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Smart and sensing robotic system for endovascular interventions with haptic feedback

Projektinformationen

ID Finanzhilfevereinbarung: 867739

  • Startdatum

    1 Juli 2019

  • Enddatum

    31 Dezember 2019

Finanziert unter:

H2020-EU.3.

H2020-EU.2.3.

H2020-EU.2.1.

  • Gesamtbudget:

    € 71 429

  • EU-Beitrag

    € 50 000

Koordiniert durch:

UAB INOVATYVI MEDICINA

Deutsch DE

Ein robotischer Katheter mit einem Gefühl für Gefäßchirurgie

Dank eines haptischen Feedbacksystems für Schlüsselloch-Operationen sind medizinische Fachkräfte und Patientinnen und Patienten in sicheren Händen.

Gesundheit
© HAPGuide

Die Gefäßchirurgie birgt gewisse Risiken, nicht nur für die Operierten. Chirurgische Fachkräfte verwenden Röntgenstrahlung, um winzige Katheter durch die Arterien der Operierten zu leiten, wobei sie sich einer erheblichen Strahlungskonzentration aussetzen. „Historisch gesehen starben viele der innovativen Vorreiter auf diesem Gebiet, die besonders viele Eingriffe durchführten, an Krebs“, so Tomas Baltrūnas, Gefäßchirurg an der Universitätsklinik Vilnius in Litauen und Projektleiter von HAPGuide. Die Erkrankten sind diesen Eingriffen vermutlich nur ein- oder zweimal im Leben ausgesetzt. Die chirurgischen Fachkräfte dagegen führen mehrere Operationen täglich durch. Zwar werden Maßnahmen ergriffen, um die Gefährdung der Fachkräfte zu verringern, doch Baltrūnas fügt hinzu: „Letztendlich steht die behandelnde Person immer noch in der Nähe eines Röntgenapparats und nimmt die gesamte schädliche Strahlung in sich auf.“ Chirurgische Technologien, die ferngesteuert werden können, sind eine Lösung, um die Gefährdung zu verringern. „Allgemein werden sie Roboter genannt, weil das schicker ist und besser klingt“, meint Baltrūnas. „In Wirklichkeit wiederholen sie nur die Bewegungen der chirurgischen Fachkraft.“ Bei diesem Verfahren können die Fachkräfte auch ohne die schweren Bleischürzen arbeiten, die oft hinderlich und unbequem sind. Die ferngesteuerten chirurgischen Geräte werden normalerweise über einen Videospiel-Controller und visuelles Feedback bedient, wodurch die medizinische Fachkraft ihren ausgeprägten Tastsinn nicht einsetzen kann. „Man verliert all die Fähigkeiten, die man sich in Tausenden Stunden Übung erarbeitet hat“, erläutert Baltrūnas. Um dieses Problem zu lösen, gründete er Innovative Medicine, ein Start-up, das ein interdisziplinäres Team mit Erfahrung in Medizin, Robotertechnik, Produktgestaltung, Kommerzialisierung und Geschäftsentwicklung zusammenbringt. Ziel ist es, ein Gerät für die Gefäß-Telemedizin mit haptischem Feedback zu entwickeln, das HAPGuide heißen soll. „Wir geben Ärztinnen und Ärzten die Möglichkeit, genau so zu operieren, wie sie es gelernt haben“, fügt Baltrūnas hinzu. Den Kern von HAPGuide macht ein Einwegbehälter aus, der einen speziellen, mit Drucksensoren ausgerüsteten Katheter enthält. Diese übertragen die Kräfte, die auf die Sonde ausgeübt werden, an die Fachkraft, die das Gerät über eine Fernbedienung steuert, damit sie sich durch das Gefäßsystem hindurchfühlen kann. Das System ist mit standardmäßigen endovaskulären Instrumenten kompatibel, wodurch keine kostspieligen eigens entwickelten Katheter benötigt werden. Neben der spezialisierten Sonde enthält das HAPGuide-Paket Führungsgeräte, Schulungssoftware und jährliche Wartung. In der EU und den Vereinigten Staaten werden jedes Jahr mehr als 5,5 Mio. Schlüsselloch-Operationen für Erkrankungen wie Arteriosklerose durchgeführt. Für HAPGuide bedeutet das Geschäftsmöglichkeiten im Wert von 4 Mrd. EUR. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Geräte in anderen Gebieten der Medizin, wie zum Beispiel der Gehirnchirurgie, einzusetzen. Baltrūnas berichtet, dass sich HAPGuide noch in der Entwicklung befindet und voraussichtlich in etwa zwei Jahren zertifiziert wird. Für die Zukunft hofft er darauf, das Gerät für die Verwendung in der Telemedizin weiterzuentwickeln und teilweise automatisierte Funktionen mittels maschinellem Lernen zu erstellen. „Ich arbeite noch immer intensiv als Gefäßchirurg“, schließt Baltrūnas. „Der Gedanke dahinter ist, dass ich in diesem Bereich tätig bin und so ein Gefühl dafür habe, was chirurgische Fachkräfte am meisten benötigen. Ich will kein schickes Instrument oder Spielzeug entwickeln, sondern Lücken schließen, wo der Bedarf am größten ist.“

Schlüsselbegriffe

HAPGuide, Schlüsselloch-Operation, Robotertechnik, Strahlung, haptisch, Feedback, Katheter, Arteriosklerose

Projektinformationen

ID Finanzhilfevereinbarung: 867739

  • Startdatum

    1 Juli 2019

  • Enddatum

    31 Dezember 2019

Finanziert unter:

H2020-EU.3.

H2020-EU.2.3.

H2020-EU.2.1.

  • Gesamtbudget:

    € 71 429

  • EU-Beitrag

    € 50 000

Koordiniert durch:

UAB INOVATYVI MEDICINA