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Aerial Transport for Remote Areas

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Drohnen liefern frische Lebensmittel an entlegene Speiselokale

Lieferungen von und zu abgelegenen Standorten können sich als schwierig und kostspielig erweisen. Beispielsweise können manche Berghütten und andere Einrichtungen in den Alpen nicht mit Fahrzeugen erreicht werden; sie sind auf Hubschrauber angewiesen, welche teuer und ineffizient sind.

Verkehr und Mobilität

Verkehrsmittel sind entweder erschwinglich oder flexibel – aber niemals beides. Flexibilität ist ein ausschlaggebender Faktor dafür, wie der Transport bei fehlender Infrastruktur wie Straßen, Eisenbahnstrecken oder Flugplätzen bewältigt wird. Hubschrauber sind kostenintensive, jedoch zugleich die flexibelsten Beförderungsmittel, da sie entlegene Gebiete auch ohne Verkehrsinfrastruktur leicht erreichen können. Lastwagen, die günstigste Art des Gütertransports, besitzen die geringste Flexibilität, da sie Orte ohne Straßenzugang nicht erreichen können. Dies lässt sich durch die Verwendung einer Kombination aus einem Lastwagen und einer Lastendrohne lösen. Der Lastwagen transportiert sowohl die Drohne als auch die Ladung, während die Drohne die Lieferung bis an die Haustür übernimmt. Auf diese Weise können die Erschwinglichkeit des Lastwagens und die Anpassungsfähigkeit des Hubschraubers zu einer günstigeren, effektiveren Dienstleistung verbunden werden.

Leicht transportierbar

Das EU-finanzierte Projekt ATRA (Aerial Transport in Remote Areas) wandte diesen Ansatz an, indem es einen auf Drohnen gestützten Warenlieferdienst schuf. „Wir entwickelten unsere eigene Multikopter-Drohne, die FB3, welche sich auf kommerzielle Nutzlasten konzentriert, um Berghütten und Restaurants an schwer zugänglichen Orten mit frischen Lebensmitteln zu versorgen“, erklärt Moritz Moroder, Projektkoordinator und Geschäftsführer des italienischen KMU FlyingBasket. Die Brüder Moritz und Matthias Moroder kamen zum ersten Mal auf die Idee, eine Drohne zu benutzen, als sie bei einer Wanderung in den Dolomiten einen Hubschrauber bemerkten, der Lebensmittel anlieferte. „In den darauffolgenden Jahren haben wir Prototyp-Drohnen gebaut und in einem gebirgigen Gebiet getestet, wo die Wetterbedingungen äußerst herausfordernd sein können“, erläutert er weiter. ATRA-Forschende arbeiteten an der Konstruktion, der Produktion, dem Betrieb und der Instandhaltung des ferngesteuerten FB3 und seiner Kontrollstation, um Luftbeförderungsdienste mit Nutzlasten von bis zu 100 kg anzubieten. Um die Nutzungsfreundlichkeit und Effizienz zu verbessern, wurde der FB3 so konstruiert, dass er in einen Lastwagen passt, welcher sowohl die Güter als auch die Drohne zum nächstgelegenen Zugangsort für die Lieferung transportiert.

Umweltfreundlich

Die Drohne fällt in die Kategorie der senkrecht startenden und landenden unbemannten Flugsysteme und hat ein maximales Startgewicht von 160 kg und eine Reichweite von 6 km. „Unser Multikopter verwendet ein rein elektrisches Antriebssystem sowie Batterien zur Energiespeicherung. Dies resultiert in einer geringen Geräuschentwicklung, keinen Abgasen und der Umwandlung von Batterieenergie in Antriebskraft mit einem Wirkungsgrad von über 80 %“, beobachtet Matthias Moroder. Das Team führte auch eine Machbarkeitsstudie durch, um den Markt besser zu verstehen: sie fanden heraus, dass Restaurants in schwer zugänglichen Gebieten mit frischen Lebensmitteln beliefert werden müssen. Sie organisierten Demonstrationsflüge für Unternehmen und Einrichtungen anderer vielversprechender Branchen wie Energie, Landwirtschaft und Forstwirtschaft. Darüber hinaus untersuchten die Forschenden die wirtschaftliche Realisierbarkeit, was zu einem neuen Betriebs- und Geschäftsplan führte. „Das Projekt ATRA half uns dabei, unsere Geschäftsidee klar zu definieren und einen Markt zu ermitteln, in dem wir sofort starten können und der Skalierungspotenzial aufweist“, betont Moritz Moroder.

Schlüsselbegriffe

ATRA, Drohne, Verkehr, Lastwagen, Multikopter, Nutzlast, Flexibilität, Senkrechtstart und -landung, unbemannte Flugsysteme, Prototyp-Drohnen

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