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AtlantOS – auf dem Weg zu einem integrierten atlantikweiten Beobachtungssystem

Das Projekt AtlantOS hat Interessengruppen an einen Tisch gebracht, um ein integriertes Beobachtungssystem für den Atlantischen Ozean zu entwickeln. Für die Umsetzung dieses Ziels ist mehr Zeit erforderlich, doch das Projekt führte bereits zu Verbesserungen bei der Zusammenarbeit, der Innovation und der Integration bestehender Aktivitäten.

Klimawandel und Umwelt

Der für den Handel und die Fischerei so bedeutende Atlantik ist eine der wichtigsten Schutzbarrieren der Natur gegen den Klimawandel. Doch obwohl sämtliche Erkenntnisse auf eine beschleunigte Erwärmung, eine zunehmende Versauerung und eine verlangsamte Meereszirkulation hinweisen, werden Initiativen zur Überwachung dieser Veränderungen und zur Vorhersage der diesbezüglichen Auswirkungen weiterhin nur punktuell durchgeführt. Ein vollständig integriertes Beobachtungssystem für den Atlantik ist von gesellschaftlichem, wirtschaftlichem und wissenschaftlichem Nutzen. Genau dieses Ziel hatte das Konsortium AtlantOS (Optimizing and Enhancing the Integrated Atlantic Ocean Observing System) im Auge. „Wir wollten mit diesem Projekt zu einer verbesserten Beobachtung des Atlantiks gelangen. Dazu verwendeten wir das Rahmenwerk zur Ozeanbeobachtung – eine Betrachtung effektiver Praktiken auf Systemebene, mittels derer Anforderungen festgelegt, Beobachtungsnetzwerke koordiniert und nachhaltige Informationsprodukte erstellt werden können“, erläutert AtlantOS-Koordinator Martin Visbeck vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. „Wir wollten ein internationales System schaffen, das eine bessere Nachhaltigkeit, Effizienz, Integration und Zweckdienlichkeit bietet.“ Dies war jedoch keine leichte Aufgabe. Um ihre Vision in die Wirklichkeit umzusetzen, mussten die Projektpartner sämtliche Einzelheiten eines praxistauglichen Systems in ihre Überlegungen einbeziehen. Über einen Zeitraum von viereinhalb Jahren führte das Konsortium eine eingehende Untersuchung zu allen Aspekten der Ozeanbeobachtung durch. Die Partner analysierten gegenwärtige Kapazitäten und Lücken in Bezug auf die drei Hauptbestandteile – d. h. die physikalischen, biogeochemischen und biologischen Aspekte der Ozeanbeobachtung – und bereiteten den Weg für technische Fortschritte und neue Entwicklungen, etwa auf dem Gebiet der Sensoren. „Dank der engagierten Arbeit des gesamten Teams können wir sagen, dass es im Jahr 2019 deutlich besser um die Beobachtung, die Koordination und die Zusammenarbeit im Atlantik bestellt ist als noch 2015. Darüber hinaus dienen die Verbesserungen in diesen Bereichen wie auch im Datenmanagement als Inspiration für weitere Initiativen anderswo auf der Welt“, merkt Visbeck an.

Mit vereinten Kräften

Dass alle Interessengruppen aus der Ozeanbeobachtung im gesamten Atlantik teilnahmen, insgesamt 62 Partner in 18 Ländern, stellt möglicherweise die größte Errungenschaft des Projekts dar und war entscheidend für seinen Erfolg. Trine Dale vom norwegischen Institut für Wasserforschung steuerte verschiedene Einblicke zu dem Projekt bei. Diese umfassten die norwegische Aquakultur, Anforderungen der Industrie an die Offshore-Aquakultur sowie die Beobachtung schädlicher Algenblüten. Aus der von ihr und anderen Projektpartnern geleisteten Arbeit gingen ein neues Instrument zur Entscheidungsunterstützung bei der Standortwahl für die Offshore-Aquakultur sowie Bulletins zur schädlichen Algenblüte in mehreren EU-Ländern hervor. „Die Ergebnisse des Projekts wurden weitreichend dokumentiert: in Datensätzen, Protokollen, Strategiepapieren, Broschüren, Informationsblättern, Postern, Videos und wissenschaftlichen Beiträgen“, fügt Visbeck hinzu. „Durch unsere Arbeit verbesserten sich unter anderem die Raum- und Parameterabdeckung, die Lückenlosigkeit in Bezug auf das Ozeanbecken, die Qualität, die Verbindlichkeit und der Zugriff auf Daten. Zudem konnten wir das Engagement verschiedener Interessengruppen steigern, darunter Agenturen, die Informationsprodukte zum Thema Ozeane entwickeln, der Privatsektor, die Ozean- und Klimaforschung, Nichtregierungsorganisationen, Akteure im Bildungswesen sowie jene, die sich beruflich mit der Wissenserweiterung auf dem Gebiet der Ozeane befassen.“ Partner wie Caroline Cusack vom staatlichen Meeresforschungsinstitut in Irland hoffen, dass AtlantOS künftig als System im gesamten Atlantikraum eingesetzt werden kann und diesbezügliche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten weiter fortgesetzt werden. Das Konsortium tut bereits sein Möglichstes, um die Dynamik des Projekts aufrechtzuerhalten. Dazu verfolgt es eine hochrangige Strategie für AtlantOS und entwickelt eine Leitungsstruktur. Es trug aktiv zu der im Rahmen einer dekadischen Konferenzreihe stattfindenden OceanObs Conference im September 2019 in Hawaii bei. Dank AtlantOS gelang es, Gemeinschaften im Bereich der Ozeanbeobachtung zusammenzuführen, die zuvor weitgehend unabhängig voneinander gearbeitet hatten. Visbeck ist davon überzeugt, dass sich das Projekt auch für bestehende EU-Informationsdienste wie den Copernicus-Dienst zur Überwachung der Meeresumwelt und das Europäische Meeresbeobachtungs- und Datennetzwerk als hilfreich erwies. Ein Vermächtnis des AtlantOS-Projekts ist das AtlantOS-Programm für ein atlantikweites Beobachtungssystem, das 2019 im Rahmen eines hochrangigen Symposiums in Paris offiziell gestartet wurde.

Schlüsselbegriffe

AtlantOS, Atlantischer Ozean, Atlantik, Beobachtungssystem, ozeanbeckenweites System

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