Umfassende Informationen über verschmutztes Gelände und Mülldeponien
Verschmutzte Böden kommen an kontaminierten bzw. verseuchten Orten und Mülldeponien vor; sie stellen hinsichtlich der Raumnutzung wie auch der Umweltqualität ein ernsthaftes Problem dar. Da die Reinigungsprozesse teuer und schwierig umzusetzen sind, müssen Untersuchungen über Gegenmassnahmen sowie die Entfernung von giftigen Abfällen auf genauen und verlässlichen Informationen gründen. Die Beschaffung dieser Informationen ist ein sehr zeitintensiver und aufwändiger Vorgang und deshalb auch teuer. Daher konzentrierte man sich im Rahmen des HYGEIA-Projekts auf die Entwicklung einer geophysikalischen Hybridtechnik zur Bewertung von kompliziertem verschmutztem Gelände. Mit der darbei entwickelten nicht-intrusiven Technik zur Charakterisierung von verschmutztem Untergrund können die Sanierungskosten deutlich gesenkt werden, da integrierte geophysikalische Verfahren wie GPR (Bodenradar), Messung des Bodenwiderstands und Mehrkomponentenseismik genutzt werden. Durch die Anwendung dieser Verfahren konnten die Forscher Analysen zur Typologie der verschmutzten Böden durchführen, um Daten über die umweltbezogene Charakterisierung eines Geländes zu sammeln. Die erstellte Datenbank über die Eigenschaften von verschmutzten Böden und Gelände soll Optionen für die Bewertungsschritte bei Gegenmaßnahmen sowie Planungsverwaltung und Sanierung aufzeigen. Künftig sollen auch die Zeit- und Kosteneinschränkungen mit berücksichtigt werden, denen die geophysikalischen Untersuchungen entsprechen müssen. Darüber hinaus führen die Leistungsmerkmale der Datenbank als ein Instrument zur Verwendung gemäss den konventionellen Forschungsmethoden bei der Umweltbewertung zu mehr Flexibilität, einer verbesserten Verwendbarkeit und einen einfacheren Zugriff. Die Effizienz der Datenbank in Bezug auf die Sanierung und die Überwachungsprogramme nach der Sanierung kann mittels geophysikalischer Messungen in regelmässigen Zeitintervallen verifiziert werden. Zudem sind eine Kalibrierung der neuen Technik und die Entwicklung bzw. Prüfung der geophysikalischen Verfahren bei der Bewertung von Gelände mittels Definition von Ortstypologien möglich geworden. Dadurch können die Benutzer neben der Auswahl verfügbarer Optionen auch die experimentellen Möglichkeiten erweitern und von der Nutzung der methodologischen Ergebnisse profitieren.