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Combatting the CardioRenal Syndrome: towards an integrative Analysis to reduce cardiovascular burden in chronic kidney disease

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Multidisziplinäre Ausbildung zur Behandlung des kardiorenalen Syndroms

Komplexe Erkrankungen sind eine besondere medizinische Herausforderung und erfordern multidisziplinäre Ansätze. Unerlässlich für Fortschritte in Diagnostik und Therapie ist dabei die Ausbildung Nachwuchsforschender in kombinierten Methoden der Forschung, Analytik und klinischen Anwendungstechnik.

Gesundheit

Das kardiorenale Syndrom (KRS) ist eine komplexe, gleichzeitige Erkrankung von Herz und Niere, bei der die Funktionsstörung des einen Organs eine Funktionseinschränkung des jeweils anderen Organs bedingt. Sowohl bei Nierenfunktionsstörungen als auch Herzinsuffizienz, die interagieren und sich gegenseitig verstärken, sind die Risikofaktoren Bluthochdruck, Diabetes und Gefäßerkrankungen. Da die Ursachen des kardiorenalen Syndroms multifaktoriell sind, besteht noch Forschungsbedarf zur Pathophysiologie der Krankheit.

Fachausbildung zur Pathophysiologie des kardiorenalen Syndroms

Schwerpunkt des Projekts CaReSyAn war die Ausbildung Nachwuchsforschender zur Pathologie, Diagnose und Behandlung von KRS im Rahmen von Stipendien im Hochschul-, Forschungs- und Unternehmenssektor. Im Mittelpunkt der zahlreichen vom Konsortium organisierten Schulungen standen wissenschaftliche Methoden (Omik-Methoden, Statistik, Tierversuche, Chromatographie), aber auch allgemeinen Kompetenzen wie wissenschaftliches Schreiben, Zeitmanagement, Forschungsvernetzung und Projektanträge. Das über die Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen unterstützte Projekt untersuchte verschiedene Aspekte des Zusammenwirkens von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und chronischer Niereninsuffizienz. Dabei wurden in Urin- und Plasmaproben von Menschen mit KRS Biomarker zur Früherkennung chronischer Niereninsuffizienz identifiziert. Gefäßverkalkung (Ablagerung von Mineralien wie Kalzium an der Venen- und Arterienwand) ist ein typisches Merkmal chronischer Nierenerkrankungen, das Atherosklerose begünstigt und ein unabhängiger Prädiktor für kardiovaskuläre Erkrankungen ist. Wie CaReSyAn herausfand, kann die Gefäßverkalkung bei Erkrankten mit chronischem Nierenversagen u. a. durch Mediatoren wie Vitamin K gehemmt werden. Mit einem neuen zellbasierten In-vitro-Assay gelang es zudem, bei den untersuchten Fällen individuell unterschiedliche Risiken für Gefäßverkalkung aufzuzeigen. Außerdem enthüllte das Projekt mehrere Stoffwechselwege, die bei chronischer Nierenerkrankung nachweislich verändert sind und Gefäßschäden verursachen. U. a. waren dies Faktoren, die die Endothelfunktion und die Arteriensteifigkeit beeinflussen. „Damit ist vor allem die Identifizierung von Inhibitoren wichtig, die die Gefäßverkalkung bei chronischer Niereninsuffizienz hemmen, da sie die Basis für neue Therapien darstellen könnten“, betont Projektkoordinator Joachim Jankowski.

Bedeutung und Perspektiven von CaReSyAn

Das kardiorenale Syndrom ist eine enorme medizinische Herausforderung, deren diagnostischen und therapeutischen Optionen begrenzt sind. Das Projekt CaReSyAn erweiterte deutlich den Wissensstand zu vaskulären Veränderungen bei chronischer Niereninsuffizienz sowie zu Biomarkern, Diagnostik und Therapie. Die Ergebnisse werden derzeit in klinischen Studien und präklinischen Tiermodellen evaluiert. Die identifizierten Mediatoren, für die bereits Patentanträge vorliegen, werden nun weiter charakterisiert und/oder auf den künftigen Einsatz als therapeutische Intervention vorbereitet. Um die Ergebnisse für industrielle und schließlich klinische Anwendungen zugänglich zu machen, werden sie derzeit in klinischen, biochemischen und tierexperimentellen Studien geprüft. Sozioökonomische Analysen der Auswirkungen von KRS unterstützen klinische Ansätze im Kampf gegen kardiovaskuläre Erkrankungen, die bislang 50 % aller Fälle chronischen Nierenversagens betreffen. Insgesamt werden die Forschungsbeiträge und Ergebnisse von CaReSyAn dazu beitragen, die Diagnose und Behandlung des kardiorenalen Syndroms zu verbessern.

Schlüsselbegriffe

CaReSyAn, KRS, Ausbildung, chronische Nierenerkrankung, Gefäßverkalkung, kardiorenales Syndrom, Vitamin K

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