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DialoguE on European Decarbonisation Strategies

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Das Projekt DEEDS legt branchenübergreifende Argumente für die Dekarbonisierung vor

Während sich die EU vorsichtig auf eine Zeit nach den Ausgangsbeschränkungen zubewegt, ist der europäische Grüne Deal aktueller denn je. Sollen wir ihn zur Seite legen und einfach weitermachen wie bisher oder die Coronavirus-Pandemie als einzigartige Chance ansehen, um eine umweltfreundlichere und widerstandsfähigere Wirtschaft zu gestalten? Noch stehen viele Debatten und Entscheidungen an, doch das Projekt DEEDS leistete schon gewisse Vorarbeiten für Befürwortende des Grünen Deals.

Klimawandel und Umwelt

Die Anstrengungen des Projekts DEEDS (DialoguE on European Decarbonisation Strategies) kreisen hauptsächlich um zwei Ziele: Zusammentragen der besten Kenntnisse über Strategien, Technologien und Innovationen zum Thema Dekarbonisierung sowie Diskussion und Verbreitung dieser Kenntnisse unter Interessengruppen aus Politik, Industrie, Nichtregierungsorganisationen und Forschungszentren. Das Projekt brachte zur Erreichung dieser Ziele ein Netzwerk aus führenden Forschenden zusammen und erstellte eine Wissensdatenbank über Forschungsprojekte, die mit europäischen Dekarbonisierungsstrategien im Zusammenhang stehen. Gemeinsam unterstützten sie die hochrangige Arbeitsgruppe der European Decarbonisation Pathways Initiative (europäischen Initiative für Dekarbonisierungsstrategien) bei der Erstellung ihres Abschlussberichts. Der Bericht setzt dort an, wo das Pariser Übereinkommen aufhört. Er beschreibt die Methoden von Seiten der Forschung und Innovation, mit der die Reduzierung der Treibhausgasemissionen beschleunigt und gefördert werden kann – bei gleichzeitiger Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der EU-Wirtschaft.

Neue Aufgaben und Einbeziehung von Interessengruppen

Obwohl es das Projekt DEEDS schon gab, bevor der europäische Grüne Deal erstmals ausgearbeitet wurde, ist es wegen seines Schwerpunkts auf den Aufbau einer klimafreundlichen Wirtschaft in unserer Zeit besonders relevant. Adriaan Slob, leitender Forscher an der TNO und Projektkoordinator, erklärt: „Wir stehen vor zwei wesentlichen Herausforderungen. Zunächst muss die Vorstellung einer klimaneutralen Gesellschaft noch vollständig angenommen werden, wie wir an den momentanen Diskussionen sehen können. Die Verhältnisse in manchen Mitgliedstaaten sowie die Angst vor den Folgen umweltfreundlicher Maßnahmen erfordern, dass Forschung und Innovation bessere Erkenntnisse über mögliche technologische Strategien erlangen und deren Auswirkungen quantifizieren. Außerdem wissen wir, dass die Gestaltung von Dekarbonisierungsstrategien mit vielen Ungewissheiten fertig werden muss. Die Strategien müssen ständig ausgewertet und mit neuen Erkenntnissen und Entwicklungen verglichen werden.“ Der Bericht der hochrangigen Arbeitsgruppe befasst sich vor allem mit der ersten Herausforderung, indem Empfehlungen für die Dekarbonisierung der europäischen Gesellschaft und Wirtschaft abgegeben werden. Genannt werden unter anderem Energieerzeugung, Mobilität, Industrie, Landwirtschaft, Städte, Umweltschutzfinanzierung sowie (soziale) Innovation und Lebensweise. „Nach der Veröffentlichung des Berichts im November 2018 veränderten sich unsere Aufgaben. Wir diskutierten jedes Kapitel in einem dezidierten Workshop mit wichtigen europäischen Interessengruppen. So konnten wir überprüfen, ob die Argumentation und die Empfehlungen des Kapitels Unterstützung erhielten“, erläutert Slob. „Interessengruppen konnten ihre Ideen einbringen, doch wir bemerkten hauptsächlich eine starke Unterstützung für die Empfehlungen.“

Politische Empfehlungen für eine dekarbonisierte Zukunft

Der Projektabschluss von DEEDS steht im September 2020 bevor. Jetzt arbeitet das Projektteam an Strategiepapieren, die auf dem Bericht der hochrangigen Arbeitsgruppe und den Ergebnissen der Workshops aufbauen. Slob meint, drei von ihnen seien besonders innovativ: „Die Themen soziale Innovation, Städte und Innovation und Finanzierung sind bei Diskussionen über Dekarbonisierungsstrategien normalerweise außen vor. Darüber hinaus brachte auch unser Workshop ‚Wandel zu einer klimaneutralen Gesellschaft – mehr als nur BIP-Indikatoren‘ ein neues Element in die Diskussionen ein.“ Im diesbezüglichen Bericht fordert das Projektkonsortium interessanterweise, dass Kenntnisse für politische Entscheidungen nicht nur auf wirtschaftlichen Indikatoren, sondern auf einem umfassenderen Satz von Indikatoren aufbauen sollten. Das Team legt nahe, dass es durch die Überwachung des Wohlbefindens im weiteren Sinne (Gesundheit, Bildung, Umweltqualität usw.) möglich würde, fundiertere politische Entscheidungen zu treffen und eine stärkere Unterstützung von Bürgerinnen und Bürgern zu erzeugen. Die Ergebnisse und Empfehlungen des Projekts können Regierungen dabei unterstützen, geeignete Forschungs- und Innovationsmaßnahmen auszuwählen, die mit dem Grünen Deal im Einklang stehen. Generell könnten sie ihnen dabei helfen, auf eine widerstandsfähigere, nachhaltigere und wohlhabendere Zukunft hinzuarbeiten – und gleichzeitig den potenziellen negativen Auswirkungen in Gesellschaft und Wirtschaft vorzugreifen und diese zu reduzieren.

Schlüsselbegriffe

DEEDS, Dekarbonisierung, Grüner Deal, Pariser Übereinkommen, Finanzwesen, soziale Innovation, Bürgerinnen und Bürger

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