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Unterstützung ländlicher Unternehmen bei der Umstellung auf eine Kreislaufwirtschaft

Das eigene Geschäftsmodell zu überdenken kann für Unternehmen in ländlichen Gegenden der Schlüssel für neue Möglichkeiten sein. Das Projekt LIVERUR bietet ihnen ein praktisches Instrumentarium zur Veränderung der Art, wie sie arbeiten und sich vernetzen, um ihre Unternehmen so hin zu einer Kreislaufwirtschaft und einer verbesserten Lebensqualität in ländlichen Gegenden aufzurüsten.

Lebensmittel und natürliche Ressourcen

Ländliche Unternehmen sind häufig doppelt abgeschieden – von großen Märkten und auch von anderen lokalen Agierenden. Diese Lücken zu schließen, könnte neue Märkte eröffnen und gleichzeitig eine Kreislaufwirtschaft ankurbeln. Das EU-finanzierte Projekt LIVERUR (Living Lab research concept in Rural Areas) hilft ländlichen Unternehmen beim Aufbau der richtigen Beziehungen, indem sie verschiedene konkrete Möglichkeiten anbieten, diese Unternehmen nachhaltiger zu gestalten. Diese Instrumente sind Teil des innovativen Modells Regional Circular Living Lab Business Model Concept (RAIN, dt. „Living Lab Geschäftsmodellkonzept regionaler Kreislauf“), das derzeit in 13 Pilotregionen in ganz Europa implementiert wird. Die Regionen etablieren „Living Labs“, in denen sich die Nutzerschaft, darunter auch Forschende und Praktizierende, unter realen Bedingungen vernetzt, um durch Co-Creation Lösungen für Herausforderungen zu finden.

Diverse Herausforderungen

„LIVERUR umfasst Regionen mit unterschiedlichen Herausforderungen, wie Insel- und Berggemeinden, mit Aktivitäten von Agritourismus und handwerklicher Nahrungsmittelerzeugung bis zu traditionellem Handwerk. Es umfasst verschiedene Sprachen, Kulturen und Traditionen, doch alle Regionen haben das gemeinsame Ziel, ihre Lebensweise in einer ländlichen Umgebung zu schützen und zu verbessern“, sagt Pablo Cano, Leiter des Internationalen Projektbüros der Katholischen universität San Antonio de Murcia und Koordinator von LIVERUR. Das RAIN-Konzept hilft ihnen, nachhaltige und innovative Geschäftsmodelle zu entwerfen, die an ihre individuellen Herausforderungen angepasst sind. „Das war besonders im Zusammenhang mit der Pandemie wichtig, die ländliche Unternehmen drängte, sich nach innovativen Lösungen umzusehen“, merkt Cano an. Das Projekt betonte die Bedeutung des Aufbaus neuer Beziehungen: „Viele Unternehmen in den LIVERUR-Pilotregionen sind sich örtlich nah, doch sie arbeiten nicht über die traditionellen Geschäftsaktivitäten oder Lieferantennetzwerke hinaus zusammen“, erklärt er. LIVERUR hilft beim Schließen dieser Lücken, indem lokale Agierende in die gemeinsame Lösungsfindung eingebunden werden.

Eine neue biologische Molkereistrategie

Wie funktioniert das in der Praxis? Nehmen wir das Beispiel der Insel Terceira auf den Azoren in Portugal, einer der Pilotregionen. Die Milchviehwirtschaft macht 30 % der nationalen Milchproduktion aus und spielt somit eine wichtige Rolle in der Lokalwirtschaft der Azoren. Gleichzeitig ist die Region mit Herausforderungen konfrontiert, wie der Anfälligkeit für den Klimawandel und dem geringen Technologieeinsatz. Das Pilot-Living-Lab, das verschiedene Partner unter der Leitung des lokalen Wissenschafts- und Technologieparks TERINOV beinhaltet, will die Qualität und Nachhaltigkeit der lokalen Milchlieferkette verbessern. BioAzórica, eine biologische Molkereigenossenschaft und Projektpartner, setzte die RAIN-Instrumente ein, um Stärken und Herausforderungen sowie Maßnahmen zur Lösung dieser zu bestimmen. Die Partner arbeiten jetzt im Rahmen einer regionalen Strategie zur Förderung biologischer Landwirtschaft an dem Start eines Pilotsystems zur biologischen Milcherzeugung, das ein neues Geschäftsmodell zur biologischen Milcherzeugung vorstellt und sämtliche technologischen Aspekte des Prozesses abdeckt.

Eine Online-Gemeinschaft

Um interessierten Parteien die Möglichkeit zu geben, den Living Labs beizutreten oder eigene zu entwerfen, wurde eine Online-Plattform aufgebaut. Die RAIN-Plattform bietet die Möglichkeit, sich zu vernetzen, auf das Instrumentarium zuzugreifen und Unterstützung bei der Entwicklung von Lösungen zu erhalten, die an die eigenen Bedürfnisse angepasst sind. „Wir hoffen, eine größere Gemeinschaft ländlicher Unternehmen aufzubauen und diese auch Verantwortlichen der Politik näher zu bringen“, so Cano abschließend. Die RAIN-Plattform wird ein wahrhaft wertvolles Instrument für ländliche Unternehmen sein, nachdem das LIVERUR-Projekt 2021 offiziell beendet wird.

Schlüsselbegriffe

LIVERUR, ländliche Gegenden, RAIN-Plattform, Kreislaufwirtschaft, Living Lab, ländliche Unternehmen, Geschäftsmodell, Instrumentarium

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