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Turning Disabilities into New Possibilities with the Easiest-to-Use Myoelectric Hand Prothesis in the World

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Invalidität als Chance für Innovation

Eine hochmoderne bionische Handprothese könnte künftig nach Amputation der oberen Extremitäten eine nutzerfreundliche Lösung zum Greifen und Halten von Gegenständen sein.

Gesundheit

Schätzungen zufolge sind weltweit fast 3 Millionen Menschen auf Armprothesen angewiesen. Da Hightech-Prothesen aber sehr teuer sind, kann sich die überwiegende Mehrheit der Amputierten nur Modelle leisten, deren Bewegungsbereich begrenzt ist und die in der Regel nach 3 bis 5 Jahren ersetzt werden müssen. Mit dem EU-finanzierten Projekt Adam‘s Hand, das eine bionische Handprothese auf neuestem technischen Stand entwickelt, könnte sich dies jedoch bald ändern. „Wir haben uns zur Aufgabe gemacht, innovative Technologien in die Praxis umzusetzen. Eine körperliche Beeinträchtigung könnte so den Anstoß für neue Entwicklungen liefern“, sagt Giovanni Antonio Zappatore, Gründer und Geschäftsführer von BionIT Labs, einem in Süditalien ansässigen Unternehmen für Medizintechnik und Hauptpartner des Projekts. „‘Adams Hand’ wird dazu beitragen, nach einer Amputation der oberen Extremitäten die Lebensqualität zu verbessern und damit die gesellschaftliche Teilhabe für Betroffene und Angehörige zu stärken.“

Technologischer Durchbruch

„Adams Hand“ ist eine bionische Handprothese mit einer bahnbrechenden Technologie. Bisher arbeiteten bionische Geräte mit fünf oder sechs Motoren – im Gegensatz zu „Adams Hand“, die nur noch einen Motor hat. Dies begründet den größten Vorteil des Gerätes gegenüber den Vorgängern: Anwender müssen keinen vorgegebenen Greifalgorithmus mehr auswählen, sondern nur noch entscheiden, ob die Hand geöffnet oder geschlossen werden soll. Dann wählt das Gerät automatisch den für den Gegenstand passenden Greifalgorithmus aus. „Da bei dem Gerät keine ständige Sichtkontrolle mehr nötig ist, um Gegenstände zu greifen, lässt es sich intuitiv und äußerst einfach bedienen“, erklärt Zappatore. „Zudem verteilt der adaptive Mechanismus die Greifkraft gleichmäßiger auf die Finger und verhindert so ein Abrutschen.“ Schließlich zeichnet sich das Gerät dadurch aus, dass es sehr viel leichter, kompakter und leiser ist als bisherige bionische Geräte, und die Kosten liegen nur noch bei einem Drittel des Preises.

Bereit für den Markt

Unterstützt durch die EU-Fördermittel definierte BionIT Labs die technischen Spezifikationen der Vorlaufserie von „Adams Hand“, veranlasste eine detaillierte Wettbewerbsanalyse, meldete Patentschutz an und erstellte für jedes Zielland einen Plan zur Markteinführung unter Berücksichtigung aller gesetzlichen Regelungen und Vorschriften für das Gerät. Im Rahmen des EU-finanzierten Projekts konnte BionIT Labs auch die Forschungsgruppe verstärken und erfahrene Mitarbeiter einstellen. „Mit den EU-Mitteln versteht unsere Forschungsgruppe nun den Kontext ihres Tätigkeitsbereichs besser und könnte die Fertigung von Prothesen fortan revolutionieren“, schließt Zappatore. „Das Projekt hat uns auch geholfen, die Marke bekannt zu machen und Vertrauen bei unseren Interessenvertretern aufzubauen.“ „Adams Hand“ hat die CE-Zertifizierung beantragt und bereitet die Markteinführung für die EU vor. Offiziell der Öffentlichkeit präsentieren wird BionIT Labs das Gerät auf der OTWorld 2020, einer weltweit führenden Messe für Orthopädie-, Prothetik- und Rehabilitationstechnologien.

Schlüsselbegriffe

Adams Hand, Behinderung, Bionik, Prothetik, Amputierte, BionIT Labs, Medizinprodukt

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