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Fast and easy previsualisation for creative industries

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Schnell kreative Visionen sichtbar werden lassen

Filmunternehmen und Theaterensembles können mit Brillen, die mit virtueller Realität ausgestattet sind, und intuitiver Software eine Vorschau ihrer Ideen erschaffen und auf diese Weise die Produktionskosten senken. Das Produkt ist das geistige Kind des Projekts first.stage, das von acht europäischen Partnern entwickelt wurde.

Digitale Wirtschaft

Einen Film zu realisieren oder ein Theaterstück in Szene zu setzen, ist teuer und erfordert oft über lange Zeiträume die Anwesenheit großer Teams aus Kreativschaffenden in den Studios, auf der Bühne oder am Set. Nun haben jedoch acht europäische Partner gemeinsam eine intuitive Software entwickelt, die den Kreativen mit virtueller Realität dabei hilft, ihre Ideen zu visualisieren, bevor sie mehr Zeit und Geld dafür aufwenden. Die Software wurde unter der Aufsicht des Technologie-Zentrums Informatik und Informationstechnik (TZI) an der Universität Bremen entwickelt und wird vom britischen Projektpartner Moviestorm kommerzialisiert. Die Software befindet sich gegenwärtig im geschlossenen Beta-Stadium und wird im Laufe dieses Jahres zur Verfügung stehen. „Unser Ziel war die Entwicklung eines Systems, das auch von Personen ohne Programmierkenntnisse leicht zu bedienen ist“, sagt Projektleiter Rainer Malaka, Leiter der Arbeitsgruppe Digitale Medien am TZI.

Virtuelles Experimentieren

Die Software ist in eine VR-Brille (VR steht für „virtuelle Realität“) integriert, damit die Benutzerin bzw. der Benutzer sich selbst in einem virtuellen Raum sehen und Objekte direkt mit den VR-Handbediengeräten greifen kann. „Anders als mit traditionellen Werkzeugen zur Erstellung von dreidimensionalen Inhalten können alle Interaktionen mit 3D-Inhalten im realen dreidimensionalen Raum statt mit abstrakten zweidimensionalen Steuerungen wie zum Beispiel Widgets durchgeführt werden“, erklärt Malaka. „Dadurch kann der Nutzer bzw. die Nutzerin natürlicher mit dem Inhalt interagieren, was der Art und Weise ähnelt, wie Menschen mit der realen Welt interagieren.“ Zu dem System gehören Werkzeuge zur Lösung von Aufgaben wie die Erstellung von Skizzen und zum Malen. Ein am Handgelenk der Nutzerin bzw. des Nutzers getragenes Tablet bietet zusätzliche Steuerungsmöglichkeiten. Da an Film- und Theaterproduktionen große Teams beteiligt sind, gibt es eine Internetdatenbank, in der Design- und Szenen-Skripte gespeichert und von den Teammitgliedern gemeinsam genutzt werden können. Im Rahmen von first.stage erprobten die Partner die Software an drei echten Kreativprojekten. Der österreichische Animationspartner arx anima erschuf eine Vorschau für einen Trailer zu einer Serie über die Abenteuer eines Mädchens und ihres tierischen Freunds. Studiopartner Vogel Audiovision realisierte eine Vorab-Visualisierung eines kurzen Werbespots, wobei eine dreidimensionale Rekonstruktion einer Brauereiführung erstellt wurde, die später mit echten Schauspielern gefilmt werden sollte. „Mit der realistischen Vorab-Visualisierung konnten die eigentlichen Dreharbeiten beschleunigt werden, da es weniger Überraschungen gab“, sagt Thomas Münder, Forscher am TZI. Die Kreativschaffenden aus dem Bereich Regie testeten verschiedenste Kameraperspektiven und erklärten ihren Teams ihre wichtigsten Absichten anhand der 3D-Sequenzen. Das Landestheater Linz in Österreich visualisierte vorab verschiedene Szenen für eine Oper, die demnächst inszeniert wird. Mithilfe der Skizzen- und Messwerkzeuge war zu beurteilen, wie die Szenen auf der Bühne aussehen würden, indem virtuelle Schauspielerinnen und Schauspieler darauf platziert wurden. Die Lichttechnik konnte mit verschiedenen Lichtfarben und Winkeln experimentieren, um die gewünschte Atmosphäre zu erzeugen. „Das spart eine Menge Zeit, während die echte Bühne für andere Proben zur Verfügung steht“, erklärt Münder. Das TZI-Forschungsteam untersuchte im Rahmen des Projekts außerdem, wie die Technologien der virtuellen Realität am besten eingesetzt werden können, um den unerfahrenen Nutzerkreis zu unterstützen. Man gelangte zu dem Schluss, dass reale Objekte wie etwa Lego-Figuren und Puppenhäuser hilfreich sind, um die virtuelle Realität besser zu verstehen. Dank der Versuche konnten die Partner verbesserungswürdige Punkte finden, aber insgesamt sind sie davon überzeugt, dass die Software besser als alles andere ist, was gegenwärtig auf dem Markt erhältlich ist. „Die meisten professionellen 3D-Designinstrumente sind aufgrund ihrer komplexen Beschaffenheit und unübersichtlicher Menüs kaum noch nutzbar, was bei vielen Menschen zu mentaler Überlastung führt“, bekräftigt Münder.

Schlüsselbegriffe

first.stage, Film, Theater, virtuelle Realität, Vorschau, Vorab-Visualisierung, 3D-Designinstrumente, 3D-Sequenzen, virtuelle Schauspielerinnen und Schauspieler

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