Ein von der Gemeinschaft inspirierter Fahrplan zur Klimaneutralität
Im Rahmen des EU-finanzierten Projekts NEUTRALPATH(öffnet in neuem Fenster) werden in fünf europäischen Städten Gemeinschaftslabore eingerichtet, um lokale Stimmen zur Förderung des Klimawandels zu stärken. Diese bürgernahen Labore sollen dabei helfen, Klimaziele in Maßnahmen umzusetzen, die den Weg zur Klimaneutralität beschleunigen können. NEUTRALPATH stellte sein Modell für diese klimaneutralen Labore auf der Konferenz „Sustainable Places 2025“ im Oktober 2025 in Mailand, Italien, vor. Die Gemeinden in jeder der fünf Städte – zwei Leuchtturmstädte, Dresden (Deutschland) und Zaragoza (Spanien), sowie die Partnerstädte Gent (Belgien), Vantaa (Finnland) und Istanbul (Türkei) – sollen gemeinsam an ortsspezifischen Strategien arbeiten, die einen tatsächlichen Wandel bewirken können.
Die Kraft des bürgerschaftlichen Engagements
„Der Kerngedanke besteht darin, die Bürgerschaft, Nichtregierungsorganisationen, Behörden, Industrie und Wissenschaft von Anfang an einzubeziehen: Die gemeinsame Festlegung von Visionen, Governance und Aktionsplänen führt zu Lösungen, die bereitwilliger akzeptiert werden“, berichtet Federico La Torre, Kommunikations- und Informationsbeauftragter des italienischen Projektpartners ICONS, in seinem Artikel(öffnet in neuem Fenster) auf der Website „Enlit“. Die interaktiven Instrumente, die eingesetzt werden, um Mieter, Hausbesitzer und schutzbedürftige Gruppen einzubinden und ihre wirklichen Bedürfnisse ans Licht zu bringen, umfassen Brettspiele, digitale Totems und World Cafés (strukturierte Gespräche zu einem bestimmten Thema an mehreren kleinen Tischen). „Ein gutes Beispiel für die Kraft des lokalen Engagements war der Tag der offenen Tür in Zaragoza“, schreibt La Torre. Diese Veranstaltung, die zu Anfang des Jahres in der spanischen Stadt – neben Dresden eine der beiden NEUTRALPATH-Leuchtturmstädte – stattfand, zog über 150 Teilnehmende an, die sich für die Schaffung eines lebenswerteren städtischen Umfelds einsetzen wollen. Ein Innovationswettbewerb in Dresden im September bot Menschen mit unterschiedlichem beruflichem Hintergrund die Möglichkeit, in gemischten Teams zusammenzuarbeiten, um kreative Lösungen für aktuelle Klima- und Energiefragen zu finden. Im Rahmen der innovativen Zusammenarbeit entwickelten die Teams Prototypen für einen immersiven Erlebnisraum in Dresden. Dazu gehörten eine Überwachungseinheit für den Energieverbrauch mit einer Ampelanzeige, ein beleuchtetes Trittfeld, sowie ein Fahrrad-betriebener Generator, um den Energieverbrauch für die Bewohnerinnen und Bewohner sichtbar und interaktiv zu gestalten. Es ist geplant, die erarbeiteten Strategien und bewährten Verfahren zu vervielfältigen und zu erweitern, so dass weitere Städte in ganz Europa einen Labor-basierten Ansatz übernehmen können. Damit könnten positive und saubere Energiebezirke aufgebaut und zur Beschleunigung des Übergangs zur Klimaneutralität genutzt werden. „Wenn die Bürgerinnen und Bürger befähigt werden und die Regierungsführung wirklich kooperativ ist, können die Städte von der Strategie zum Handeln übergehen und dauerhafte Vorteile für die Gemeinden in ganz Europa schaffen“, erklärt La Torre. Im November 2025 wurde NEUTRALPATH in einem Podcast der Reihe „Icons Innovation Stories“ vorgestellt. Unter dem Titel „NEUTRALPATH – The road to climate neutrality: reshaping urban mobility“(öffnet in neuem Fenster) ging es in dem Podcast darum, wie in manchen europäischen Städten Staus, Emissionen und andere Mobilitätsprobleme bewältigt werden. Die geladenen Redner erörterten, wie lokale Behörden neue Technologien testen und sich gleichzeitig mit Fahrermangel, knappen Budgets und komplexen Vorschriften beschäftigen. Das Projekt NEUTRALPATH (Pathway towards Climate-Neutrality through low risk and fully replicable Positive Clean Energy Districts) endet im Dezember 2027. Weitere Informationen: NEUTRALPATH-Projektwebsite(öffnet in neuem Fenster)