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Inhalt archiviert am 2024-05-24
Monitoring of damage in historic tapestries

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Die Konservierung des europäischen kulturellen Erbes durch Korrosionsschutz

Das kulturelle Erbe Europas in Form von Gobelins steht nicht nur für Schönheit, sondern auch für einen historischen Wert. Daher bedarf es neuer wissenschaftlicher Forschungen und Fachkenntnisse, um die Pflege und den Schutz von Gobelins zu verbessern und Zerfallsprozesse aufzuhalten.

Historische Gobelins, die zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert an bedeutenden europäischen Orten gewebt wurden, sind durch Zerfallsprozesse an ihren Bestandteilen wie gefärbte Fasern und Metallfäden auf molekularer Ebene bedroht. Ihre Konservierung hängt von besseren Kenntnissen über die bei ihrer Herstellung verwendeten Materialien und Verfahren ab. MODHT (Monitoring of Damage to Historic Tapestries, Überwachung der Schäden an historischen Gobelins) ist ein fachübergreifendes Projekt, bei dem Spezialisten aus unterschiedlichen Fachgebieten zusammenarbeiten, um mittels eines Ansatzes aus der Chemie bzw. Werkstofflehre neue Kenntnisse über den Zerfall zu gewinnen. In diesem Zusammenhang wurden Modellgobelins, die mit traditionellen Materialien hergestellt und anschließend künstlich gealtert wurden, gemeinsam mit Proben von historischen Gobelins untersucht, während ihre Herstellungsmaterialien und -verfahren mit den Zerfallsprozessen in ein Verhältnis gesetzt wurden. Die Röntgen-Photoelektronenspektroskopie (XPS - X-Ray Photo-electron Spectroscopy) und die Röntgen-Diffraktion (XRD) fanden bei der Analyse der Korrosionsprodukte auf den historischen Metallfäden Anwendung. Schwefelverbindungen erwiesen sich als besonders reich an Korrosionsprodukten und umfassten nur relativ wenige und vereinzelte chlorhaltige Produkte. Künstliche Trübungsversuche auf Kupfer- und Silberfolien belegten, dass Sulfide mit etwas Sulfat auf Kupferproben die wichtigsten Korrosionsprodukte aus der Zersetzung von Seide und Wolle sind. Weiterhin erfuhr man, dass die Zersetzung von Wolle eine stärkere sichtbare Korrosion verursacht als Seide. Mithilfe der Röntgenfluoreszenzmikroanalyse wurden seltene Exemplare von doppelt und dreifach gewickelten vergoldeten Silberfäden entdeckt. Darüber hinaus lieferte das FEG-SEM-Verfahren (engl. Field Emission Gun Secondary Electron Microscopy) bei einseitig in Längs- und Querrichtung vergoldeten Metallfäden den Nachweis, dass das geschnittene Material mehr gerollt als gehämmert wurde. Dies lässt auf eine Kombination von Herstellungsverfahren schließen. Von diesem Wissen können Konservatoren, Restauratoren, Museumsdirektoren und Pflegefachleute für Sammlungen profitieren und dieses bei Entscheidungen über Ausstellungsbedingungen, Lagerung und Konservierung von historischen Gobelins nutzen.

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