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Ethics Governance System for RRI in Higher Education, Funding and Research Centres

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Sieben Schritte zur stärkeren ethischen Forschungssteuerung

Im Rahmen des EU-finanzierten Projekts ETHNA System wurden Leitlinien für ethisches Handeln entwickelt, die Einrichtungen helfen sollen, ihren Verpflichtungen zu verantwortungsvoller Forschung und Innovation nachzukommen.

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Das Team vom Projekt ETHNA System stellte einen Schritt-für-Schritt-Leitfaden für die Entwicklung von ethischen Steuerungssystemen zur Verfügung, der auf internen Ressourcen und Führungsqualitäten aufbaut, und für die Überwachung des Systems, sobald es eingerichtet ist. Dazu untersuchte ETHNA System die neuesten Praktiken und Instrumente, die dazu dienen, die Integrität, die Geschlechterperspektive und das öffentliche Engagement in der Forschung und Hochschulbildung zu verbessern, und sich zunehmend durchsetzen. Dazu zählen die Ausarbeitung von Verhaltenskodizes und bewährten Praktiken, die Einrichtung von Ethikausschüssen und die Einführung eines wirksamen Verfahrens zur Meldung schlechter Praktiken. Allerdings ist noch immer nicht klar, wie diese Praktiken die Steuerung im Bereich der Forschungsethik erleichtern können, was sich in dem bemerkenswerten Mangel an Integration dieser Methoden widerspiegelt.

Ein integriertes Ethiksystem entwerfen

Das ETHNA-Konsortium hat versucht, ein ethisches Steuerungssystem zu erarbeiten, um Forschungsorganisationen bei der Einführung solcher Praktiken zu unterstützen. „Unser Ziel war es, einen übersichtlichen und umsetzbaren Leitfaden zu erstellen, der auf den jüngsten Fortschritten der europäischen und internationalen Forschung basiert“, erklärt Projektkoordinatorin Elsa González-Esteban von der Universität Jaume I in Spanien. Zu diesem Zweck kam im Projekt ein interdisziplinäres Team mit Fachwissen in Bereichen wie Organisationsethik, Theorie zur Geschlechtergerechtigkeit, öffentliches Engagement und offener Zugang zusammen. „Im ersten Jahr tauschten wir theoretische und praktische Quellen aus, die für die Entwicklung eines integrierten Systems zur Steuerung der Forschungs- und Innovationsethik von grundlegender Bedeutung sind“, sagt González-Esteban. „Wir wollten, dass dieses System in verschiedenen Arten von Organisationen eingeführt werden kann, z. B. in Organisationen, die Mittel bereitstellen, und in Organisationen, die Forschung oder Innovation betreiben.“

Ethisches Steuerungssystem für die Forschung

Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist der Ansatz namens ETHNA System. Dieses System umfasst sieben Schritte und vier integrierte Instrumente, die für eine verantwortungsvolle Forschung erforderlich sind. Bei diesen Instrumenten handelt es sich um: einen Verhaltenskodex und bewährte Praktiken für Forschende oder Personen, die an Forschungs- und Innovationsprozessen (FuI) beteiligt sind; einen Ethikausschuss für FuI; eine Ethikkanal (Kommunikationskanal für die beteiligten Interessengruppen) und ein System von Leistungs- und Überwachungsindikatoren für die jährliche oder halbjährliche Berichterstattung. Das System wurde in sechs Organisationen in Bulgarien, Estland, Norwegen, Portugal und Spanien erstmals getestet. Die wichtigsten Erkenntnisse aus diesen Pilotprojekten wurden im fünfjährigen Nachhaltigkeitsplan zusammengefasst, gemeinsam mit einem begleitenden Handbuch zur Koordinierung und Schulung des Personals.

Ethische Steuerung in die Tat umsetzen

„Wir konnten eine Reihe von praktischen Leitfäden und Ressourcen für die Entwicklung eines ethischen Steuerungssystems entwickeln und veröffentlichen“, kommentiert González-Esteban. Dazu gehört ein siebenstufiges Instrumentarium, das Themen wie die Erstellung eines Aktionsplans, die Festlegung von Überwachungsindikatoren und die Einführung eines internen Kommunikationsplans umfasst. Außerdem wurden drei Handbücher über die Einbindung von Interessengruppen veröffentlicht, ebenso wie ein Entwurf für institutionelle Veränderungen. Zusätzlich zu den verschiedenen veröffentlichten Projektressourcen wurden Projektmeilensteine und Beispiele für die neueste Forschung zu Integrität, offenem Zugang und öffentlichem Engagement veröffentlicht. „Ich denke, dass unter den Projektergebnissen auch unser offen zugängliches Buch über Ethik und verantwortungsvolle Forschung und Innovation in der Praxis hervorsticht“, fügt González-Esteban hinzu. „Es ist der Höhepunkt von über drei Jahren engagierter Projektarbeit.“ González-Esteban und ihr Team sind davon überzeugt, dass das ETHNA-System – zusammen mit seiner beeindruckenden Ressourcenliste – dazu beitragen wird, ethische Steuerung in Forschungseinrichtungen weitaus praktikabler und umsetzbarer zu gestalten.

Schlüsselbegriffe

ETHNA System, Forschungsethik, Steuerung, Geschlecht, Bildung

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