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Chemische Substanzen beeinträchtigen sexuelle Entwicklung von Fischen

4-Nonylphenol (4-NP) ist häufig in Industrieabwässern und Abwässern von Privathaushalten vorhanden. Man hat festgestellt, dass diese Chemikalie in bestimmten Konzentrationen bei drei verschiedenen Fischarten die Entwicklung der Gonaden hemmt.

Gesundheit

Nonylphenol (NP) und seine chemischen Derivate (NPP und NPE) sind synthetische Substanzen, die bei der Herstellung von Chemikalien weitverbreitet sind, u.a. bei der Herstellung von Textilien, Farben und Lacken, Papier, Detergenzien, Kosmetika und Agrochemikalien. Schätzungen zufolge beträgt allein in Europa die Jahresproduktion von NP mehr als 80.000 Tonnen. Folglich werden sowohl von den Industrieanlagen als auch Kläranlagen bedeutende Mengen an NP in die Gewässer eingeleitet. Para-Nonylphenol oder 4-NP ist die weitverbreitetste Form von NP. Von dieser Substanz ist bekannt, dass sie sich auf das endokrine System verschiedener aquatischer Arten auswirkt. Das endokrine System ist ein komplexer Mechanismus, der die interne Kommunikation zwischen Zellen und Organen regelt. Erreicht wird dies über die Freisetzung von Hormonen, den chemischen Signalen, die die lebenswichtigen Funktionen wie Wachstum, Embryonalentwicklung und Reproduktion steuern. Selbst sehr subtile Einwirkungen auf das endokrine System können zu schwerwiegenden Veränderungen dieser Funktionen führen, die sich auf den Organismus selbst oder auf kommende Generationen nachteilig auswirken können. Eine kürzlich veröffentlichte Studie hat sich insbesondere mit der Wirkung von 4-NP auf das reproduktive System von drei Fischarten beschäftigt. Sind diese Arten bestimmten Konzentrationen von 4-NP ausgesetzt, so hat dies die Unterdrückung der Androgenproduktion zur Folge, wodurch die Entwicklung von männlichen Gonaden gehemmt wird. Man geht davon aus, dass das chronische Ausgesetztsein gegenüber hohen Konzentrationen von 4-NP möglicherweise dramatische Auswirkungen auf die reproduktive Fähigkeit von Fischen hat. Weitere Forschungsarbeiten sind notwendig, um den Einfluss dieser chemischen Verbindung auf die Fischpopulation in freien Gewässern zu bewerten.

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