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Wie steht die Öffentlichkeit zu Drohnen?

Ein EU-finanziertes Forschungsprojekt hat untersucht, wie viel die Bevölkerung über Drohnen weiß, insbesondere über deren Einsatz in Notfallsituationen. Die Antwort? Nicht viel.

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Obwohl die Vorläufer der modernen Drohnen von heute schon vor über einem Jahrhundert erstmals aufkamen, sind Drohnen in der Öffentlichkeit immer noch relativ unbekannt. Tatsächlich ist den meisten Menschen nicht bekannt, dass Drohnen von Ersthelfern in Notfallsituationen eingesetzt werden können, so ein von dem EU-finanzierten Projekt RESPONDRONE erstellter Bericht. Dem Bericht zufolge assoziieren Personen, die mit Drohnen einigermaßen vertraut sind, diese hauptsächlich mit Amateurfotografie und -videografie, Kinderspielzeug oder militärischen Einsätzen. Außerdem sind Menschen, die in der Stadt wohnen, eher schon einmal Drohnen begegnet als Menschen, die in ländlichen Gebieten leben. Mit dem Ziel, Vorteile und Hürden zu identifizieren, welche die öffentliche Akzeptanz der Drohnentechnologie beeinflussen, führte das RESPONDRONE-Team 12 Fokusgruppendiskussionen in 6 Ländern durch, deren Ergebnis der oben erwähnte Bericht ist. Die Länder (Armenien, Bulgarien, Frankreich, Griechenland, Lettland und die Niederlande) wurden sorgfältig ausgewählt, um unterschiedliche kulturelle Kontexte in Europa und darüber hinaus zu repräsentieren. Die Diskussionen der Fokusgruppen drehten sich um einen Fragebogen mit acht Fragen, die sich mit den Ansichten und Reaktionen der Teilnehmenden im Hinblick auf Drohnen befassten. „Die Antworten deuten darauf hin, dass Drohnen für die große Mehrheit der Menschen noch neu und eher unbekannt zu sein scheinen“, bemerkt Max Friedrich vom Projektkoordinator Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt in einer auf der Website ‚Cision PR Newswire‘ veröffentlichten Pressemitteilung.

Bedenken und Empfehlungen

In den Gesprächen war das Feedback zur Akzeptanz des Einsatzes von Drohnen gespalten. Griechenland und Frankreich vertraten überwiegend eine negative Haltung gegenüber Drohnen, hauptsächlich aufgrund von Bedenken im Hinblick auf die Privatsphäre und die Sicherheit. Die übrigen vier Länder nahmen eine neutralere Haltung ein, äußerten jedoch Vorbehalte gegen den Einsatz von Drohnen zu Überwachungs- und Sicherheitszwecken. Eine weitere Sorge galt dem von den Drohnen verursachten Lärm. Obwohl die meisten Teilnehmenden eine Abneigung gegen Drohnen haben, die direkt über ihren Häusern oder in Erholungsgebieten betrieben werden, „wären sie bereit, ein gewisses Maß an Störungen zu dulden, wenn dies dazu beiträgt Leben zu retten oder Katastrophen einzudämmen“, so der Bericht von RESPONDRONE. Allgemein herrschte Einigkeit darüber, dass die Menschen sich wohler fühlen, wenn sie im Voraus über Notfallübungen und -einsätze informiert würden und wenn etwaige Sicherheits- und Datenschutzbedenken ausgeräumt würden. Es wurde außerdem angemerkt, dass Drohnen bei Notfalleinsätzen nicht leicht zu identifizieren sind. „Angesichts der Ergebnisse empfiehlt ResponDrone, dass Notfalldrohnen eine besondere Kennzeichnung tragen, etwa eine bestimmte Farbe oder ein Logo besitzen, unverwechselbare Geräusche von sich geben oder einzigartige Lichter haben. Des Weiteren wird empfohlen, die Anwohnerinnen und Anwohner im Vorfeld über Flüge und Übungen zu informieren“, so Friedrich in derselben Pressemitteilung. Als nächstes wird das Team von RESPONDRONE (NOVEL INTEGRATED SOLUTION OF OPERATING A FLEET OF DRONES WITH MULTIPLE SYNCHRONIZED MISSIONS FOR DISASTER RESPONSES) eine Strategie entwickeln, um die Akzeptanz der Bevölkerung für den Einsatz von Drohnen in Notsituationen zu verbessern. Diese Bemühungen sind Teil der ultimativen Mission des Projektteams, Notfallteams dabei zu helfen, in Notfallsituationen und bei Katastrophen schneller, effektiver und effizienter zu reagieren und somit mehr Leben zu retten. Weitere Informationen: RESPONDRONE-Projektwebsite

Schlüsselbegriffe

RESPONDRONE, Drohne, Notfall, Katastrophe, Bericht

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