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Mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Technologie optimiert Abfallerkennung in Abfallbehandlungsanlagen

In den Abfallbehandlungsanlagen unserer Zeit können nicht alle dort ankommenden wertvollen Abfälle zurückgewonnen werden. Sie gehen entweder verloren, werden deponiert oder verbrannt, da die gegenwärtigen Verfahren keine gesteigerte Rückgewinnung von Materialien zu vertretbaren Kosten ermöglichen. Als Lösung für dieses Problem wurde im Rahmen einer EU-Initiative ein Abfallüberwachungssystem auf der Grundlage künstlicher Intelligenz entwickelt.

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Die weltweiten Recyclingraten liegen laut Abfallatlas nur bei etwa 19 %, sodass es noch viel Raum für Verbesserungen gibt. Niedrige Verwertungsquoten sind meist das Resultat der heute üblichen Praktiken, die es dem Recyclingsektor nicht ermöglichen, kosteneffizient voranzukommen. Dieser Industriezweig braucht technische Lösungsbeiträge, die bessere Ergebnisse zu geringeren Kosten erbringen.

Den Abfallstrom in Echtzeit überwachen

Abfallbehandlungs- und -recyclinganlagen arbeiten ohne Echtzeit-Informationen über den Mix an Materialien, den sie an den relevanten Stellen ihrer Anlage verarbeiten oder gewinnen. „Tatsache ist, dass das in einer städtischen Abfallbehandlungsanlage oder einer Materialrückgewinnungsanlage ankommende Material ein sehr unbeständiger und unkontrollierter Abfallstrom ist, der mit der bislang verfügbaren Technik weder in Echtzeit noch zu vernünftigen Kosten überwacht werden kann“, sagt Belén Garnica, Finanzchefin von Sadako Technologies und Koordinatorin des EU-finanzierten Projekts RUBSEE. „Hauptsächlich deswegen konnte der Betrieb bisher kaum optimiert werden.“ Um diesem akuten Bedarf gerecht zu werden und diese Chance zu nutzen, hat RUBSEE nun ein revolutionäres Überwachungssystem entwickelt, bei dem moderne künstliche Intelligenz und maschinelles Sehen zum Einsatz kommen, um jederzeit die Zusammensetzung (Art, Menge) des an mehreren Orten innerhalb der Anlage vorhandenen Materials zu bestimmen. Es sammelt die Informationen und stellt sie auf einer Fernüberwachungsplattform dar, so dass sie leicht analysiert und freigeschaltet werden können. Die Innovation bezieht die gesamte Auslegung der Anlage aktiv ein. Somit muss sie eine große Vielfalt von Abfallströmen erkennen und messen können, die mehr oder weniger in Haufen auftreten und je nach Standort innerhalb der Anlage eine sehr unterschiedliche Mischung von Objekten darstellen.

Wertvolle Datenerfassung im Dienste optimierter Betriebsabläufe

Das System generiert automatische Warnmeldungen, die dem Management und den technischen Teams helfen, Zwischenfälle oder gefährliche Vorkommnisse zu verhindern, zu erkennen und Probleme zu lösen. Das Management profitiert von den kontinuierlichen Informationen über Materialien, die in die Anlage hineingelangen, innerhalb von ihr verarbeitet werden und sie verlassen. Sie liefern wertvolle Erkenntnisse. Die technischen Teams werden die Vorteile in Bezug auf den täglichen Betrieb und die Instandhaltung der Anlage erkennen. Die Betreiber können die Parameter ihrer Ausrüstung in Echtzeit anpassen und in einigen Fällen sogar die gesamte Auslegung der Anlage neu gestalten. Auf die gleiche Weise können unerwartete technische Störungen oder Abfälle in der Ausbeute der Anlage sofort erkannt werden, um schnelle Lösungen zu finden. Informationen aus der Vergangenheit und vergleichende Analysen geben Aufschluss über den Betrieb der Anlage und ermöglichen datengestützte Entscheidungen. Die Daten können für öffentliche oder private Nachweiszwecke verwendet werden. „Wir wollten ein System entwickeln, das den über die Fließbänder laufenden Abfall ‚sehen‘ und den Abfallanlagenbetreibern die gleiche Art verwertbarer Informationen liefern kann, wie sie die Fertigungs- und Energieunternehmen bereits erhalten“, erklärt Garnica. „Dank der mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten Technologie zur Abfallerkennung sind wir nun in der Lage, ein viel breiteres Spektrum an Objekten mit viel höheren Erkennungsquoten zu identifizieren, und das sogar unter komplizierteren Bedingungen, etwa wenn Materialien zerbrochen oder zerkleinert sind.“ Zwei Pilotanlagen wurden in Spanien und eine in Portugal installiert. Sie laufen in Abfallbehandlungsanlagen. Mit der Echtzeitüberwachung des von den Anlagen verarbeiteten Abfallstroms wird das System dazu beitragen, zu wirtschaftlicheren, umweltfreundlicheren und besser den Gesetzen entsprechenden Ergebnissen zu gelangen. „Wir sind davon überzeugt, dass RUBSEE einen großen Beitrag zur Verbesserung der Abfallbehandlungsanlagen leisten kann, indem es sie intelligenter und effizienter werden lässt“, beendet Garnica ihre Ausführungen. „Unser Ziel ist es letztlich, in der Abfallwirtschaft modernste technische Verhältnisse einzuführen, damit wir zukünftigen Generationen einen saubereren und nachhaltigeren Planeten vererben können.“

Schlüsselbegriffe

RUBSEE, Abfall, Abfallbehandlung, Abfallbehandlungsanlage, Recycling, Wiederverwertung, Abfallstrom

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