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Innovative Lösungen senken die erforderlichen Investitionen für Gebäude mit einer besseren Energieeffizienz

Aufgrund des globalen Klimawandels und der wachsenden Bevölkerung steigt der Energiebedarf von Gebäuden – und Initiativen zur Verringerung der Auswirkungen sind auf dem Vormarsch. Technische Lösungen, die die Kosten von Niedrigstenergiegebäuden senken, sollen Ländern helfen, auf diesen Zug aufzuspringen.

Energie

Heizung und Kühlung – Reaktionen auf extreme Wetterbedingungen – sowie der steigende Strombedarf menschlicher Aktivitäten führten 2018 zu einem historischen Rekordhoch gebäudebezogener Emissionen. Die Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden der EU siehtden Bau von Niedrigstenergiegebäuden vor. Während sich die Normen in verschiedenen Ländern unterscheiden, liegt der Schwerpunkt bei Niedrigstenergiegebäuden auf einer verbesserten Energieeffizienz und einer höheren Nutzung von erneuerbaren Energien. Führende nationale Forschungsinstitute auf dem Gebiet der Energieeffizienz schlossen sich mit innovativen Wohnbaugesellschaften zusammen, um die Investitionskosten für die Planung und den Bau von Niedrigstenergiegebäuden zu senken. Ihr EU-finanziertes Projekt CoNZEBs ermittelte mehrere Lösungspakete, die auf vier Länder zugeschnitten sind. Ziel ist es, die Marktakzeptanz energieeffizienter Technologien für Gebäude in jedem dieser Länder zu steigern.

Vier Länder und Energie, Zeit und Geld im Mittelpunkt

Das Team von CoNZEBs begann seine Forschung in den Partnerländern Dänemark, Deutschland, Italien und Slowenien, wo es die Investitionskosten verschiedener Mehrfamilienhäuser (herkömmliche Gebäude, Niedrigstenergiegebäude und Gebäude, welche die Anforderungen von Niedrigstenergiegebäuden übertreffen) verglich. In Deutschland sind Niedrigstenergiegebäude pro Quadratmeter 45 EUR teurer als herkömmliche Gebäude, in Italien sind es bis zu 229 EUR. Diese Unterschiede entstehen unter anderem durch die verschiedenen Anforderungen an die Energieeffizienz, die Definitionen für Niedrigstenergiegebäude und die Kosten für die Technologie in den einzelnen Ländern. Projektkoordinatorin Heike Erhorn-Kluttig vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik erklärt: „Daraufhin analysierten wir die statistischen Kostenangaben sowie eine Umfrage mit Planungs- und Bauunternehmen, um Technologien und Methoden zu finden, mit denen durch eine Verringerung der Planungs- und Bauzeit die Kosten gesenkt werden können. Diese umfassen große Baublöcke oder Vorfertigungs- und Projektmanagementlösungen wie die Modellierung von Bauinformationen, ein digitales Instrument für eine zentrale, integrierte Planung, die Planung von Anlagen und die Zusammenarbeit über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes hinweg.“

Individuelle Lösungen auf einer gemeinsamen Grundlage

Das Projekt entwickelte mindestens vier technische Lösungspakete für jedes Land, welche die Investitionskosten für Niedrigstenergiegebäude senkten. Obwohl sie sich je nach Land unterschieden, konnten gewisse Ähnlichkeiten gefunden werden. Isolierstoffe mit niedrigerer Wärmeleitfähigkeit ermöglichen den Bau dünnerer Wände und besser vermietbarer – und profitablerer – Wohnräume. Heiz- und Warmwasserbereitungssysteme mit höherer Effizienz, die weniger Isolierstoff in der Gebäudehülle erfordern, sind weitere wichtige Bereiche, die eine Kostensenkung ermöglichen. Erhorn-Kluttig weiter: „Unser Ziel war es, Lösungspakete zu entwickeln, die die Lücke in den Investitionskosten zwischen herkömmlichen und Niedrigstenergiegebäuden um etwa 60 % verkleinern. In manchen Ländern schlossen wir die Lücke vollständig und ermittelten sogar Lösungspakete für Niedrigstenergiegebäude mit geringeren Investitionskosten als herkömmliche Gebäude.“ Die Ökobilanz ergab, dass manche Lösungen auch mit einem geringeren Treibhauspotenzial, einschließlich grauer Energie, einhergehen.

Blick in die Zukunft

Eine Hochrechnung bis 2030 zeigte, dass manche Länder die Zukunft der Bedeutungsfaktoren wie Primärenergiefaktoren, Energiepreise und Kosten für Technologien noch nicht untersucht hatten. Dank der engen Zusammenarbeit mit politisch Verantwortlichen durch nationale Beratungsgruppen stieß CoNZEBs Diskussionen und erste Studien in diesen Ländern an. Die Endergebnisse zeigten, dass elektrisch betriebene Konzepte für Niedrigstenergiegebäude und Konzepte, die über die Anforderungen für Niedrigstenergiegebäude hinausgehen, in Zukunft attraktiver werden. Erhorn-Kluttig schließt: „CoNZEBs zeigte, dass Niedrigstenergiegebäude mit nur etwas höheren Investitionskosten als herkömmliche Gebäude gebaut werden können. Außerdem sind interessante technische Lösungspakete verfügbar, die umweltfreundlicher sind und gegenüber herkömmlichen Gebäuden sogar eine Kosteneinsparung mit sich bringen.“ Die Projektergebnisse könnten zu einer breiteren Akzeptanz neuer Niedrigstenergiegebäude und so zu den Zielen der EU für energieeffiziente Gebäude beitragen.

Schlüsselbegriffe

CoNZEBs, Niedrigstenergiegebäude, Gebäude, Energie, Investitionskosten, Bau, Isolierstoff, technische Lösung, Heizung, Wärmeleitfähigkeit, Warmwasserbereitung, Gebäudehülle, Ökobilanz

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