachhaltigkeit und einer Stärkung der Gesellschaft beizutragen. Aufbauend auf dieser Überzeugung führt das Projekt eine vergleichende Analyse kleiner und mittelgroßer Museen in ländlichen Regionen sowie der Kommunen in Europa, Lateinamerika und der Karibik, in denen sie sich befinden, durch und entwickelt auf dieser Basis hier zugehörige Geschichte und Theorie. „Obwohl viele Meilen zwischen uns liegen hat die Zusammenarbeit als biregionales Team zu einer erheblichen Vertiefung des kulturellen Verständnisses geführt“, erklärt Brown. „Dies wurde dank kollaborativer Initiativen möglich, wie etwa einer Kunstausstellung, der Eröffnung eines gegenstandsbezogenen YouTube-Kanals, der Veröffentlichung eines Handbuches zu bewährten Verfahren in Museen und der Durchführung internationaler Forschungsarbeiten zu Themen wie traditionellen Verfahren im Bereich Wassererbe in Südspanien und Nordperu.“ Das Projekt schuf zudem ein virtuelles Museum, das derzeit als Unterstützung für eine Serie von 3D-Seminaren genutzt wird, die in 20 Museen in neun verschiedenen Ländern stattfindet. Ziel der Seminare ist es, Musemsfachkräften dabei zu helfen, das Potenzial digitaler Technologien effizienter auszuschöpfen. Diese Seminare wurden bislang von mehr als 350 Personen besucht und verhalfen zur Entstehung von drei Anwendungen für mobile Endgeräte, 32 virtuellen Rundgängen, 180 3D-Modellen, 400 interaktiven Panoramen und 24 Stunden Videomaterial. Für Brown allerdings stellt ein biregionaler Jugendaustausch zwischen Costa Rica, Portugal und Schottland einen der bisherigen Höhepunkte des Projekts dar. Teil des kulturellen Austausches waren monatliche Seminare, die jungen Leuten ihr kulturelles Erbe näherbringen sollten, sowie ein physischer Austausch, der 24 jungen Menschen die Möglichkeit eröffnete, in einem der teilnehmenden Länder zu leben und zu lernen. „Wir suchten gezielt abgelegene Orte und Inseln aus, sodass die Teilnehmenden neue Kulturen kennen lernen und dort Erfahrungen sammeln konnten, auch mit Musik und Tanz, und es gleichzeitig galt, neue Herausforderungen zu verstehen, wie übermäßiges Tourismusaufkommen und Bevölkerungsrückgang“, erläutert Brown. „Es war in der Tat für alle Beteiligten eine tiefgreifende Erfahrung.“

Genau auf dem richtigen Weg

Trotz einiger Rückschläge aufgrund unerwarteter Naturkatastrophen und politischer Instabilitäten in den teilnehmenden Ländern verfolgt das Projekt EU-LAC-MUSEUMS weiterhin seinen Kurs. Da es nun in seine Endphase geht, konzentriert sich das Team derzeit darauf, sicherzustellen, dass das Projekt nicht ohne Vermächtnis bleibt. „Wir würden es sehr begrüßen, wenn andere Länder von unserer Arbeit profitieren könnten. Daher prüfen wir die Idee, Wanderausstellungen auf die Reise zu schicken und eine gemeinsame Datenbank einzurichten“, fügt Brown an.

keywords

EU-LAC-MUSEUMS, internationale Beziehungen, Lateinamerika, Karibik, Museen, Nachhaltigkeit