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Die Schaffung von Raum für Natur in Städten macht sie gesünder, resilienter und nachhaltiger

Die Erwärmung ist global, aber das Engagement auf lokaler Ebene könnte den größten Einfluss nehmen. Das EU-finanzierte Projekt GROW GREEN unterstützt Städte durch die Integration naturbasierter Lösungen in ihre Planung, Entwicklung und Verwaltung bei langfristigen Veränderungen.

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Heute beträgt die Weltbevölkerung etwa 7,8 Milliarden Menschen. In den nächsten 30 Jahren wird diese Zahl voraussichtlich um weitere 2 Milliarden steigen. Nach den jüngsten UN-Vorhersagen wird sich die Menschheit zu einer weitgehend urbanen Spezies entwickeln: Bis zur Mitte des Jahrhunderts werden voraussichtlich zwei von drei Menschen in Städten oder anderen urbanen Zentren leben. Wenn diese Verstädterung im großen Maßstab anhält, könnte dies die Möglichkeit der Städte beeinträchtigen, umweltfreundlich und wirtschaftlich erfolgreich bleiben zu können. GROW GREEN arbeitet an diesen Herausforderungen und an den Chancen für Stadtgebiete. Dabei ist beabsichtigt, die Vorteile aufzuzeigen, die qualitativ hochwertige Grünflächen und Wasserwege für Stadtlandschaften bieten können. „GROW GREEN soll nachweisen, dass die Städte, die naturbasierte Lösungen in ihre Infrastruktur integrieren, besser mit den negativen Auswirkungen des Klimawandels zurecht kommen werden. Es sind außerdem glücklichere, gesündere und wohlhabendere Orte mit hohem sozialen Zusammenhalt und sie werden zur Steigerung der biologischen Vielfalt beitragen“, stellt Projektkoordinatorin Michelle Oddy fest. Das Projekt testet diese Hypothese in drei europäischen Pionierstädten: Manchester, Valencia und Wrocław (Breslau). Jede Stadt ist mit einer „Follower City“ verbunden, die von der strategischen Umsetzung und den Geschäftsmodellen der Pioniere lernen kann.

Pilotprojekte zeigen, wie sich Natur und Städte ergänzen können

Die derzeit entwickelten grünen Lösungen werden voraussichtlich messbare Verbesserungen für die Klima- und Wasserresilienz sowie bei den sozialen, ökologischen und ökonomischen Leistungen ergeben. Mit GROW GREEN werden die Bewohner von West Gorton in Manchester (Vereinigtes Königreich) dabei unterstützt, ihr Gebiet in einen vorbildlichen grünen Bezirk mit Bäumen, Sträuchern, Gemeinschaftsbeeten (Baumgruben mit Biorückhalt, in denen Wasser abgeführt wird), durchlässigem Bürgersteig (der das abfließende Wasser filtert) und kleinen Bächen zu verwandeln. Ein neuer Park wird zu einem Gemeindemittelpunkt und bietet die dringend benötigten hochwertigen Grünräume für Anwohnerschaft und Besucherinnen und Besucher für Entspannung, Sport und Freizeit. Valencia (Spanien) erlebt mit diesem Projekt eine große Veränderung. Der Stadtrat hat in einer der öffentlichen Schulen einen vertikalen Garten angelegt, um die Temperatursteuerung und die Schalldämmung zu verbessern. Abwasser aus Waschbecken und Duschen wird in einem Tank am unteren Ende der „grünen“ Wand gesammelt und zur Bewässerung des Schulgartens wiederverwendet. Ein kleiner nachhaltiger Wald, der CO2-Emissionen ausgleicht und als Lebensraum für die lokale Fauna dient, soll ebenfalls angelegt werden. Zusätzlich wird ein neuer grüner Fußgängerkorridor (Lauben, schattige Bäume, Springbrunnen usw.) die Verbindungen zwischen den Grünflächen in der Nachbarschaft aufwerten. Der Korridor und spezielle durchlässige Fußwegbeläge im Wald senken außerdem die Geschwindigkeit, mit der das Wasser in die Kanalisation fließt. Außerdem wird durch eine detaillierte Überwachung eines neu angebrachten Gründachs in Valencia ermittelt, wie es zur Senkung der Innentemperaturen und in der Folge zu einem geringeren Energieverbrauch beigetragen hat. In Breslau (Polen) wurden unansehnliche und wenig genutzte Innenhöfe für die umliegenden Wohnblöcke zu Gemeinschaftsgärten umgewandelt. Sobald die Vorzeigeprojekte von GROW GREEN abgeschlossen sind, wird mit der Arbeit an einem Überwachungsplan für die Zeit nach dem Bau begonnen. Außerdem wird die Einführung des „Green Cities Framework“ geplant, mit dem andere Städte in der Welt dabei unterstützt werden sollen, naturbasierte Strategien zu entwickeln und umzusetzen und dabei erfolgreiche Ansätze zu übernehmen. Für die Arbeit an naturbasierten Lösungen sind Partnerschaften und Kooperationen zwischen den vielen beteiligten städtischen Behörden und externen Interessengruppen erforderlich. Zu diesem Zweck bindet GROW GREEN kommunale Behörden mit ein. GOW GREEN hat ein Kompendium naturbasierter und grauer Lösungen für gemeinsame Herausforderungen in Bezug auf Klima und Wasserbewirtschaftung in Städten herausgegeben. In Zusammenarbeit mit anderen H2020-Projekten zu naturbasierten Lösungen wurde in diesem Projekt ein Bericht erstellt, der einen Überblick über die Finanzierungsansätze enthält, die zur Bereitstellung grüner Infrastruktur und naturbasierter Lösungen für die Wasser- und Klimaanpassung in Städten eingesetzt werden.

Schlüsselbegriffe

GROW GREEN, Städte, naturbasierte Lösungen, Grünfläche, durchlässiger Bürgersteig

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