Neues von Impactor: Innovation in der Hüftprothesenchirurgie mit dem intelligenten Hammer von ImpacTell
Das EU-finanzierte Impactor-Projekt wurde 2022 ins Leben gerufen, um einen instrumentierten Hammer zu entwickeln – also ein medizinisches Gerät, das eine chirurgische Stabilitätsbewertung von orthopädischen Implantaten bei operativen Hüftprothesenbehandlungen ermöglicht. Durch die Finanzierung der ersten Laborprototypen des Geräts und die Erweiterung des Forschungsteams um wertvolles Fachwissen hat Impactor entscheidend zur Gründung des französischen Spin-off-Unternehmens ImpacTell beigetragen. Das Unternehmen ist derzeit mit der Kommerzialisierung seiner instrumentierten Hämmer zugange. „Diese Studie zur Machbarkeit unserer Technologie hat es ermöglicht, die Gründung eines kommerziellen Unternehmens in Betracht zu ziehen“, kommentiert Forscher Guillaume Haiat vom französischen Nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung, welches das Projekt koordiniert, die Auswirkungen des 2024 beendeten Projekts. Die bahnbrechende Technologie integriert erstmals ein KI-gesteuertes Entscheidungshilfesystem in einen herkömmlichen chirurgischen Hammer, der mit Sensoren ausgestattet ist und Signalverarbeitungssoftware enthält.
Intelligente Technik als chirurgisches Hilfsmittel
Der treffend benannte SmartHammer erfüllt den ungedeckten klinischen Bedarf hinsichtlich einer praktischen Einschätzung der Implantatstabilität während des Eingriffs. Derzeit stützt sich die Chirurgie auf empirische Methoden, wie etwa das Geräusch, das erklingt, wenn das Instrument für das Einsetzen des orthopädischen Implantats von einem Hammer getroffen wird. Auf Basis dieses Geräuschs wird dann die Intensität und Anzahl der Hammerschläge angepasst. Der SmartHammer enthält einen Sensor, der die Resonanzfrequenz des Knochen-Implantat-Systems während des Aufpralls misst. Das aus dieser Messung abgeleitete Ergebnis ermöglicht es Chirurginnen und Chirurgen, die Schnittstelle zwischen Knochen und Implantat während der Implantation zu überwachen und das Auftreten von Frakturen zu erkennen, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sein können. Neben der Echtzeit-Erkennung von Frakturen ermöglicht das Gerät eine objektive und genaue quantitative Einschätzung der Implantatstabilität, ohne dass, wie etwa bei Vibrationstechniken, zusätzliche chirurgische Maßnahmen erforderlich sind. „Die Messung erfolgt sofort, da sie während des gleichen Stoßes durchgeführt wird, mit dem das Implantat in den Knochen getrieben wird“, erklärt Haiat. Er fügte hinzu, dass die Chirurginnen und Chirurgen die Kontrolle über ihre endgültige Entscheidung behalten, da die Messung keine Änderung des chirurgischen Protokolls zur Folge hat. Das intelligente Werkzeug trägt ferner zu einer kürzeren operativen Behandlungsdauer bei. Chirurgische Fachkräfte, die dem wissenschaftlichen Beirat von ImpacTell angehören, gehen davon aus, dass sich der für das Einsetzen von Implantaten benötigte Zeitaufwand um 10 bis 20 % verkürzt, und dass zusätzliche Zeitersparnisse möglich sind, wenn keine Zementprothesen verwendet werden, da die Trocknungszeit des Zements entfällt.
Vorbereitungen für die CE-Kennzeichnung
Ausgehend von bescheidenen 3 000 EUR bei seiner Gründung im Jahr 2022, konnte das Unternehmen durch Finanzhilfen, Kapitalerhöhungen und Wandelanleihen nunmehr über 900 000 EUR aufbringen. Diese Mittel wurden verwendet, um die Entwicklung des SmartHammer abzuschließen, damit bis Ende 2026 in Übereinstimmung mit den europäischen Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltschutznormen das CE-Zeichen erlangt werden kann. Der SmartHammer verspricht ein geringeres Risiko für aseptische Lockerungen und peroperative Frakturen, breitere Anwendungsmöglichkeiten für unzementierte Verfahren, eine bessere Lebensqualität für die Patientenschaft und die Möglichkeit für eine schnellere Rückkehr ins Berufsleben. Wenn das Werkzeug erst einmal auf dem Markt erhältlich ist, wird der mit Unterstützung durch Impactor (Development of an instrumented hammer to assess the stability of hip implant during surgery: assessment of the commercial feasibility) entwickelte SmartHammer große Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit und die Wirtschaft haben. In der Rubrik „Was wurde aus…“ werden abgeschlossene EU-finanzierte Projekte vorgestellt und es wird darüber berichtet, was seit der Beendigung der EU-Finanzierung erreicht wurde. Wenn Sie an einer Vorstellung Ihres Projekts unter „Was wurde aus…“ interessiert sind, dann schreiben Sie uns bitte eine E-Mail an editorial@cordis.europa.eu und teilen Sie uns mit, warum!