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A Groundbreaking Stand-Alone Diagnostic Kit to Predict Human Papilloma Virus Infections Evolving into Cervical Cancer

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Innovative Screening-Verfahren im Kampf gegen Gebärmutterhalskrebs

Vorsorgeuntersuchungen auf das humane Papillomavirus sind ein hocheffektives Früherkennungsinstrument für Gebärmutterhalskrebs. EU-finanzierte Forschende entwickelten nun noch genauere und präzisere Methoden zur Früherkennung eines erhöhten Krankheitsrisikos.

Gesundheit

Das Zervixkarzinom ist die zweithäufigste Krebsart bei Frauen im Alter zwischen 15 und 44 Jahren. Fast allen Tumorerkrankungen geht eine Infektion mit dem humanen Papillomavirus (HPV) voraus, das durch engen Haut-, in der Regel Sexualkontakt übertragen wird. Nichtsdestotrotz lassen sich etwa 99,8 % aller Zervixkarzinome durch HPV-Screening, Früherkennung und Impfung verhindern.

Schwachstellen bisheriger Screening-Methoden

Bisherige Screening-Methoden, die das HP-Virus nachweisen, haben allerdings Nachteile: Zwar zeigen sie hochsensitiv ein etwaiges Risiko an, unterscheiden aber nicht zwischen einer vorübergehenden, klinisch unbedeutenden Infektion und einer Infektion, aus der sich eine Tumorerkrankung entwickelt. Daraus resultieren dann häufig Überdiagnose, Überbehandlung und unnötige Behandlungskosten. Ein weiterer Nachteil ist, dass meist nur einkommensstarke Länder ausreichend Vorsorgeprogramme anbieten, Länder mit niedrigem oder mittlerem Einkommen jedoch nicht. Weitere Beweggründe, dass Frauen Vorsorge nicht wahrnehmen, sind Scham, Schmerzen, Unbehagen oder mangelnde Aufklärung. „Die meisten Fälle von Gebärmutterhalskrebs treten heute dort auf, wo es an Möglichkeiten oder der Bereitschaft zur Teilnahme an Früherkennungsprogrammen fehlt“, erklärt Winnie Wu, Koordinatorin des Projekts HPV OncoPredict und Geschäftsführerin des Unternehmens GeneFirst, Vereinigtes Königreich. „Eine Umsetzung innovativer Screening-Strategien auf der Grundlage fachkundig selbst entnommener Proben könnte daher die Beteiligung der Frauen verbessern und die Gesundheitskosten für Screening-Programme sowohl in Ländern mit hohem als auch mit niedrigem und mittlerem Einkommen senken.“

Wegweisende neue Verfahren

Ziel des Projekts HPV OncoPredict war es, bisherige Strategien zu verbessern und weltweit Möglichkeiten für eine größere Reichweite von Vorsorgeprogrammen zu eruieren. Erreicht wurde dies durch Entwicklung diagnostischer Tests, die bei HPV-Infektionen das erhöhte Risiko für Gebärmutterhalskrebs genauer anzeigen. Zudem könnten die Tests personalisierte Strategien für das Management positiver HPV-Befunde vereinfachen, um invasivere Untersuchungs- und Behandlungsoptionen zu umgehen. Die neuen Tests wurden mittels einer automatisierten Roboterplattform validiert, und es wurde eine Datenanalysesoftware für die zuverlässige Interpretation der Testergebnisse entwickelt. „Im Rahmen von HPV OncoPredict konnten wir die entwickelten Tests analytisch und klinisch validieren und ihre Spezifität, Sensitivität und Genauigkeit nachweisen“, erklärt Clementina Cocuzza, Leiterin des wissenschaftlichen Beirats des HPV OncoPredict-Projekts.

Selbstständige Probennahme

Die Pilotversuche im Rahmen des Projekts lieferten der Arbeitsgruppe aussagefähige klinische Daten und zeigten vor allem auch, dass die selbstständige Probennahme eine durchaus praktikable Alternative zur ambulanten Entnahme ist. Dies unterstützt die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die in der selbstständigen Probenahme eine Möglichkeit zur Verbesserung der weltweiten medizinischen Vorsorge sieht. „Die Pandemie verdeutlichte, dass Unterbrechungen der Vorsorge entsprechend gegengesteuert werden muss“, vermerkt Wu. „Technologien zur selbstständigen Probennahme können dazu beitragen, bislang unterversorgte Bevölkerungsgruppen in die Vorsorge einzubeziehen und Frauen eine sichere Methode zur Probennahme im häuslichen Umfeld zu bieten.“ Schließlich könnte mit Selbsttests der pandemiebedingte Rückstand bei Vorsorgeuntersuchungen aufgeholt werden. Klinische Studien werden letztlich zeigen, ob solche Selbsttestverfahren effektiv genug für eine ausreichende Vorsorge sind. Bis dahin wird die Projektgruppe von GeneFirst und Hiantis die wirtschaftliche Machbarkeit und den klinischen Nutzen der innovativen Tests weiter prüfen. „Die Umsetzung der neue Screening-Option soll dazu beitragen, Gesundheitssysteme zukunftsfähiger zu machen“, sagt Wu.

Schlüsselbegriffe

HPV OncoPredict, HPV, Gebärmutterhalskrebs, Selbsttests, Papillomavirus, Screening, Impfung

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