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Vorteile der Entwicklung von geteilten Rotorblättern bei Windenergieanlagen

Von griechischen Ingenieuren wurde ein neues Rotorblatt für Windenergieanlagen speziell in bergigen Regionen entwickelt. Das geteilte Blatt maximiert den Energiegewinn und senkt gleichzeitig die Herstellungs-, Installations- und Instandhaltungskosten.

Energie

Europa hat sich bei der Förderung der Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen bis zum Jahr 2010 ehrgeizige Ziele gesetzt. Leider verläuft die Annahme alternativer Energielösungen in Europa bisher eher langsam. Entlang der nördlichen europäischen Küstenlinie bis nach Skandinavien wurden Windparks errichtet, jedoch bleiben die bergigen Regionen Südeuropas weitgehend unberücksichtigt. Das MEGAWIND-Projekt diente zur Ergründung der besonderen Anforderungen an Windenergieanlagen in solchen Gebieten. Im Rahmen von MEGAWIND entwarfen und testeten Ingenieure der Universität Patras in Griechenland ein neues 30 Meter langes Rotorblatt für eine Windenergieanlage. Die griechischen Ingenieure überschritten die Grenzen eines herkömmlichen Rotorblatts und konstruierten das erste geteilte Rotorblatt im Megawattbereich. Der Vorteil des geteilten Rotorblatts besteht darin, dass vor allem bei starkem Wind mehr Energie gewonnen werden kann. Um den zusätzlichen Belastungen standzuhalten, wurde das Rotorblatt an kritischen Stellen mit Kohlenstofffasern verstärkt. Im Verlauf des Projekts wurde ein Algorithmus aufgestellt, um die Eigenschaften des Rotorblatts wie Flügelfläche und -stärke zu verbessern und somit den jährlichen Energiegewinn (AEC - Annual Energy Capture) zu steigern. AEC ist das Maß für die gesamte Energie, die durch das System im Laufe eines Jahres produziert werden kann. Mit dem Algorithmus wurden fast 200 Rotorblatttypen untersucht. Im Verlauf des MEGAWIND-Projekts wurde ein Modell in realer Größe gemäß internationalen Normen durch die Internationale Elektrotechnische Kommission (z.B. IEC 61400-23) getestet. Messungen an Systemkomponenten wie Nahtstellen lieferten Erkenntnisse über Materialermüdung und Leistungsdauer. Die Senkung von Herstellungszeit und -kosten sowie auch der Transportkosten war ein weiterer Vorteil. Der Modulcharakter des Systems ermöglicht die Vor-Ort-Montage auch in abgelegenen Bergregionen und führt zu niedrigeren Instandhaltungskosten. Diese Vorteile werden vermutlich die Verbreitung von Windenergieanlagen in diesen Gebieten fördern.

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