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Flexible Clinical Terminology

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Mehrsprachigkeit für medizinische Daten

Seit die EDV Einzug in Medizin und Kliniken gehalten hat, haben die neu geschaffenen Terminologien und Klassifikationen, die der medizinischen Entscheidungsfindung, der Kommunikation und dem Ressourcenmanagement dienen, längst den praktischen und überschaubaren Rahmen gesprengt. Mit GALEN wird ein mehrsprachiger Ansatz zur Schaffung eines Klassifikations- und Terminologiesystems verfolgt, in dem solche Klassifikationen standardisiert sind.

Die verschiedenen europäischen Gesundheitssysteme haben mit dem schwer wiegenden Problem zu kämpfen, dass es keine gemeinsame und einfach definierte Terminologie für den elektronischen Datenaustausch gibt. Genauer betrachtet, bestehen bei der Suche nach einer mehrsprachigen Kommunikationsbasis gleich mehrere Probleme, weil sich die Terminologien für Symptome, klinische Prozeduren und Therapien von Land zu Land erheblich unterscheiden. Der Mangel an Einheitlichkeit der europäischen Gesundheitssysteme verhindert, dass europaweit Märkte für die Elektronische Patientenakte, für kommunikationsfördernde und entscheidungsunterstützende Systeme sowie für das EDV-gestützte Ressourcenmanagement entstehen. Diese Situation unterminiert damit weiterhin alle Bemühungen, zu einem effektiven, grenzüberschreitenden Gesundheitsmanagement zu gelangen. Krankenversicherungen zum Beispiel sind nur einer der Bereiche, die von einer klaren, homogenen und einheitlichen Klassifikation profitieren könnten. GALEN und das OpenGalen System heben sich deutlich von bereits bestehenden Klassifikationsprojekten ab. Gegenwärtig gibt es deutlich mehr solcher Systeme als praktisch verwendet werden könnten. Grundsätzlich ist GALEN eine Technologie zur Abbildung von Terminologie auf neuartige Weise. Das hat zur Entwicklung des Galen Common Reference Models (GCRM) geführt, das alle medizinischen Konzepte einheitlich in einer Weise repräsentiert, die sowohl dem Kliniker verständlich ist als auch vom Computer verarbeitet werden kann - und zwar plattformunabhängig. Dies nacht GALEN zu einem Werkzeug für den Hintergrundbetrieb, das mit den meisten derzeit verwendeten Plattformen kompatibel ist. GALEN basiert auf GRAIL, der Galen Representation And Integration Language. GRAIL bietet weitaus detailliertere Informationen als andere mehrsprachige Repräsentationssysteme wie z.B. das aus den USA stammende Unified Medical Language System (UMLS), der Metathesaurus. Während der Metathesaurus zwischen verschiedenen Kodiersystemen konvertiert, ist dies bei GALEN nur eine von vielen Funktionen. Im Gegensatz zum Metathesaurus ist GALEN ein erweiterbares System, das zusätzlich zu den Querverweis-Codes auch deren Bedeutung liefert. Darüber hinaus stellen der Metathesaurus und andere UMLs keine Klassifikation von Organismen im Hinblick auf Ähnlichkeiten in puncto Struktur oder Ursprung bereit. GALEN enthält Tausende solcher Kategorien in komplexen Hierarchien. Dabei wird GRAIL als formales System zur Abbildung solcher medizinischen Konzepte in einer für den Computer verwertbaren Weise eingesetzt. Zum GALEN-Projekt gehört außerdem die Classification Workbench, in der die erforderlichen Tools für Klassifikationen oder Spezialterminologien enthalten sind. Diese lassen sich damit bestehenden Klassifikationen zuordnen oder auch an alternativen Achsen reorganisieren. Es beinhaltet die Integrationsumgebung zur Harmonisierung der Arbeit von Klassifikationszentren und die mehrsprachige Texterzeugung, so dass die Ergebnisse in einer Vielzahl von Sprachen betrachtet werden können. Weitere Sprachen lassen sich in einem Zeitraum der Größenordnung Wochen integrieren. Gegenwärtig wird GALEN zur Entwicklung neuer Klassifikationen auf Französisch, Niederländisch, Schwedisch, Griechisch und Flämisch sowie in Großbritannien für das Verschreibungs-Supportsystem Prodigy eingesetzt. GALEN und OpenGalen stehen für Demonstrationszwecke zur Verfügung. Weitere Informationen sind zu finden unter: http://www.opengalen.org/(öffnet in neuem Fenster).

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