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Grünere, nachhaltigere Zukunft für Europas Häfen

Ein breites europäisches Netzwerk, das im Rahmen des EU-finanzierten Projekts PIONEERS organisiert wurde, hat Innovationen und Lösungen erprobt, um Europas Häfen in grüne Infrastrukturen umzuwandeln sowie ihre Resilienz gegenüber klimatischen und kriminellen Bedrohungen zu steigern.

Häfen haben sich jahrhundertelang parallel zu Europas Wirtschaft entwickelt. Um die ehrgeizigen Klimaziele des Kontinents zu erreichen, muss für diese Güter- und Personenverkehrsdrehscheiben nun ein Weg gefunden werden, damit ihre Auswirkungen auf die Umwelt verringert werden und sie gleichzeitig global wettbewerbsfähig bleiben können. Das beinhaltet nicht nur schlechte Nachrichten für die betreibenden Unternehmen, denn Häfen verfügen über das Potenzial, zu Quellen erneuerbarer Energien zu werden, die Umweltbelastung weiter zu verringern und einen Beitrag zur grünen Wirtschaft zu leisten. Dieser Wandel wird jedoch nicht einfach sein. „Häfen auf grüne Infrastrukturen umzustellen, ist nicht nur eine Frage der Übernahme neuer Technologien, sondern stellt eine systemische Herausforderung dar“, erklärt Inge de Wolf(öffnet in neuem Fenster), Koordinatorin des Projekts PIONEERS(öffnet in neuem Fenster) im Hafen Antwerpen-Brügge. „Die Dekarbonisierung muss hier Hand in Hand mit Bemühungen um Resilienz, betriebliche Effizienz, Sicherheit und langfristige Wettbewerbsfähigkeit vorangetrieben werden“, fügt sie hinzu. Im Zuge des Projekts PIONEERS demonstrierte ein Konsortium aus 46 Partnern eine Reihe innovativer Lösungen, die dafür konzipiert sind, die Transformation von Häfen in grüne Infrastrukturen zu betreiben und gleichzeitig andere Schwachstellen wie etwa Klimaauswirkungen und Cyberangriffe in den Griff zu bekommen. Eine Veranschaulichung der verschiedenen Demonstratoren(öffnet in neuem Fenster) steht online zur Verfügung. „PIONEERS hat mehrere Möglichkeiten aufgezeigt, wie Häfen ihren CO2-Fußabdruck verkleinern können“, berichtet de Wolf. „Dies sind keine isolierten Maßnahmen, sondern Teil einer umfassenderen Transformationsstrategie, die Umweltziele mit betrieblichen und kommerziellen Gegebenheiten in Einklang bringt.“

Demonstrationen grüner Innovation

PIONEERS diente nicht dazu, Lösungen von Grund auf neu zu erfinden, sondern dazu, vielversprechende Innovationen unter realen Betriebsbedingungen im Hafen zu testen, zu validieren und zu skalieren – viele davon erstmalig im großen Maßstab. Innerhalb des Projekts wurden neunzehn Lösungen anhand von Praxistests in verschiedenen Hafenumgebungen untersucht, vor allem im Hafen Antwerpen-Brügge, aber auch in Barcelona in Spanien und in Venlo in den Niederlanden. Sie wurden unter Einbeziehung eines Rahmenwerks entwickelt, das Übertragung und Maßstabserweiterung zwischen Häfen über die Pilotprojekte hinaus gestattet. Weitere Projekte sind in Arbeit. Die Innovationen waren rund um vier Säulen verteilt: saubere Energie, nachhaltige Hafengestaltung, Verkehrsverlagerung und Optimierung der Verkehrsströme sowie digitaler Wandel. Beispiele hierfür sind ein Wasserturbinensystem, das Restwasser auffängt und sauberen Strom erzeugt, eine autonome Schiffstechnologie für den Binnenschiffsverkehr und der weltweit erste Zweikraftstoff-Portalstapler(öffnet in neuem Fenster), bei dem mithilfe von Wasserstoff der Dieselverbrauch um 35 % gesenkt werden konnte. „Das Ziel bestand nicht nur darin, nachzuweisen, was funktioniert, sondern auch darin, zu verstehen, warum bestimmte Lösungen von Erfolg gekrönt sind und andere nicht“, erklärt de Wolf. Weitere Innovationen waren ein digitaler Zwilling des Hafenbetriebs und ein maritimes 5G-Netzwerk mit KI-gestützter Schiffsnachverfolgung.

Skalierbare, übertragbare grüne Lösungen

Das wichtigste Ergebnis sei nicht eine einzelne Innovation, sondern das für den Übergang bestimmte Rahmenwerk an sich, wie de Wolf anmerkt. Ein dem Charakter als Leuchtturmprojekt dienliches Handbuch der bestmöglichen Verfahren ist in Arbeit. Es umfasst Instrumente, Anleitungen und Systemabbildungen, die alle auf den bisherigen Erkenntnissen und Erfahrungen aus realen Hafenumgebungen beruhen. „Entscheidend ist, dass das Handbuch bestimmungsgemäß anpassbar ist: Es schreibt nicht eine einzige Lösung vor, sondern versetzt die Häfen in die Lage, ihren eigenen Übergang auf der Grundlage ihres spezifischen Kontexts, ihrer Größe und ihres Ökosystems zu meistern“, berichtet de Wolf.

Europas Häfen zu mehr Umweltbewusstsein inspirieren

Das Vermächtnis von PIONEERS geht über die einzelnen Lösungen hinaus, zumal sich die Häfen hinsichtlich ihrer Größe, Bedürfnisse und Herausforderungen erheblich voneinander unterscheiden. Das Team von PIONEERS bietet daher eine ganze Liste potenzieller Innovationen, die übernommen werden können. „Die Botschaft ist einfach und deutlich: Sie müssen nicht bei Null anfangen“, erklärt de Wolf. „Methodik und Beweise sind vorhanden, und sie können an das eigenen Hafenökosystem angepasst werden.“

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