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Zugänglichkeit für alle überall

Ein Viertel aller Europäerinnen und Europäer lebt mit einer länger anhaltenden Form von körperlichen Einschränkungen. Doch Angaben über die Barrierefreiheit von Gebäuden fehlen oft, sind veraltet oder schlichtweg falsch. Das irische Start-up Access Earth will das nun ändern und sorgt für bessere Informationen für Bürgerschaft wie Kommunalbehörden.

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Wer Mobilitätseinschränkungen hat, muss nicht nur mit Treppen kämpfen, sondern überhaupt erstmal wissen, wo welche zu erwarten sind. „Ich nutze einen Rollator und auch als ich jünger war gab es nur selten Informationen darüber, welche Orte barrierefrei sind“, erklärt Matt McCann, Geschäftsführer von Access Earth. Vor sechs Jahren haben er und Dónal McClean, Mitgründer und leitender Geschäftsführer des Unternehmens, Access Earth auf den Markt gebracht – eine kostenlose App, die per Crowdsourcing aktuelle Informationen über Barrierefreiheit in mehr als 110 000 Geschäften, Cafés und öffentlichen Gebäuden bietet. Diese Informationen helfen nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern auch Eltern mit Kinderwagen oder Älteren, die Gehhilfen verwenden. „Wir bauen die weltweit größte Datenbank mit Informationen zur Barrierefreiheit auf“, so McClean. „Wir wollen, dass jeder diese Angaben zur Barrierefreiheit genauso leicht findet wie die Öffnungszeiten.“ Die irische Maynooth University hat Access Earth in das Konsortium von SHAPES (Smart and Healthy Ageing through People Engaging in Supportive Systems) eingeladen – ein auf vier Jahre angelegtes Projekt, das im November 2019 gestartet ist. 36 Teilnehmende arbeiten hier gemeinsam daran, dass ein breites Spektrum digitaler Lösungen für ein eigenständigeres Leben betroffener Personen eingesetzt wird. SHAPES sammelt und analysiert Informationen über die Gesundheit, Umwelt und den Lebensstil einzelner Personen und will daraus eine interoperable Plattform erstellen, die nicht nur deren Bedürfnisse erkennt und personalisierte Lösungen anbietet, sondern auch individuellen Datenschutz garantiert. „Eines der Hauptziele vom Projekt SHAPES ist, in ganz Europa ein gesünderes Altern zu fördern“, so McCann. „Wir zeigen mit unserer App, warum die bebaute Umwelt derzeit für behinderte Nutzer ungeeignet sein kann. Menschen, die Probleme mit der Barrierefreiheit haben, sind die größte Minderheitennutzergruppe. Und wir können den Unternehmen helfen, an diese Personen heranzukommen – und an ihre Geldbeutel“, sagt er. Access Earth bezieht seine Daten über Crowdsourcing, aber auch aus anderen Quellen: Erst vor Kurzem gab es eine Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumorganisation, um mithilfe von Satellitenbildern und Luftaufnahmen barrierefreie Parkplätze ausfindig zu machen. Diese wurden dann erstmals in einer einzigen Datenbank kartiert zusammengetragen. Access Earth will die gesammelten Daten lizenzieren, damit Kommunalbehörden und Betreiber von Veranstaltungsstätten Probleme mit der Barrierefreiheit in ihrer Nähe erkennen können und gleichzeitig erfahren, wie sie Besucherinnen und Besuchern stärker entgegen kommen können. Ab nächstem Jahr will das Unternehmen einen bezahlten Akkreditierungsservice anbieten, der diejenigen Orte hervorhebt, die wirklich barrierefrei sind. So bleibt die App kostenlos – und zugänglich – für alle.

Schlüsselbegriffe

SHAPES, Access Earth, Behinderung, Barrierefreiheit, Veranstaltungsorte, Orte, unabhängig, eigenständig, Datenbank, Crowdsourcing, Cafés