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Weniger Stress für Hunde bei der Kontrolle auf Erytheme

Mit einem neuen mobilen Gerät lässt sich die Haut von Hunden einfacher auf Erytheme kontrollieren, um zugrunde liegende Erkrankungen besser zu erkennen, und so Hund und Halter unnötigen Stress zu ersparen.

Grundlagenforschung

In mehr als der Hälfte europäischer Haushalte ist der Hund bereits zum Familienmitglied geworden, was aber auch mit Verantwortung einhergeht, etwa für eine angemessene veterinärmedizinische Betreuung. Laut Blaž Cugmas, Forscher an der Universität Lettland und Koordinator des EU-finanzierten Projekts DogSPEC rangiert das Erythem, eine Hautrötung, auf Platz fünf der zehn häufigsten Gründe für eine veterinärmedizinische Vorstellung. „Die Kontrolle auf Erytheme ist ein unerlässliches diagnostisches Instrument“, sagt er. „Da die Hundehaut allerdings mit Fell bedeckt ist, sind Rötungen nicht immer sofort sichtbar, und bislang existiert keine Methode zur objektiven Beurteilung der Intensität eines Erythems.“ Unterstützt durch die Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen entwickelt DogSPEC nun ein tragbares, kostengünstiges Gerät, das mittels Multispektralbildgebung die Hundehaut auf Erytheme kontrollieren kann.

Innovative neue Werkzeuge

In der Humanmedizin sind biophotonische Techniken wie Kameras, Pulsoximeter und Infrarot-Thermometer schon länger im Einsatz, in der Veterinärmedizin hingegen seltener. „Wegen der starken Pigmentierung und Behaarung der Hundehaut muss das Pulsoximeter zur Messung von Herzfrequenz und Sauerstoffsättigung auf der Zunge des Tieres platziert werden“, erklärt Cugmas. „Da das Tier hierzu anästhesiert werden muss, suchten wir nach einer Methode, die Untersuchung ohne Narkose an Beinen oder dem Schwanz durchzuführen.“ Für die Messungen entwickelte die interdisziplinäre Projektforschungsgruppe mehrere innovative neue Tools, damit der visuelle Aspekt bei der Suche nach Erythemen entfällt. Unter anderem war dies ein multispektrales Nahinfrarotgerät, das per Smartphone ungewöhnliche Absorptionsspitzen von Hämoglobin erkennt. Das Projekt arbeitete zudem an einem Gerät zur multimodalen Erfassung von sichtbaren multispektralen und Fluoreszenzbildern sowie multispektralen Daten im Nahinfrarotbereich. Mit dem Gerät kann auch über ein Smartphone die Intensität des Erythems ermittelt werden, indem ein Erythemindex erstellt wird.

Neue Möglichkeiten für den Einsatz humanmedizinischer Techniken in der Veterinärmedizin

Das Projekt DogSPEC identifizierte neue Messstellen für die Verwendung eines Pulsoximeters bei Hunden ohne Narkotisierung. „Unser preiswertes, tragbares optisches System kann mithilfe eines Smartphones und eines Dermatoskops objektive Schätzungen des Schweregrads eines Erythems vornehmen“, fügt Cugmas hinzu. „Zusammengenommen werden diese Entwicklungen die veterinärmedizinische Versorgung verbessern und vor allem Hunden den bisherigen Stress ersparen.“ Die Forschungsgruppe wird ihre Arbeit nun mit zwei kürzlich zuerkannten lokalen Forschungsstipendien fortsetzen. „Ich gehe davon aus, in zwei bis drei Jahren noch nützlichere Ergebnisse beim Einsatz von Biophotonik in der Veterinärmedizin zu erzielen und die Veterinärmedizin und Tiergesundheit damit insgesamt zu verbessern“, schließt Cugmas.

Schlüsselbegriffe

DogSPEC, Hund, Erythem, veterinärmedizinisch, multispektrale Bildgebung, biophotonische Techniken, Pulsoximeter, Veterinärwissenschaften

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