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Monitoring of damage in historic tapestries

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Historische Gobelins verbinden Chemie und Kunst

Konservierungswissenschaftler und Museumsdirektoren nutzen einen fachübergreifenden Ansatz, um den Zerfall historischer Gobelins zu überwachen. Kennzeichnungen für chemische Veränderungen, die durch Spektroskopieverfahren überprüft werden, unterstützen die Wissenschaftler bei der Verbesserung der Konservierungsverfahren.

Historische Gobelins sind die kostbare Quelle eines authentischen Belegs für kulturelles Erbe. Konservierungswissenschaftler und Museumsdirektoren konzentrierten sich darauf, die Ursache für den Zerfall von Gobelins herauszufinden, um diese Zersetzung aufzuhalten und sie für die Zukunft sicher zu konservieren. Forschungsstudien galten der Entwicklung von zuverlässigen Kennzeichnungen, die bei der Überwachung von physikochemischen Veränderungen als Instrumente zur Diagnose und zur Bewertung des Schadensmaßes fungieren sollen. Unter Nutzung eines Chemie und Wissenschaft integrierenden Ansatzes wurden Modell-Gobelins präpariert. Für die Modellproben wurden die Stoffe und Farben mit großer Sorgfalt ausgewählt, die anschließend einer künstlichen Alterung unter verschiedenen Bedingungen unterzogen wurden. Zu den wichtigsten Kriterien bei der Auswahl der einzelnen untersuchten Fasern zählten das Ausmaß der Schäden, die historische Dokumentation, die Umweltbedingungen usw. Wollfasern wurden mittels kombinierter Analyseverfahren einer beschleunigten und natürlichen Alterung unterzogen und die Oberfläche analysiert. Die Röntgen-Photoelektronenspektroskopie (XPS - X-Ray Photoelectron Spectroscopy) deckte Veränderungen des atomaren Verhältnisses und der chemischen Zustände auf. Die Ergebnisse belegten, dass eine Abnahme der Kohlenstoffqualität mit einer Sauerstoffzunahme in Zusammenhang steht, weshalb vermutlich während des Alterungsprozesses ein oxidativer Verlust bei den Oberflächenlipiden auftritt. Die Flugzeit-Sekundärionenmassenspektrometrie (TOF-SIMS - Time-of-Flight Secondary Ion Mass Spectrometry) als ein bei der Charakterisierung von Polymeroberflächen häufig angewendetes Verfahren wurde auch zur Überprüfung der mittels XPS gewonnenen Ergebnisse eingesetzt. Dabei stellte sich heraus, dass die Trennung der kovalenten Zysteindisulfidbindungen die Bildung von Zysteinsäure auslöst, was zur oxidativen Alterung der Oberfläche führt. Die oben genannten Verfahren verdeutlichen, dass die Textilstärke von den chemischen Veränderungen an der Oberfläche abhängt, die sich während der Alterung ergeben. Dadurch können das atomare Verhältnis von C und O wie auch die Prozentzahl des oxidativen Schwefels auf der Faseroberfläche als Kennzeichnung für die Textilstärke dienen. Es wurde klar, dass detaillierte Kenntnisse der Vorgänge während des Zerfalls von Textilien auf der molekularen Ebene zur Erweiterung des Wissens der Konservatoren und Restauratoren beitragen, wodurch künftig eine optimale Konservierung möglich sein wird.

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