Neue Entwicklungen im Kampf gegen Nierenerkrankungen
Im Rahmen von verschiedenen EU-weiten Bestrebungen zur Verbesserung dieser Situation wurde Nephrin, ein Hauptprotein der Niere, tiefgründig untersucht. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf seiner möglichen Nutzung als Marker zur frühzeitigen Erkennung von Nierenschäden. Professor Holthoffer von der Universität Helsinki leitete ein Forschungsprojekt, in dessen Rahmen die Rolle von Nephrin in der Nierenpathologie und die Bedeutung von Nephrin im Urin als ein prognostischer Marker bei diabetischen Nierenkomplikationen untersucht wurde. Viele wichtige Instrumente für die Untersuchung der Nephrin-Funktion wurden bereits zu Beginn des Projektes entwickelt. Dazu gehören auch genetische Tiermodelle und Expressionssysteme auf Grundlage der Bioinformatik. Mit diesen Instrumenten konnten viele genetische Variationen zwischen erkrankten und gesunden Nieren aufgedeckt werden. Ferner konnte geschlussfolgert werden, dass eine Nephrin-Fehlregulation zu Proteinurie führt. Besonders wichtig war die Erkenntnis, dass bei vielen Nierenerkrankungen die Nephrinkonzentration sinkt, was wiederum eine direkte Verbindung zwischen der Nephrinexpression und der Nierenregulation zulässt. Die Ergebnisse lassen bei Patienten mit diabetischer Nephropathie auch das Auftreten von Autoantikörpern gegen Nephrin vermuten. Mit anderen Worten ist das Immunsystem des Patienten in der Lage, den zum Ausbruch der Proteinurie führenden Abbau von Nephrin in der Niere anzuzeigen. Diese Mechanismen und Hypothesen müssen noch getestet werden. Im Rahmen des aktuellen Projektes wurden jedoch schon neue Einblicke in die Rolle und Funktion des Nephrin-Proteins und seinen Einfluss auf die Nierenpathologie gewonnen. Obwohl die Forschungsergebnisse noch ausgewertet werden, ist deutlich geworden, dass Nephrin in der Tat ein äußerst wichtiges Protein ist und neue Möglichkeiten für die Früherkennung und Behandlung von Nierenschäden bietet.