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C2 Advanced Multi-domain Environment and Live Observation Technologies

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Integration der Grenzüberwachungstechnologien in Europa

Die europäischen Behörden setzen bei der Überwachung von Grenzübergängen zunehmend auf fortschrittliche Technologien. Im Rahmen des Projekts CAMELOT wurde ein modulares System entwickelt, das die verschiedenen technologischen Lösungen der Mitgliedstaaten zusammenführt.

Sicherheit

Die Personenfreizügigkeit stellt ein grundlegendes Bürgerrecht innerhalb der Europäischen Union dar. Das 1985 unterzeichnete Schengener Abkommen, innerhalb dessen diese Freiheit weitgehend ohne Grenzkontrollen möglich ist, umfasst heute 26 Mitgliedstaaten mit 400 Millionen Menschen auf 4 312 099 Quadratkilometern. Mit der Erweiterung des Schengen-Raums im Laufe der Jahre sahen sich die Behörden zunehmend größeren Herausforderungen im Hinblick auf die Grenzsicherheit gegenüber. Dies ist auch für die jüngste Flüchtlingskrise zutreffend, bei der Menschen aus Afghanistan, Libyen und Syrien über die Land- und Seeaußengrenzen nach Griechenland, Spanien, Italien und Portugal fliehen. Die Mitgliedstaaten suchten daher zunehmend nach technologischen Lösungen für Grenzkontrollen und machten sich dabei insbesondere die Möglichkeiten unbemannter Überwachungsfahrzeuge zunutze. „Das Problem besteht darin, dass jeder Staat – und sogar verschiedene Ministerien innerhalb dieser Staaten – jeweils eigene Lösungen für eine Aufgabe entwickelt haben, die jedoch Zusammenarbeit und Standardisierung erfordert“, sagt George Karakonstantis, der das EU-finanzierte Projekt CAMELOT koordiniert. CAMELOT wurde ins Leben gerufen, um Protokolle zu erstellen, die das Spektrum der in Europa eingesetzten Führungs- und Steuerungssysteme (C2) umspannen. Das Team entwickelte, baute, testete und demonstrierte verschiedene C2-Dienstmodule, die für mehrere Plattformen ausgelegt sind und auf einer skalierbaren und anpassungsfähigen Architektur basieren, welche im Rahmen des Projekts entworfen wurde.

Erreichen von Interoperabilität

Eine koordinierte und kohärente Kommunikation zwischen den verschiedenen C2-Infrastrukturen in Europa ist nicht nur für die Sicherheit, sondern auch für die Kosteneinsparung ein wichtiger Faktor. Die Alternative wäre, in ein völlig neues C2-System zu investieren und es von Grund auf neu aufzubauen. CAMELOT war bei der Entwicklung der Interoperabilität zwischen den europäischen C2-Systemen mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Einige Systeme waren proprietär und damit quasi „Black Boxes“ mit geschlossenen Architekturen; andere waren einfach schon älter und daher mit neueren Systemen nicht kompatibel. „Unsere Lösung bestand darin, ein einzigartiges Rahmenwerk auf der Grundlage von Adaptern und Middleware zu entwickeln, das die verschiedenen Systemkomponenten und externen Anlagen miteinander verbindet und einen Betrieb ermöglicht, bei dem all diese über eine einzige Plattform gesteuert werden – CAMELOT“, erklärt Karakonstantis von EXODUS SA, dem Projektträger. CAMELOT verbindet verschiedene Sicherheitsanlagen – von Bewegungs- und Umweltsensoren über Kameras und verschiedene unbemannte Fahrzeuge zu Lande, zu Wasser und in der Luft bis hin zu einer zentralen C2-Station. Diese Station wird zur Planung von Einsätzen und zur Versendung von Anlagen in gefährdete Gebiete genutzt. Die Lösung umfasst auch eine mobile Anwendung, die den Bedienenden einen Fernzugriff ermöglicht, beispielsweise während sie patrouillieren. CAMELOT überwacht und erkennt Bedrohungen in Echtzeit und nutzt Datenanalyse- und Datenfusionsmodule zur Interpretation der Überwachungsdaten. Kommunikationsmodule und ein Gateway in Form eines gemeinsamen Informationsraums erleichtern den Informationsfluss zwischen den Anlagen, der Plattform und dem Betriebspersonal. Das System ist außerdem so konzipiert, dass der Stromverbrauch des unbemannten Fahrzeugs und die Kommunikation mit der zentralen C2-Station optimiert werden, um die Batterielebensdauer zu verlängern und die Einsatzdauer zu erhöhen.

Verbesserte operative Wirksamkeit

Das Plattformdesign wurde mithilfe von Simulationsinstrumenten überprüft, was schließlich eine virtuelle Pilotdemonstration mit realistischen Bedrohungsszenarien ermöglichte. Vertretungspersonen von Behörden aus Bulgarien, Irland, Griechenland, Polen, Portugal und Rumänien, die für die Sicherheit der See- und Landgrenzen zuständig sind, beobachteten diese Einsatzszenarien sowie die Reaktionsfähigkeit des Systems. Die operative Wirksamkeit wurde zusätzlich in Workshops mit externen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, wie zum Beispiel im Workshop FRONTEX, auf die Probe gestellt. „Die Rückmeldungen bestätigten uns den Wert von CAMELOT: Das Projekt stellte unter Beweis, dass es in der Lage ist, das Situationsbewusstsein und die Entscheidungsfindung der Betreibenden zu verbessern“, fügt Karakonstantis hinzu. Das Team hat nun die Instrumente und Module gefunden, die sich am ehesten vermarkten lassen. Es prüft derzeit weitere Finanzierungsmöglichkeiten, insbesondere im Rahmen des neuen Programms Horizont Europa, um diese Arbeit voranzubringen. „Mit dem Ausbau von Breitbandsatelliten wird die Interaktion zwischen verstreuten unbemannten Objekten erleichtert und somit unser Ansatz wahrscheinlich an Attraktivität gewinnen“, schließt Karakonstantis.

Schlüsselbegriffe

CAMELOT, Sicherheit, Grenze, Flüchtling, Bedrohung, unbemannte Fahrzeuge, Schengener Abkommen

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