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Inhalt archiviert am 2022-12-23
Acidification of mountain lakes: paleolimnology and ecology, remote mountain lakes as indicators of air pollution and climate change

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Seen als Umweltsensoren

Europäische Wissenschaftler haben festgestellt, dass die Untersuchung abgelegener Bergseen Hinweise auf Umweltveränderungen in der Vergangenheit liefert, die Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zulassen. Abgelegene Seen reagieren sehr empfindlich auf Belastungen und Klimaveränderungen und liefern daher präzise Erkenntnisse über den aktuellen und zukünftigen Zustand der Umwelt.

Die am Projekt AL:PE (Acidification of mountain Lakes: Palaeolimnology and Ecology) mit Sitz in London und Oslo beteiligten Wissenschaftler verwenden paläologische, chemische und biologische Techniken zur Beobachtung und Bewertung der Veränderung europäischer Bergseen durch die Luftverschmutzung und den Klimawandel. Im Rahmen des AL:PE-Projekts werden Kieselalgen, Wirbellose, Zooplankton und Fische als biologische Indikatoren herangezogen. Da die Sedimente abgelegener Bergseen außerdem hochwertige "Archive" darstellen, gibt die Analyse dieser Sedimente Aufschluss über die Geschwindigkeit und die biologischen Auswirkungen von Umweltschwankungen in der Region und deren zukünftige Entwicklung. Die vielfältige Methodik zur Nutzung der Daten aus der Analyse von biologischen, chemischen und Sedimentaufzeichnungen ermöglicht es den Forschern darüber hinaus, die Ursachen, die historische Entwicklung und das derzeitige Ausmaß der Umweltverschmutzung voll zu erfassen. Die Gesamtheit der geschichtlichen Daten der Bergseen kann anschließend als Ausgangspunkt herangezogen werden, von dem aus Projektionen und Vorhersagen über den zukünftigen ökologischen Zustand und mögliche Umweltprobleme getroffen werden. Ebenfalls von Belang ist die Tatsache, dass im Rahmen des AL:PE-Projekts Seen in den unterschiedlichsten europäischen Regionen wie Norwegen, Schottland, Irland, Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, Österreich, Slowenien, Slowakei, Polen und sogar Russland beobachtet werden. Daher lässt sich aus den etwaigen Schlussfolgerungen auf der Grundlage der AL:PE-Forschungsmethodik ein wirklich umfassendes Profil der Umweltsituation in ganz Europa und darüber hinaus erstellen. Dieses Projekt setzt außerdem bevorzugt Qualitätskontrollsysteme ein, die die von den beteiligten Labors verwendeten Methoden standardisieren, so dass gewährleistet ist, dass die Daten und Ergebnisse vergleichbar und höchst analytisch sind. Die bisherigen Ergebnisse des AL:PE-Projekts sind interessant: Bestimmte Schlussfolgerungen weisen darauf hin, dass der Nitratgehalt nach Mitteleuropa hin ansteigt und immer mehr zur Versauerung der Seen beiträgt. Außerdem wurde beobachtet, dass Seen, die mit kohlenstoffhaltigen Teilchen, langlebigen organischen Verbindungen und Spurenmetallen verschmutzt sind, die gleiche Reaktion wie Seen zeigen, die von saurem Niederschlag betroffen sind. Die Wissenschaftler haben festgestellt, dass selbst die abgelegensten Bergseen in der letzten Zeit Kontamination ausgesetzt waren. Daneben wurde im Rahmen des AL:PE-Projekts der zukünftige pH-Wert der Seen auf der Grundlage der historischen Daten des jeweiligen Sees sowie der Feststellung der Interaktion zwischen Umweltbedingungen und der Fischpopulation hochgerechnet. Die in Fischen festgestellten hohen Quecksilberwerte sind nach Meinung der AL:PE-Wissenschaftler ein Bereich für zukünftige Forschungsmaßnahmen. Das wichtigste Ergebnis des AL:PE-Projekts ist, dass eine Grundlage für die zukünftige Umweltpflege geschaffen wurde, da es zeigt, wie aus biologischen und chemischen Daten von Bergseen der geeignetste Aktionsplan für die Beobachtung und das Management der Umwelt erstellt werden kann.

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