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ScreenCancer Mole Scanner - Easily accessible mole scanning service for early detection of skin cancer.

Projektinformationen

ID Finanzhilfevereinbarung: 877773

  • Startdatum

    1 August 2019

  • Enddatum

    30 November 2019

Finanziert unter:

H2020-EU.3.

H2020-EU.2.3.

H2020-EU.2.1.

  • Gesamtbudget:

    € 71 429

  • EU-Beitrag

    € 50 000

Koordiniert durch:

SCREENCANCER AS

Deutsch DE

Hautkrebsdiagnose per Satellitentechnologie in Sekundenschnelle

Die Kamera eines Wettersatelliten wurde derart umfunktioniert, dass sie maligne Melanome erkennen und von Hautunreinheiten unterscheiden kann.

Gesundheit
© Africa Studio, Shutterstock

„Unsere Aufgabe ist die Rettung von Menschenleben“, erklärt Hans Hekland, Projektleiter von ScreenCancer Mole Spotter (SCMS). Schwerpunkt seines Projekts ist der Kampf gegen Hautkrebs in Europa, der sich aufgrund von Sonneneinstrahlung und Solariennutzung insbesondere bei jungen Menschen häuft. Maligne Melanome sind für 7 % aller Todesfälle durch Hautkrebs verantwortlich. Sie von harmlosen Pigmentflecken oder Sommersprossen zu unterscheiden, ist aber immer noch sehr schwierig. Die einzige Möglichkeit der sicheren und rechtzeitigen Diagnose maligner Melanome ist ein spezielles Instrument, das Dermatoskop. Dennoch sind nur in wenigen Arztpraxen Dermatoskope im Einsatz, und selbst dann wird für die genauere Auswertung der Ergebnisse oft die spezialisierte Dermatologie hinzugezogen. Da die Diagnose von Hautkrebs so schwierig ist, tendieren die Ärztinnen und Ärzte zur Übervorsichtigkeit, sodass in der Dermatologie und Pathologie oft unnötige Zeit vergeudet wird, da harmlose Hautunreinheiten untersucht bzw. gutartiges Gewebe getestet werden muss. Dies wiederum zieht Kapazitäten für die Diagnose von echtem Hautkrebs ab. „Im Vereinigten Königreich etwa muss man sich bei Verdacht auf Hautkrebs nach spätestens zwei Wochen in der Dermatologie vorstellen“, sagt Hekland, der auch Vorstand bei ScreenCancer ist. „Die Übervorsichtigkeit in der Allgemeinmedizin erhöht deutlich die Zahl der Überweisungen, was das Gesundheitssystem belastet und die Wartezeiten für bei heilbaren Hauterkrankungen auf sechs oder mehr Monate verlängert.“ Durch Partnerschaft mit der Apothekenkette Boots bietet ScreenCancer an 300 europaweiten Standorten einen Service zur Analyse von Muttermalen an. Die Dermatoskopaufnahmen werden in die Spezialdermatologie übermittelt, und die betroffene Person erhält die Diagnose schon nach wenigen Tagen per Mobiltelefon. „Das System funktioniert hervorragend und hat sich bewährt“, sagt Hekland, „sodass wir in den letzten Jahren mehr als 100 000 Patientinnen und Patienten untersuchen und eine hohe Anzahl maligner Melanome auffinden konnten.“ Problematisch ist allerdings der Mangel an praktizierenden Dermatologiefachleuten und der Zeitaufwand für die Diagnose jedes Muttermales. Hekland setzt dabei auf Unterstützung durch künstliche Intelligenz, um das zeitaufwändige Unterscheiden zwischen bösartigem Melanom und harmlosem Muttermal zu verkürzen. Mit einer Spezialkamera und optischen Übertragungstechnologie – ursprünglich von der NASA entwickelt, um die Dicke der Polkappen von der Umlaufbahn aus zu überwachen – generierte seine Forschungsgruppe einen Algorithmus, der auch Aufnahmen von auffälligen Muttermale analysieren kann. Die künstliche Intelligenz identifiziert maligne Melanome in 99 % aller Fälle richtig und kann bei gutartigen Hautveränderungen mit einer Richtigkeit von 73 % Entwarnung geben. Die Ergebnisse wurden 2018 im Fachblatt British Journal of Dermatology veröffentlicht. „Allerdings war das für die Studie verwendete Instrument unglaublich teuer“, sagt Hekland. ScreenCancer optimiert nun den Algorithmus, um diese Leistung auch bei dermatoskopischen Aufnahmen zu erzielen. Heklands Schätzungen zufolge liegen die Entwicklungskosten der Software bei rund 5 Mio. EUR. „Hierfür werden normalerweise viele Präbiopsie-Bilder benötigt sowie das Biopsieergebnis selbst, damit der Algorithmus daraus lernen kann“, erklärt er. Mithilfe der EU-Förderung kann sich ScreenCancer nun positionieren, um diese größere Finanzierung zu beantragen. Die Beurteilung durch den Menschen bleibt jedoch auch im Erfolgsfall seines Unternehmens mit der neuen Technologie Kern jeder diagnostischen Untersuchung. „Die Dermatologin soll dadurch nicht ersetzt werden“, sagt Hekland, „allerdings wollen wir deutlich die Zeit verkürzen, die nötig ist, um tödliche Tumoren mit Sicherheit auszuschließen.“

Schlüsselbegriffe

SCMS, ScreenCancer, Krebs, Melanom, bösartig, Muttermal, Haut, Sommersprossen, Satellit, Kamera, Dermatologe, Dermatologin, Bildschirm

Projektinformationen

ID Finanzhilfevereinbarung: 877773

  • Startdatum

    1 August 2019

  • Enddatum

    30 November 2019

Finanziert unter:

H2020-EU.3.

H2020-EU.2.3.

H2020-EU.2.1.

  • Gesamtbudget:

    € 71 429

  • EU-Beitrag

    € 50 000

Koordiniert durch:

SCREENCANCER AS