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Online-Rechner zeigt, wie Sie Europa im Kampf gegen die Erderwärmung unterstützen können

Haben Sie sich auch schon gefragt, was europäische Einzelpersonen, Unternehmen oder Entscheidungstragende tun können, um die EU in ihren Anstrengungen zur Eindämmung der Erderwärmung zu unterstützen? Dann hat EUCalc genau das richtige Werkzeug für Sie. Das intuitive Instrument zur Erkundung von Strategien rechnet alle Faktoren für den Klimawandel mit ein und schlägt dann wirksame Lösungen vor.

Klimawandel und Umwelt

Das Ausmaß der Veränderungen, die notwendig sind, um die Erderwärmung auf deutlich unter 2 °C zu begrenzen, ist schwindelerregend. Eine so große Zahl von Strategien, technologischen Möglichkeiten, Verhaltensänderungen und politischen Reformen, die zur Debatte stehen, macht das Ganze nicht einfacher. Wie wäre es also, wenn wir einfach eine Website besuchen und ein Ziel der Erderwärmung und den aus unserer Sicht gerechten Anteil Europas an den globalen Anstrengungen festlegen könnten, um genau zu erfahren, wie wir dieses Ziel erreichen könnten? So ein Instrument gibt es. Es wurde im Rahmen des EU-finanzierten Projekts EUCalc (EU Calculator: trade-offs and pathways towards sustainable and low-carbon European societies) entwickelt.

Das ist EUCalc, der Rechner für die EU

Das Instrument zur Erkundung von Veränderungsstrategien „Transistion Pathways Explorer“ stellt zunächst einmal zwei einfache, aber entscheidende Fragen. Möchten Sie den Temperaturanstieg bis 2050 auf 1,5 oder 2 °C begrenzen und sollte der Anteil Europas an dieser Last pro Kopf oder aufgrund seines Vermögens errechnet werden? Während die erste Option die Anstrengungen Europas aufgrund seiner Bevölkerung berechnet, kalkuliert die zweite das überdurchschnittliche BIP mit ein, um den gerechten Anteil der Anstrengungen zu ermitteln. Danach können Nutzende auf eine Reihe interaktiver Diagramme zugreifen, welche notwendige Maßnahmen in 60 Bereichen anzeigen. Sie können erfahren, welche globalen Vorzüge in Europa ergriffene Maßnahmen mit sich bringen, und Szenarien einsehen, in denen der Rest der Welt diesem Beispiel folgt bzw. nicht folgt. Außerdem – und das ist für solche Rechner ein Novum – werden die Ergebnisse anhand modernster Treibhauspotenzialberechnungen kalkuliert, um die Emissionen verschiedener Gase miteinzubeziehen und diese hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Klima in CO2-Äquivalente umzurechnen.

Informationen für alle

„Der Vorteil dieses Rechners ist, dass er nicht nur den technologischen Wandel miteinbezieht“, so Jürgen Kropp vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Koordinator des Projekts EUCalc. „Wir wissen, dass der technologische Fortschritt allein nicht ausreicht, um 2050 eine Netto-Null-Bilanz zu erreichen. Daher bezieht EUCalc die Rolle der veränderten Lebensweise systematisch als Beitrag zur Dekarbonisierung Europas mit ein.“ Das Instrument ist für alle Interessengruppen von großem Nutzen, die geeignete Maßnahmen und ihre Auswirkung auf die Erderwärmung näher betrachten möchten. Es generiert Ergebnisse in Echtzeit und reagiert auf das Ambitionsniveau der einzelnen Nutzenden. Nehmen wir einmal an, dass Sie sich das Ziel gesetzt haben, die Agrar- und Lebensmittelbranche zu dekarbonisieren. Mithilfe von EUCalc können Sie verschiedene Ernährungsmuster und Landnutzungsszenarien einsehen, Möglichkeiten der Intensivierung und Extensivierung in Erwägung ziehen, die Vor- und Nachteile jeder Möglichkeit deutlich erkennen und sogar positive und negative Nebeneffekte anderer Entscheidungen, zum Beispiel im Energiesektor, abschätzen. Kropp erklärt: „Dieser Ansatz hilft Akteuren über einseitige (oder sektorale) Sichtweisen zum Problem der Erderwärmung hinauszugehen.“ Um sicherzustellen, dass alle das Modell und die Instrumente nutzen können, gestaltete das Projektteam sie mit mittlerer Komplexität. Außerdem gibt es eine spezielle Version, die jüngere Menschen ansprechen soll. So können Berührungspunkte geschaffen werden, mit denen sich Mitmenschen identifizieren können – wie die Entfernung, die jährlich zurückgelegt wird, die Anzahl der Reisenden in einem Auto, die Anzahl der Stunden, die vor einem Bildschirm verbracht werden, oder die Menge von verschwendeten Lebensmitteln. Gleichzeitig bietet das Instrument eine Arbeitsgrundlage für Entscheidungstragende. Der ersten Gruppe öffnet EUCalc gewissermaßen die Augen. Menschen, die dazu neigen, die Bedeutung individueller Handlungen herunterzuspielen, wird vor Augen geführt, dass ehrgeizige Veränderungen der Lebensweise tatsächlich zu einer Reduzierung der Treibhausgase von 40 % bis 2030 bzw. 60 % bis 2050 führen könnten. Entscheidungstragenden im Wirtschaftsbereich, die für den Klimawandel zuständig sind, bietet das Projekt auch wichtige Denkanstöße. Wir erfahren beispielsweise, dass die Industrie eine 90-prozentige Reduzierung der Treibhausgasemissionen erzielen könnte, wenn sie das gesamte Spektrum der Technologien zur Treibhausgasreduzierung einführen würde, zum Beispiel eine auf Wasserstoff basierende chemische Erzeugung, eine kohlenstoffarme Zementproduktion sowie einen Mix aus erneuerbaren Energien – verglichen mit dem Szenario, dass wir so weitermachen wie bisher. Summa summarum pocht Kropp auf die Bedeutung des Verhaltens der Einzelnen und hofft darauf, dass das Projekt die Erkundung einer breiten Palette von Dekarbonisierungsoptionen ermöglichen wird. „Im Großen und Ganzen würde ich sagen, dass Klimaneutralität nur durch konzertierte Maßnahmen in der gesamten Wirtschaft erreicht werden kann, denn offensichtliche Lösungen in einer Branche können negative Nebeneffekte in anderen Branchen mit sich bringen. Das ist eine der großen Herausforderungen für die Planung einer nachhaltigen Zukunft“, schließt er.

Schlüsselbegriffe

EUCalc, Erderwärmung, Online-Rechner, Erkundung von Strategien, Bürgerinnen und Bürger, Veränderung der Lebensweise, Klimawandel, Dekarbonisierung

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