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Innovation pathways, strategies and policies for the Low-Carbon Transition in Europe

Projektinformationen

ID Finanzhilfevereinbarung: 730403

Status

Laufendes Projekt

  • Startdatum

    1 Dezember 2016

  • Enddatum

    30 November 2020

Finanziert unter:

H2020-EU.3.5.1.

  • Gesamtbudget:

    € 6 345 578,75

  • EU-Beitrag

    € 5 996 716,25

Koordiniert durch:

UNIVERSITY COLLEGE LONDON

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Umfassende, realistische Möglichkeiten zur Dekarbonisierung bis 2050 dank neuer Modelle

Die Ziele des Übereinkommens von Paris einzuhalten, ist schon Herausforderung genug, ohne dass man dafür noch aus zahllosen Möglichkeiten wählen muss. Doch genau damit werden Verantwortliche aus ganz Europa konfrontiert. Das Projekt INNOPATHS soll ihnen helfen, sich für die bestmöglichen Technologien für die Energiewirtschaft der Zukunft zu entscheiden.

Klimawandel und Umwelt
© artjazz, Shutterstock

Seit mehr als drei Jahren modelliert das am Projekt INNOPATHS (Innovation pathways, strategies and policies for the Low-Carbon Transition in Europe) beteiligte Team nun Möglichkeiten, um die Energiewirtschaft zu dekarbonisieren und die entsprechenden wirtschaftlichen Auswirkungen vorherzusagen. Für Verantwortliche sind diese Informationen von unschätzbarem Wert. Sie wissen zwar genau, was zu tun ist, um bis 2050 ganz ohne Treibhausgasemissionen auszukommen. Allerdings könnten die Verantwortlichen schnell mit dem Ausmaß der Herausforderung überfordert sein oder sich weigern, sich einem potenziellen politischen Rückschlag in Bezug auf die Maßnahmen zu stellen, die für die Wählerinnen und Wähler nicht mehr akzeptabel sein könnten. „Natürlich weiß niemand, welche Auswirkungen die Umstellung auf eine CO2-freie Energiewirtschaft haben wird. Wir haben es mit komplexen Zusammenhängen zwischen Veränderungen in der Energiewirtschaft und der Wirtschaft zu tun, und wir wissen auch, dass komplexe Systeme oftmals auf unvorhergesehene und manchmal auch kontraintuitive Art und Weise auf Maßnahmen reagieren“, sagt Paul Ekins, Direktor des Instituts für nachhaltige Rohstoffe am UCL und Koordinator von INNOPATHS. „Modelle können jedoch wertvolle Einblicke in mögliche Reaktionen gewähren. Und genau hier möchte unser Projekt ansetzen, um Wissen zu vertiefen.“ Ekins und sein Team konzentrierten sich auf mehrere Aspekte der Dekarbonisierung. Im Bereich der Energiewirtschaft führten sie eine umfassende Analyse und Bewertung der vorhandenen Technologien, der Veränderungen, die sie im Laufe der Zeit durchleben, und des Ausmaßes der Anpassungen durch, die sie für unser heutiges Energiesystem mit sich bringen. Anschließend wurde der Einfluss auf verschiedene Sektoren wie den Energie-, Industrie-, Verkehrs-, Gebäude- und Landwirtschaftsbereich, aber auch die Rolle des Finanzsektors, die sich bei der Verwirklichung der Dekarbonisierung ergeben, untersucht. Zuletzt beurteilten die Projektmitglieder den Einfluss der Dekarbonisierung auf den Arbeitsmarkt. „Wir wollen die Informationen nun in einem globalen Wirtschaftsmodell zusammenführen. In diesem Modell wird jedes europäische Land separat betrachtet, damit wir detaillierte Einblicke für Europa auf Ebene der Länder, jedoch in einem konsistent modellierten globalen Kontext geben können“, erklärt Ekins.

Auf dem Weg zur Dekarbonisierung

Das Projekt hat nicht nur das Rätsel um die Dekarbonisierungsmaßnahmen und ihre Folgen entschlüsselt, sondern auch die verschiedenen Möglichkeiten oder Szenarien aufgezeigt, über die sich die Emissionsziele bis 2050 erreichen lassen. Das Team konnte insgesamt vier Szenarien erarbeiten. Das erste trägt den Namen „Neue Akteure und Systeme“. Hierbei handelt es sich um ein Szenario mit einer hohen Elektrifizierung und einem hohen Anteil an neuen Generatoren und Prosumenten. Das zweite Szenario, „Erneuerung der etablierten Betreiber“, konzentriert sich auf die Kohlenstoffabscheidung und -speicherung bzw. die Kernenergie, die durch einen neuen politischen Impuls vorangetrieben wird. „Die Energieträger für den Endverbrauch ändern sich dabei kaum, im Gegensatz zum Angebot: Feststoffe, Flüssigkeiten und Gase werden über Bioenergie und Power-to-X bereitgestellt; BECCS (Bioenergie mit CO2-Abscheidung und -Speicherung) kommt großflächig zum Einsatz und Wasserstoff wird in Gasnetze eingespeist, bei denen der Wechsel unproblematisch ist“, so Ekins weiter. Das dritte Szenario dreht sich um „Effizienz und Suffizienz“. Dabei werden eine hohe Effizienz im Gebäudebereich (technisch ausgefeilte Sanierung und Wärmepumpen) und Verkehrssektor (Elektrifizierung), aber auch Veränderungen in der industriellen Nachfrage erreicht. Und im vierten Szenario wird „Europa mit verschiedenen Geschwindigkeiten“ in Verbindung gesetzt. Dabei gibt es in verschiedenen Teilen der EU unterschiedliche Ambitionen sowie verschiedene Arten von Maßnahmen, und die Länder konzentrieren sich auf verschiedene Abschwächungsstrategien. Ekins betont, dass jeder Weg auch mit einer passenden, konsistenten Beschreibung seiner sozialen Dimensionen einhergeht. „Je mehr ich in diesem Bereich arbeite, desto mehr bin ich überzeugt, dass eine vollständige Dekarbonisierung Europas nicht nur möglich ist, sondern auch zu einer von Wohlstand geprägten Gesellschaft führen kann, die gesünder ist und eine höhere Lebensqualität als heute hat. Dazu sind jedoch eine gewisse politische Intervention und ein noch nie dagewesenes öffentliches Verständnis notwendig. Dort sind wir meines Erachtens aber noch nicht“, sagt er. Wenn das Projektteam seine ausführliche Modellierung Ende November 2020 bereitstellt, werden politischen Verantwortlichen und weiteren Interessengruppen viel mehr Informationen als je zuvor zur Verfügung stehen. Aktuell werden neue Werkzeuge entwickelt, die sie dann unterstützen sollen. Dazu zählen i) ein Instrument für die Technologiematrix mit derzeitigen und künftigen, geschätzten Kosten und technologischen Unsicherheiten, ii) ein Rahmenwerk für politische Abwägungen, um die Gestaltung von Maßnahmen zur CO2-Senkung besser nachzuvollziehen, und iii) ein interaktiver Dekarbonisierungssimulator, mit dem Nutzerinnen und Nutzer eine eigene Vision in Bezug auf Dekarbonisierungsszenarien für alle Mitgliedstaaten bis 2050 oder sogar bis 2070 entwickeln können. Hoffentlich wird dieses Wissen ihr Vertrauen in die Schaffung einer CO2-freien Gesellschaft bis 2050 stärken, welche die Vorteile komplett ausschöpft.

Schlüsselbegriffe

INNOPATHS, Dekarbonisierung, Übereinkommen von Paris, Möglichkeiten, Energiewirtschaft, Abschwächung

Projektinformationen

ID Finanzhilfevereinbarung: 730403

Status

Laufendes Projekt

  • Startdatum

    1 Dezember 2016

  • Enddatum

    30 November 2020

Finanziert unter:

H2020-EU.3.5.1.

  • Gesamtbudget:

    € 6 345 578,75

  • EU-Beitrag

    € 5 996 716,25

Koordiniert durch:

UNIVERSITY COLLEGE LONDON

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