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Organischer Dünger mit Vorteilen für die Umwelt – und den landwirtschaftlichen Ertrag

Ein neuer organischer Dünger auf Stickstoffbasis trifft mit Umweltverträglichkeit ohne Einschränkung der Ertragsgröße genau ins Schwarze.

Lebensmittel und natürliche Ressourcen

Die Weltbevölkerung wird die 10 Milliarden schätzungsweise 2050 überschreiten. Dadurch wird Ernährungssicherung zu einer der größten Herausforderungen des Jahrhunderts. Um so viele Menschen zu ernähren, muss die Landwirtschaft die Erträge enorm erhöhen – aber wie? Zum einen gibt es künstliche Düngemittel. Diese Düngemittel steigern den Ertrag zwar wunderbar, der Gebrauch hat jedoch katastrophale Folgen für die Umwelt. Zum anderen gibt es biologische Produkte wie Biodüngemittel, die der Umwelt nicht schaden, dafür aber teurer und weniger wirksam sind als das Pendant auf Chemikalienbasis. Jetzt muss die Landwirtschaft dank des EU-finanzierten Projekts BIOTA nicht mehr zwischen Ertragsgröße und Umweltverträglichkeit wählen. „Wir haben durch einen natürlichen Kreislaufprozess, der in jeden landwirtschaftlichen Betrieb integriert werden kann, einen organischen Dünger entwickelt“, sagt Peter Klein, Gründer von Biota Nutri, dem wichtigsten Partner des Projekts. „Dieses innovative Produkt regt nicht nur Pflanzenwachstum an, es macht sie auch widerstandsfähig gegenüber Krankheiten, sodass keine schädlichen Pestizide mehr notwendig sind.“

Bahnbrechender Ansatz

Um eine Kreislaufwirtschaft zu unterstützen und die bleibenden Auswirkungen des Produkts gering zu halten, haben die Forschenden sich auf die Umwandlung von Stickstoff in Nitrat konzentriert. Laut Klein ist vielerorts die Stickstoffbelastung ein genauso großes Problem wie die Kohlenstoffbelastung. „Deshalb haben wir ein innovatives Verfahren entwickelt, das Düngemittel auf Stickstoffbasis aus Stickstoffquellen im Abfall produziert“, erklärt er. „Tatsächlich verbraucht unser Verfahren 90 % weniger CO2 und Energie als die Produktion chemischer Düngemittel.“ Das Ergebnis dieses Verfahrens ist BIOTA, ein biologischer Flüssigdünger auf 100 % Pflanzenbasis, der schnell aufgenommen werden kann, um Wachstum anzuregen und einen hohen Nährwert sicherzustellen. „In einem Test mit Salat haben die Flächen, auf denen BIOTA verwendet wurde, den gleichen Ertrag abgeworfen wie die, auf denen chemischer Dünger eingesetzt wurde“, merkt Klein an. BIOTA ist nicht nur für den landwirtschaftlichen Ertrag gut. Es ist auch bemerkenswert förderlich für die Umwelt. Forschende schätzen auf Grundlage einiger Studien, dass der groß angelegte Einsatz von biologischen Düngemitteln auf Stickstoffbasis die Stickstoffbelastung halbieren könnte. Außerdem würde das Produktionsverfahren den weltweiten Energieverbrauch um 1,2 % senken. „Biologische Düngemittel waren lange Zeit das fehlende Element für eine wahrhaft biologische Landwirtschaft“, fügt Klein hinzu. „Der organische Dünger BIOTA erweist sich hier als bahnbrechend.“

Es ist nur eine Frage der Zeit ...

Nach Auffassung von Klein hat dieses EU-Projekt bewiesen, dass die Weltbevölkerung bei Einsatz biologischer, nachhaltiger Düngemittel ernährt werden kann. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis in der Landwirtschaft weltweit chemischer Dünger durch biologischen ausgetauscht wird und höhere, nachhaltigere Erträge eingefahren werden“, fasst er zusammen. Nachdem die technische und kommerzielle Machbarkeit der Idee nachgewiesen ist, arbeiten die Forschenden derzeit daran, die Mittel zum Bau einer Stickstoffproduktionsanlage zu sichern, um so die groß angelegte Produktion von BIOTA-Düngemitteln zu starten.

Schlüsselbegriffe

BIOTA, künstliche Düngemittel, organischer Dünger, Düngemittel, landwirtschaftlicher Ertrag, Nachhaltigkeit, Lebensmittelsicherheit, Kreislaufwirtschaft, biologische Landwirtschaft

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