Karotten sicherer machen
Im Zuge der rasch anwachsenden Sorge über negative Auswirkungen von Pestiziden, Hormonen und anderen Chemikalien bei der Massenproduktion orientieren sich die Verbraucher zunehmend an Produkten aus biologischem Anbau. Jedoch können diese Naturprodukte auch durch natürliche Toxine verdorben werden. Die Pilze Alternaria alternata und Alternaria radicina beispielsweise können bei Karotten Schimmel und Schwarzfäule verursachen. Wissenschaftler der Landwirtschaftlichen Universität August Cieszkowski haben 53 Isolate dieser zwei Spezies untersucht, um die Risiken einer Aufnahme der Mykotoxine von diesen Pilzen zu senken. Die Isolate wurden von Karotte, Petersilie, Sellerie und Wilder Möhre entnommen und auf Scheiben aus Reis, Kartoffel-Dextrose-Agar (PDA - Potato-Dextrose-Agar) und Karotte kultiviert, um das Toxigenizitätspotenzial einzuschätzen. Die Ergebnisse der Experimente variierten stark. A. alternata produzierte je nach Kultur eine Vielzahl an Toxinen von Tenuazonsäure (TeA) und Alternariol (AOH) bis Alternariolmethylether (AME) und Altertoxin I (ATX I). Glücklicherweise wurden bei weitaus geringeren AOH- und AME-Werten auf Karotten keine AAL-Toxine und Fumonisine festgestellt. A. radicina produzierte andere Toxinarten wie Radicinin (RAD) und Epi-Radicinol (epi-ROH). Interessant war, dass die Samen und nachfolgenden Keimlinge nach Kontakt mit den Toxinen stärker ausgeprägte Krankheitserscheinungen zeigten. Die Untersuchungen ergründeten auch Zeit- und Temperaturelemente dieser Gleichung. Die Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass das Risiko bei Karotten relativ gering ist, wenn diese kurzzeitig (unter vier Wochen) bei niedrigen Temperaturen gelagert werden. Die Landwirtschaftliche Universität August Cieszkowski möchte ihre Erkenntnisse dem Markt für biologische Lebensmittel zur Verfügung stellen, insbesondere Karottenzüchtern und -produzenten. Ihr Ziel ist die Erlangung einer Resistenz gegen die Alternaria-spp-Pilze.