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Bessere Kommunikation stärkt Vertrauen in Wissenschaft und Innovation

Ein EU-finanziertes Projekt hat Muster auf Twitter und in Internetsuchen im Zusammenhang mit der COVID-19-Krise untersucht und herausgefunden, dass das Thema Falschinformation in allen in die Studie einbezogenen Ländern stets allgegenwärtig war.

Gesellschaft

Coronavirus, COVID-19, #corona? Seit März 2020 sind in den Nachrichtenagenturen, in Internetsuchen und auf YouTube ununterbrochen diese Begriffe und Hashtags im Umlauf. Aber wann genau trat das als „viral werden“ bekannte digitale Phänomen ein, d. h., ab wann stellten die Nachrichten und Informationen über die Coronavirus-Pandemie alle anderen Themen in den Schatten? Das EU-finanzierte Projekt TRESCA (Trustworthy, Reliable and Engaging Scientific Communication Approaches) widmete sich der Beantwortung von genau dieser Frage. Festgestellt wurde, dass sich die öffentliche Aufmerksamkeit in verschiedenen EU-Ländern ab März, als die COVID-19-Fallzahlen in Ländern wie Italien und Spanien exponentiell anstiegen, den Themen rund um das Coronavirus zuwandte. „Im Rahmen der TRESCA-Forschungsaktivitäten haben wir genau beobachtet, was in acht europäischen Ländern, nämlich in Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien, Ungarn, den Niederlanden, Österreich und Polen geschah, und wie sich COVID-19 auf das Leben der Menschen auswirkte“, heißt es in einem Blog-Beitrag auf der Projektwebsite. „Bei der Betrachtung der Trends in den Internetsuchen von Januar bis Mai 2020 können wir feststellen, dass im Februar 2020 nur ein paar Leute etwas über COVID-19 wussten. Die meisten von uns wurden erst im März darauf aufmerksam, als die Zahl der Fälle in Ländern wie zum Beispiel Italien oder Spanien exponentiell zu wachsen begann. In Italien etwa war um den 24. Februar 2020 herum das Interesse der Medien am Coronavirus extrem groß. Ähnliche Aufmerksamkeit wurde ihm in Spanien, Frankreich und Deutschland in der Zeit um den 9. März 2020 zuteil.“ Außerdem bezogen sich der an der Studie arbeitenden Forschungsgruppe zufolge die Twitter-Beiträge hauptsächlich auf die in Fernsehsendungen und Unterhaltungsprogrammen behandelten Themen. „Die Kontroversen rund um die Reaktionen auf die COVID-19-Pandemie ließen außerdem das Interesse an der Wissenschaftskommunikation dienenden Programmen steigen.“ Was Spanien anbelangt, so heben die Forschenden auch andere im Trend liegende Hashtags hervor. „Neben ‚COVID‘ und ‚Madrid‘, der spanischen Stadt mit der höchsten Zahl an COVID-19-Fällen, erhielten Unterhaltungssendungen wie ‚#MasterChef‘ und Talk-Shows, in denen über die Pandemie gesprochen wurde, die größte Aufmerksamkeit.“ Laut derselben Studie waren im Fall von Frankreich „#Isolation und #Lockerungsmaßnahmen sowie das Coronavirus (#covid) ganz heiße Themen.“ Außerdem sei häufig über verschiedene lokale und internationale Persönlichkeiten diskutiert worden. „Der Hashtag #Trump taucht tatsächlich in vielen Twitter-Universen vieler der von TRESCA analysierten Länder auf.“

Ähnlichkeiten und Unterschiede

Die Forschenden stellen fest, dass es gemäß ihrer Analyse von Mitte März bis Mitte Mai „viele Ähnlichkeiten und einige Unterschiede zwischen den Twitter-Universen der im Rahmen von TRESCA analysierten Länder gab. Ganz eindeutig war COVID-19 in allen acht erforschten Ländern ein heißes und vielfältig erörtertes Thema, so dass es nicht nur in den Nachrichten und bei den staatlichen Sendern Gegenstand von Diskussionen war, sondern auch in allgemeineren und der Unterhaltung dienenden Kanälen darüber berichtet wurde.“ In dem Wissen, „wie schnell Fake News und Fehlinformationen über soziale Medien und Kommunikationsmittel wie etwa WhatsApp verbreitet werden können“, fügen sie hinzu, dass sich „... TRESCA als nächstes mit den relevanten Faktoren befassen wird, welche die Wahrnehmung der Wissenschaftskommunikation in der Öffentlichkeit [prägen].“ Das Projekt TRESCA, das noch bis April 2022 läuft, „zielt darauf ab, durch innovative Veränderungen der Kommunikationspraktiken von Personen aus der wissenschaftlichen Forschung, dem Journalismus und dem Bereich der politischen Entscheidungen Vertrauen in die Wissenschaft zu entwickeln“, wie auf der Projektwebsite erklärt wird. „Drei wichtige gesellschaftliche Entwicklungen stehen im Mittelpunkt von TRESCA: Falschinformationen und digitale Sicherheit, Umwelthygiene sowie Automatisierung und die Zukunft der fachlichen Kompetenz und der Arbeitswelt.“ Weitere Informationen: TRESCA-Projektwebsite

Schlüsselbegriffe

TRESCA, COVID-19, Coronavirus, Twitter, Falschinformation, Fehlinformation, falsche Berichterstattung

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