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Institutionen für die Ermächtigung von Frauen und Mädchen umstrukturieren

Ein interkulturelles und interdisziplinäres Forschungsteam arbeitet an einer Umstrukturierung von Institutionen, um einen nachhaltigen Wandel herbeizuführen, der bestehende Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern verhindert und umkehrt.

Europas Institutionen im Bereich von Politik, Akademie und Forschung, Wirtschaft und Wissenschaft sind in Ungleichheiten verstrickt –insbesondere in Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern. „Unsere von Geschlechterverhältnissen geprägten Institutionen sind das Ergebnis von geschlechtsspezifischen Machthierarchien, die wiederum auf Geschlechterstereotypen und Wahrnehmungsverzerrungen basieren, welche durch kulturelle und politische Faktoren genährt werden“, sagt Linda Senden(öffnet in neuem Fenster), Professorin für Rechtswissenschaften an der Universität Utrecht. Die gute Nachricht ist, dass zur Abschaffung solcher institutioneller Ungleichheiten nicht unbedingt ein radikaler Umbruch erforderlich ist. In den meisten Fällen kann schon eine geringfügige Umstrukturierung erhebliche Fortschritte mit sich bringen. Doch diese Umstrukturierung erfordert einen am echten Leben orientierten Ansatz, der die sich im Laufe des Lebens verstärkenden Auswirkungen von Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern berücksichtigt. „Wenn wir herausfinden können, welche Strukturen mit Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern zusammenhängen, kann eine Institution im Wesentlichen so umstrukturiert werden, dass die Anforderungen und Rechte von Mädchen und Frauen funktionaler und effektiver adressiert werden“, fügt Senden hinzu. Das EU-finanzierte Projekt RE-WIRING(öffnet in neuem Fenster) hilft Institutionen bei der Entwirrung dieser komplexen Strukturen. Das Projekt vereint Perspektiven des Globalen Nordens und Globalen Südens in einem Konsortium bestehend aus der Universität Utrecht, der Universität Portsmouth(öffnet in neuem Fenster), der Universität Deusto(öffnet in neuem Fenster) in Bilbao, der Universität Danzig(öffnet in neuem Fenster), der Universität Leuven(öffnet in neuem Fenster), der Universität des Westkaps(öffnet in neuem Fenster) und dem Zentrum für inklusive Führung(öffnet in neuem Fenster).

Umstrukturierung für eine wegweisende Geschlechtergleichstellung

Das von der Universität Utrecht koordinierte Projekt zielt darauf ab, Institutionen im Sinne einer wegweisenden Geschlechtergleichstellung umzustrukturieren. „Das heißt, über die Symptome und Erscheinungsformen von geschlechtsspezifischen Ungleichheiten hinauszugehen und die zugrunde liegenden Ursachen anzugehen“, erklärt Senden. Damit eine solche Umstrukturierung wirksam funktioniert, ist laut Senden ein ganzheitlicher, multidisziplinärer Co-Creation-Ansatz erforderlich – ein Ansatz, der gleichzeitig die institutionellen, erfahrungsbezogenen und symbolischen Dimensionen der geschlechtsspezifischen Ungleichheit berücksichtigt. „Nur wenn auf diesen drei Ebenen gleichzeitig Maßnahmen ergriffen werden, kann eine wegweisende Gleichstellung erreicht werden“, bemerkt Senden.

Gemeinsam den institutionellen Wandel gestalten

Der vielschichtige Ansatz des Projekts zur Bekämpfung institutionalisierter Ungleichheiten wurde in einer Reihe von Bereichen bezüglich etwa Krisen, Recht, politischer Gestaltung, Führung, Bildung, Beschäftigung, Altersversorgung und Medien umgesetzt. „Unser einzigartiger Ansatz hat sich als nützlich erwiesen, um Menschen, die sich mit dem demselben Problem aus einer unterschiedlichen disziplinären Perspektive beschäftigen, bei der effektiveren Zusammenarbeit zu helfen und einen institutionellen Wandel herbeizuführen“, merkt Senden an. Dieser Ansatz trägt beispielsweise dazu bei, dass Kinder, Eltern und Lehrkräfte Schulen so umstrukturieren können, dass eine stereotype schulische Beratung und Entscheidungsfindung verhindert wird. Er ermöglicht politischen Verantwortlichen außerdem eine Bewertung der geschlechtsspezifischen Auswirkungen von vorgeschlagenen und bestehenden Gesetzen und stellt eine geschlechtergerechte Gesetzgebung sicher. Unternehmen profitieren davon, da sie Leitfäden zur Gleichheit des Arbeitsentgelts von Frauen und Männern umsetzen und Maßnahmen verhindern können, die Frauen in einem diskriminierenden System „retten“ sollen. Dieser Ansatz wurde sogar genutzt, um ein Modell zu entwerfen, mit dem der Vermarktungssektor umstrukturiert und sexistische Werbung adressiert und verhindert werden soll.

Die Ursachen von geschlechtsspezifischen Ungleichheiten hinterfragen

Aufbauend auf dieser Arbeit hat das Projekt ein Handbuch zur Umstrukturierung von Institutionen sowie zahlreiche weitere Werkzeuge und Leitfäden(öffnet in neuem Fenster) erstellt, die Institutionen aller Art verwenden können, um die Mechanismen, die zu geschlechtsspezifischen Ungleichheiten führen, kritisch zu hinterfragen. „Die Idee der ‚Umstrukturierung‘ von Institutionen findet großen Anklang bei den Menschen, da sie verdeutlicht, dass sowohl unsichtbare als auch sichtbare Strukturen zusammenwirken, und dass Strukturen, die sich zwar manchmal gegenseitig behindern und manchmal nicht funktionieren, mit der richtigen Beteiligung und Unterstützung immer in Ordnung gebracht werden können“, lautet das Fazit von Senden.

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