Die Behebung von Diskrepanzen innerhalb unterschiedlicher Datenbestände zur Landnutzung
Die weltweite Beobachtung von Veränderungen in der Landnutzung wurde durch den Einsatz von Satelliten ermöglicht. Eine Reihe von Nutzern, u.a. aus den Bereichen Umwelt und Finanzwirtschaft, interessiert sich für die Analyse der Landnutzungsentwicklung über einen längeren Zeitraum in einer bestimmten Region. Die Schwierigkeit dabei sind Unregelmäßigkeiten in den Ontologien, die zwischen aufeinanderfolgenden Erfassungen entstehen und einen internen Vergleich unmöglich machen. Um eine ständige Wiederholung der Erfassungen zu vermeiden, haben die Partner des IST-Projekts REV!GIS Verfahren untersucht, um die ungleichen Datenbestände zu vereinen. Experten auf dem Gebiet Geographische Informationssysteme (GIS) wurden hinzugezogen, um Verknüpfungen zwischen den vom Satelliten übermittelten spektralen Daten und den Landnutzungsklassifikationen zu erstellen. Im Rahmen von REV!GIS wurde das Verfahren anhand der britischen Landnutzungskarten, den "Land Cover Maps" (LCMs) für die Bezugsjahre 1990 und 2000 geprüft. Die Geographen der Universität Leicester isolierten alle Fälle, in denen es Unterschiede zwischen den Landnutzungsklassen bei LCM1990 und LCM2000 gab. Um feststellen zu können, ob die Veränderungen real oder auf Abweichungen in der Methodik der Bezugsjahre 1990 und 2000 zurückzuführen waren, setzten die britischen Wissenschaftler moderne Verarbeitungstechniken ein, wie beispielsweise euklidische Abstände oder spezielle Filter. Es wurden ebenfalls Feldbesuche durchgeführt, die erwiesen, dass nur 40% der Unregelmäßigkeiten auf tatsächliche Veränderungen in der Landnutzung zurückzuführen waren, während die restlichen 60% durch Berechnungsfehler der Bodennutzungsklassen zustande gekommen waren. Trotz der entmutigenden Ergebnisse ist das REV!GIS-Konsortium davon überzeugt, dass weitere Forschungsarbeiten zukünftig diese Diskrepanzen überbrücken können. Die zu diesem Zweck während des Projekts erstellten Referenztafeln (LUTs - Look Up Tables) sind in diesem Zusammenhang äußerst hilfreich. Die Universität Leicester plant, die LUTs in ein Handbuch für die Nutzer des LCM2000 zu integrieren.