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ICT-BIOCHAIN - ICT Tools in Efficient Biomass Supply Chains for Sustainable Chemical Production

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Informationstechnologie als Schlüssel zum Erfolg der Biomasse

Mit digitalen Technologien lässt sich die Art und Weise verändern, wie die Bioenergiebranche und die Gesellschaft Informationen austauschen, Innovationen realisieren, produzieren und konsumieren. Sie können den Lieferketten eine noch nie dagewesene Transparenz verleihen. ICT-BIOCHAIN hat nun eine Plattform vorgestellt, die dem Einsatz von Informationstechnologiewerkzeugen zur Erschaffung effizienterer Biomasselieferketten dient.

Industrielle Technologien

Nach Angaben der Europäischen Kommission beschäftigt die europäische Bioökonomie über 18 Millionen Menschen und sie erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 2 Billionen EUR. Dem Sektor wohnt in Bezug auf Biomasse-relevante Bereiche wie der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, Viehzucht, chemischen Produktion und Bioenergie ein großes wirtschaftliches Potenzial inne. Digitale Technologien können strategische Verbesserungen in der gesamten Bioenergiebranche voranbringen. Ziel des Projekts ICT-BIOCHAIN war die Ermittlung von Einsatzmöglichkeiten für Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zur Steigerung der Effizienz der Biomasselieferketten. Die Initiative besteht aus einem acht Partner aus fünf verschiedenen europäischen Ländern (Deutschland, Irland, Spanien, Finnland, Vereinigtes Königreich) umfassenden Konsortium und wurde vom Gemeinsamen Unternehmen für biobasierte Industriezweige finanziert, das im Rahmen von Horizont 2020 agiert.

Biobasierte Drehscheiben für digitale Innovation

„Unser Hauptschwerpunkt lag auf der Entwicklung effizienter Biomasselieferketten für eine nachhaltige chemische Produktion in den Bioökonomieregionen ganz Europas“, erklärt Judit Anda, Koordinatorin von ICT-BIOCHAIN. Um das Projektziel zu erreichen, wurden zwei Drehscheiben für digitale Innovation eingerichtet, die sich in bereits vorhandenen, als Testumfeld dienenden Bioökonomieregionen befinden. Eine liegt im Südosten Irlands und konzentriert sich auf Wertschöpfungsketten rund um Lignozellulose, Gülle und Gartenbau. Die zweite beschäftigt sich in Andalusien schwerpunktmäßig mit Oliven-, Gartenbau- und Algenwertschöpfungsketten. Im Jahr 2016 benannte die Europäische Kommission sechs Regionen in Europa als Modelldemonstrationsregionen für nachhaltige Chemieproduktion, in denen Chemikalien aus lokal verfügbarer Biomasse hergestellt werden sollen. Zwei dieser Regionen sind in ICT-BIOCHAIN vertreten. „Das Projekt entwickelt sich als ein Instrument zur Erschließung dieser Regionen, die als Teststandorte für die Umsetzung von biobasierten Drehscheiben für digitale Innovation mit dem Schwerpunkt Biomassemobilisierung dienen. Das Hauptkonzept des Projekts beruht auf drei Elementen: Kompetenzzentren, regionale Vermittlung und zwei Modelldemonstrationsregionen“, fügt Anda hinzu. Diese Drehscheiben der digitalen Innovation wurden in beiden Regionen gemäß einem viele Agierende einbeziehenden Ansatz gebildet, der Primärproduzenten, biobasierte Industrien und IKT-Fachleute umfasste. Es fanden mehrere Aktivitäten statt. Dazu zählten Wissenstransfer-, Demonstrations- und Investitionsveranstaltungen. Diese Veranstaltungen boten Interessengruppen aus verschiedenen Sektoren die Möglichkeit, sich zu treffen und ihre Interessen zu diskutieren, die sich bietenden Gelegenheiten zur Zusammenarbeit zu nutzen und verschiedene Finanzierungsoptionen zu erkunden. Außerdem entwickelten führende Fachleute und Unterstützungsnetzwerke regionsspezifische Bioressourcendatenmodelle und verschafften den Interessengruppen Zugang zu bewährten Praktiken, Fachwissen und Informationen. Das im Lauf von ICT-BIOCHAIN generierte Wissen und der entstandene Fahrplan werden auf andere Bioökonomieregionen übertragen, um in ganz Europa Kapazitäten aufzubauen.

Nutzung der IKT-Instrumente dient Verbesserung der Biomassewertschöpfungskette

ICT-BIOCHAIN hat eine nutzungsfreundliche Online-Plattform veröffentlicht, um Biomasselieferanten und Interessengruppen aus den biobasierten Industrien mit IKT-Anbietern in Verbindung zu bringen. Hier werden erstmals in diesem Bereich Informationen über Abfallressourcen sowie über Nachhaltigkeit und Effizienz der regionalen Biomasselieferkette gespeichert und ausgetauscht. Die Plattform beinhaltet außerdem eine Datenbank mit hochmodernen Lösungen aus den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologien, Internet der Dinge und Industrie 4.0 die auf Biomasselieferketten anwendbar sind. Noch bis Mai 2022 kann auf die Plattform zugegriffen werden. Digitale Technologien verfügen über das Potenzial, Wertschöpfungsketten zu verändern, höhere Produktivität und mehr Innovation zu erbringen und neue Kanäle zu den Märkten zu erschaffen. ICT-BIOCHAIN hat große Schritte unternommen, um der regionalen und europäischen Bioökonomie neuen Schwung zu verleihen. Zweifellos wird die Umsetzung der technologischen Lösungen dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Biomasselieferketten zu steigern.

Schlüsselbegriffe

ICT-BIOCHAIN, IKT, Biomasse, Lieferkette, Bioökonomie, Drehscheiben für digitale Innovation, Informationstechnologie, Bioenergie

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