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Search And Rescue Aid and Surveillance using High EGNSS Accuracy

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Drohne hält Ausschau für Seenotrettung

Da immer mehr Migrierende auf See in Schwierigkeiten geraten, haben Forschende ein Drohnen-System entwickelt, mit dem in Seenot geratene Schiffe innerhalb von 12 Seemeilen Entfernung erkannt werden können.

Sicherheit

Laut einem Bericht des Europäischen Zentrums für politische Strategie gelangten über 630 000 irreguläre Migrierende und Flüchtende über das zentrale Mittelmeer nach Italien. Dabei haben zwischen 2011 und 2016 mehr als 13 000 Menschen ihr Leben verloren. Maßnahmen der EU haben laut dem „Fortschrittsbericht über die Umsetzung der Europäischen Migrationsagenda“ aus dem Jahr 2019 dazu beigetragen, das Leben von fast 760 000 Menschen auf See zu retten. Das EU-finanzierte Projekt SARA soll die EU-Länder bei der Suche und Rettung von auf See verlorenen Menschen mit modernster Drohnen-Technologie und Erdbeobachtungsdaten unterstützen. Die Partner entwickelten ein halbautomatisches System zur Erkennung von auf See verlorenen Personen – insbesondere nachts, wenn alternative Rettungssysteme wie Hubschrauber nicht sicher arbeiten können.

Antwort auf die Bedürfnisse einer Migrationskrise

„Das Projekt SARA wurde 2015 konzipiert, um den Bedarf an technischen Lösungen für die Verwaltung von Migrationsaspekten zu decken, zu denen Überwachung sowie Such- und Rettungsaktionen gehören“, erklärt Projektkoordinator Marco Nisi. „Das bedeutete die Unterstützung der europäischen Länder im Mittelmeerraum bei der Entwicklung einer umfassenden Architektur. Diese sollte die Bemühungen zur Unterstützung bedürftiger Menschen mit den Bemühungen zur Sicherung der EU-Grenzen in Einklang bringen.“ Das Team entwickelte SARA als Lösung zur Erhöhung der Wahrscheinlichkeit, mit einem modularen System das Leben von auf See verloren gegangenen Menschen zu retten. Die Forschenden erschufen SARA auch für Such- und Rettungsaktionen, zur Kontrolle und Überwachung nach einer Katastrophe sowie zur Grenzkontrolle als Ergänzung zu Systemen wie Hubschraubern und Starrflügeldrohnen.

Eine intelligente Drohne zur Rettung

„Das System verwendet Erdbeobachtungsdaten zur Erkennung vermuteter Routen von Pontons und unterstützt Such- und Rettungsoperationen mit einer einsetzbaren Drohne, die über ein Kabel eng mit einem Schiff verbunden ist“, bemerkt Nisi. „Sobald nötig ist, fliegt die Drohne von ihrem speziellen Aufhänger auf dem Schiff und wird zu einem ‚virtuellen Pylon‘, der optische und thermische Bilder in Echtzeit an die Schiffsbesatzung sendet.“ Das SARA-Team konstruierte die Drohne so, dass sie dem Schiff folgen und über Zielen schweben kann. Dazu ist sie mit zwei hochpräzisen Empfängern des europäischen globalen Satellitennavigationssystems (EGNSS) ausgestattet wird. Das europäische globale Satellitennavigationssystem ist derzeit das Kernstück der Drohnenentwicklung für Projekte wie SARA, die leistungsstarke Navigationsdaten in großem Umfang mit einer horizontalen und vertikalen Genauigkeit von unter 10 cm nutzen. SARA hat eine vollständige Ende-zu-Ende-Lösung entwickelt, die von vielen verschiedenen Betreibern wie Küstenwachen, Personen beim Grenzschutz, Polizeikräften, Streitkräften und anderen öffentlichen Organisationen verwendet werden kann. Das Team erstellte sein System so, dass es kontinuierlich viele Stunden fliegen, einfach für eine dauerhafte Luftüberwachung eingesetzt werden kann, eine Schiffserkennungsreichweite von 12 Seemeilen hat und eine Hochgeschwindigkeits-Ethernet-Verbindung als Sicherheit gegen versehentliche und absichtliche Angriffe bietet.

Fahrplan für realen Betrieb

Das SARA-Team veranstaltete im Februar 2020 ein Seminar, in dem ein Fahrplan für das weitere Projekt erörtert wurde. Die Forschenden planten, die SARA-Lösung bis Ende 2020 fertigzustellen, um sie in realen Betriebsszenarien wie beim Nationalen Institut für Ozeanographie und angewandte Geophysik und für verschiedene Maßnahmen zur Risikominderung von COVID-19 zu verwenden.

Schlüsselbegriffe

SARA, Drohne, Migration, Überwachung, Suche und Rettung, Erdbeobachtung, EGNSS, Rettungssystem

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